Haftbefehl gegen Verdächtigen (20) nach Angriff in ICE bei Straßkirchen erlassen

Von Friederike Klett, André Baumgarten · 7. Juli 2025 um 12:14

Ein 20-Jähriger hat im ICE 91 von Hamburg-Altona nach Wien vier Menschen angegriffen. Der Vorfall ereignete sich im Bereich von Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen. Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes, versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung erlassen.

Wie mehrfach berichtet, kam es im ICE 91 von Hamburg-Altona nach Wien zu einem gewaltsamen Angriff auf mehrere Reisende. Im Bereich von Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen verletzte ein 20-jähriger Syrer insgesamt vier Menschen – mutmaßlich mit einer Axt und einem Hammer.

Was bisher bekannt ist: Ihm wird laut Haftbefehl versuchter Mord vorgeworfen. Das bestätigte sein Anwalt der Mediengruppe Bayern. Und zwar ohne, dass der 20-Jährige angehört werden konnte. Ein Richter hatte das entschieden. Der junge Mann ist noch immer nicht vernehmungsfähig und wird in einer Klinik in Regensburg behandelt.

Verteidiger: „Hatte noch keine Gelegenheit mit ihm zu sprechen“

Auf Basis der Akten aller bisherigen Ermittlungen hat das Amtsgericht den Haftbefehl erlassen, erklärt sein Verteidiger. Die formell nötige Anhörung des Tatverdächtigen ersetze das allerdings nicht. Das müsse nachgeholt werden, sobald der 20-Jährige wieder ansprechbar sei.

Wann das der Fall ist, ist aktuell nicht klar. Ob sich der Mann dann zu den schweren Vorwürfen äußern wird, ließ der Verteidiger offen. „Ich hatte selbst noch keine Gelegenheit, mit ihm zu sprechen.“

Der Haftbefehl gegen den 20-Jährigen, der eigentlich in Wien lebte, lautet auf versuchten Mord, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen. Meldungen, dem Mann werde gefährliche Körperverletzung in vier Fällen zur Last, sind nicht korrekt.

Mit einem Hammer soll der Mann am Donnerstag auf mehrere Reisende im ICE von Hamburg nach Wien eingeschlagen haben. Andere Fahrgäste gingen dazwischen und überwältigten den Mann. Dabei wurde der Syrer offenbar nicht unerheblich verletzt. Wie Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher am Freitag in einer Pressekonferenz sagte, stand eine weitere OP an.

In Klinik unter ständiger Polizeibewachung

Der mutmaßliche ICE-Attentäter, zu dessen Motiven bislang großes Rätselraten herrscht, befindet sich nach wie vor in einer Regensburger Klinik. Zunächst war er laut erster Ermittlungen auf einen Deutschen losgegangen. Diesen 38-Jährigen aus dem Landkreis Straubing-Bogen soll er aus dem Nichts mit einem Zimmererhammer angegriffen. Im Anschluss soll eine Familie syrischer Herkunft im Alter von 15, 24 und 51 Jahren in den Fokus geraten sein. Alle vier wurden verletzt; Lebensgefahr besteht aber keine.

Der 20-jährige Syrer wird in einer Klinik in Regensburg behandelt und rund um die Uhr von Polizeibeamten bewacht.