Damit die Rundfahrt der 400 Radler in Waldmünchen rund läuft

Von Martin Hladik · 5. Juli 2025 um 11:00

Am Samstag, wenn sie diesen Artikel wahrscheinlich lesen, ist Franz Kistler mit seinen Mitstreitern gerade unterwegs, um auf den rund 870 Kilometern Strecke der 15. Waldmünchner Radrundfahrt die Wegweiser und die Beschilderung aufzustellen.

Rund 250 Radler haben sich bisher zu diesem Event am Sonntag, 6. Juli, angemeldet. Fast doppelt so viele könnten es werden, hofft Kistler. Mit den spontanen Anmeldern kurz vor Start wäre 400 eine Zahl, die ihn freuen würde.

Anders als im verregneten Vorjahr ist diesmal die Wettervorhersage fürs Radrennen „optimal“. Es werde nicht zu heiß sein, und Regen sei nicht in Sicht, sagt Kistler. „Es werden von Jahr zu Jahr mehr Anmeldungen“, freut sich der Veranstalter. Selbst aus größeren Entfernungen reisten Radler an, die größten Gruppen, die nicht aus dem Landkreis Cham stammen, kämen aus Weiden und aus Regensburg. Aber einzelne Radler kämen auch aus anderen Bundesländern.

Heute wird beschildert

„Wir g‘freuen uns alle auf den Sonntag. Das ist auch eine Werbung für die Stadt!“, sagt Kistler. Zusammen mit rund 60 Unterstützern kümmert er sich darum, dass alles, was die Radler brauchen, da ist. Da ist einmal wie gesagt die Streckenbeschilderung. Elf Trupps a zwei Personen seien unterwegs. Jeder habe so 60 Kilometer zu betreuen. Um die Arbeit zu erleichtern, seien die Runden auch oft parallel gelegt. Insbesondere am Anfang fahren alle – bis auf die Familientour – von Waldmünchen bis Stadlern auf der gleichen Strecke. Erst dann teilen sich die einzelnen Strecken auf. „So vier Stunden sind wir unterwegs.“ Damit meint Kistler nicht die Radler, sondern die Teams, die die Strecken ausschildern. „Ich habe jahrelang die Tour D beschildert. Da weißt du blind deine Dinger“, sagt Kistler. Ein bisschen untertreibt er aber. Später als er einige der Schilder in der Garage zeigt, erzählt er, dass er heuer jedes einzelne der Schilder in der Hand hatte, weil die Touren neue Buchstaben-Bezeichnungen erhielten und er auf jedem Abbiegeschild die korrekten Buchstaben einsetzen musste.

Die neue Benennung liegt unter anderem an der neu eingeführten Marathonstrecke. So will man Gäste von weiterher und bekanntere Fahrer der Radsportszene anlocken. Die hätten sich nämlich vorher beklagt, dass in Waldmünchen nur so „kurze“ Strecken angeboten würden. Das hat sich mit diesem Jahr definitiv geändert. Die als Trenck-Radmarathon bezeichnete Tour ist 203 Kilometer lang und hat fast 3000 Höhenmeter. Eckpunkte sind unter anderem Vohenstrauß, Tännesberg und Neunburg, bevor es über Pitzling und Gleißenberg zurück nach Waldmünchen geht. Bisher hätten sich schon 20 Fahrer für die Tour angemeldet. Wahrscheinlich würde es mit den Tagesanmeldungen die doppelte Anzahl werden.

Die beliebtesten Runden mit den meisten Anmeldungen sind die 43-Kilometer-Strecke bei den Mountainbikern und die 64-Kilometer-Strecke bei den Rennradfahrern, liest Kistler aus den bisherigen Anmeldungen heraus. Um die Herausforderungen für Mountainbiker zu erwähnen, sei der Grüntannlweg von Herzogau bis Althütte erwähnt.

Am Sonntag sind die 60 Helfer im Einsatz , um die rund 400 Radler einzuteilen, auf den Weg zu bringen, unterwegs zu versorgen und dann wieder in Waldmünchen zu empfangen. Dazu gehört die Anmeldung genauso wie Bierbänke um die Grillstation am Stadtplatz. Besonders wichtig ist die Startnummernausgabe an jeden Radler. Insgesamt werden auf der Strecke acht Verpflegungsstationen aufgebaut. Dort gibt es Bananen und Brote mit verschiedensten Aufstrichen. 70 Kilo Bananen und 50 Kilo Brot sind es zum Beispiel.

Radler lieben Kuchen

Am beliebsten aber sind bei den Radlern die angeboten Kuchen, weiß Kistler. Der schnelle Kohlenhydrat-Nachschub sei leicht zu essen und belaste nicht. Und natürlich gibt es Getränke. Jede Station nehme Wasserkanister mit. Bei den kleinen genüge oft ein 20-Liter-Kanister , bei den größeren sei es deutlich mehr.

Etwa drei Monate nach der Tour am Sonntag wird sich Kistler mit seinem Team an die Vorbereitung der 16. Radrundfahrt machen und die Strecken planen, damit die Flyer gestaltet und gedruckt werden können, um im Frühjahr bei den ersten Touristikmessen aufzuliegen. Die Ideen für die Touren kann Kistler auf seinem Rennradsattel sammeln, das aber am Sonntag zu Hause bleibt. „Zum Fahren kommen wir am Sonntag nicht“, sagt Kistler über sich und sein Team der TV Ski-und Radsportabteilung.