Präventionstage: Burglengenfelder Schulzentrum ist fest in der Hand von Experten für mentale Stärke

Seit Dienstag, 8.30 Uhr, dreht sich im Burglengenfelder Schulzentrum nicht alles um Schreiben und Rechnen, Englisch und Geografie. Vielmehr stehen Phänomene im Zentrum, welche die psychische Gesundheit Heranwachsender beeinträchtigen, ja zerstören können. Die Fokusgruppe Jugend eröffnete die Präventionstage 2025. Bis einschließlich Donnerstag haben rund 3000 Schüler aus dem Landkreis Schwandorf Gelegenheit, sich über Risiken zu informieren – und sich gegen sie zu wappnen.
Zum Start trafen sich die Organisatoren der Fokusgruppe um Merlin Bloch in der Stadthalle mit einer Reihe von Schulleitern, Politikern und Unterstützern, ohne die die Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. Ein Sponsor aus Niedersachsen stellte beispielsweise 25 Raumcontainer zur Verfügung. Nur so können während des laufenden Schulbetriebs über 100 interaktive Workshops über die Bühne gehen.
Lob von Bürgermeister Gesche und Landrat Ebeling
Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) zollte den Veranstaltern Dank und Anerkennung für ihre Leistung. In den zurückliegenden Monaten hätten sie in ihrer Freizeit tausende von Stunden investiert, „um was Tolles auf die Beine zu stellen“. Den Teilnehmern der Präventionstage wünschte er „intensive Begegnungen“. Sie sollten „viel mitnehmen“, um nie in eine Suchtproblematik hineinzurutschen.

Auch Landrat und Ehrenschirmherr Thomas Ebeling (CSU) lobte den „unglaublichen Aufwand“, den die Fokusgruppe betrieben habe, und die „Liebe zum Detail“, die vielerorts zu erkennen sei. Noch bevor der erste Workshop gelaufen sei, könne die Veranstaltung als gelungen betrachtet werden. Ferner erinnerte Ebeling an die erfolgreichen Bemühungen, Markus Söder als Schirmherrn zu gewinnen. Söder habe dieses Amt gerne übernommen. Möglicherweise stattet er der Veranstaltung am Mittwoch oder Donnerstag einen Besuch ab.
Anstrengende Tage für das Helferteam
Merlin Bloch sprach von einem besonderen Moment, nicht nur, weil eine Veranstaltung eröffnet werde, die es in dieser Form in der Region noch nie gegeben habe. Es werde auch ein Zeichen für Zusammenarbeit, Engagement und Verantwortung gesetzt. Junge Menschen hätten das Projekt aktiv mitgestaltet, betonte Bloch. Hinter dem Team lägen anstrengende Tage mit nur kurzen Pausen. Am Montag hätten die Helfer bis 22 Uhr gearbeitet – um tags darauf um 5.30 Uhr wieder auf den Beinen zu sein.
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Angelika Pron gab einen Überblick über das Programm der Präventionstage: Auf der Agenda stehen nicht nur Alkohol und illegale Drogen, sondern auch Essstörungen und psychische Gesundheit im Allgemeinen, Medienkompetenz und Cyberkriminalität sowie Spielsucht und sexuelle Aufklärung. Über all dies werde im Alltag viel zu wenig gesprochen, meinte Pron, obwohl junge Menschen direkt davon betroffen seien. In den Workshops werde darauf nicht mit Belehrungen und Frontalunterricht reagiert, sondern mit „Begegnungen und Gesprächen auf Augenhöhe“. Moritz Fabi sprach von Formaten „zum Mitmachen, nicht zum Wegnicken“.
Viele Kilometer zurückgelegt
Laut Lily Gahn wurden jeder Sponsor und jeder Workshopanbieter persönlich besucht und geprüft. Dafür habe man viele Kilometer zurückgelegt. Das sei nur durch die Unterstützung eines Mobiliätspartners möglich gewesen, der unter anderem in Wackersdorf ein Autohaus führt.

Den Reden schloss sich ein Rundgang durch die Halle an, in der sich Institutionen aus mehreren Bundesländern präsentieren. Besondere Beachtung fand zum Beispiel der Stand der „Freunde fürs Leben“ (frnd) aus Berlin, die helfen wollen, Suizidgefahren rechtzeitig zu erkennen. Suizide sollen sich bei jungen Menschen zur häufigsten Todesursache entwickelt haben. Zuletzt versäumte es Bloch nicht, erneut darauf hinzuweisen, dass die Präventionstage die letzte Veranstaltung der Fokusgruppe gewesen sein dürften. Vielleicht gebe es ja irgendwann Nachahmer. Ein Sponsor wollte das so nicht stehen lassen: „Wir holen Sie zurück!“ Bei einem Treffen, in dem es um Sponsoring ging, hatten Bloch und Co Eindruck hinterlassen. „Man hat gesehen, dass die mit Herzblut hinter der Sache stehen.“
