Proben für das Afrika-Musical in der Schwarzachtalhalle Neunburg laufen gut

Von Ralf Gohlke · 4. Juli 2025 um 11:00

Noch knapp zwölf Wochen sind es bis zu einem besonderen Musikereignis in der Schwarzachtalhalle: Am Samstag, 20. September, um 16.30 Uhr, findet dort die Uraufführung des Afrika-Musicals „Winnie – vom Waisenkind zur Hoffnungsträgerin“ statt.

Für die Autorin und Komponistin Steffi Heelein ist es die Krönung ihres Masterstudiengangs Neue Geistliche Musik an der Regensburger Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM) und zugleich der Abschluss der elf Fächer umfassenden Masterprüfung. Die bestandene Prüfung berechtigt sie nun zur Führung des akademischen Grades Master of Music.

Am vergangenen Freitag fand im Neunburger Pfarrheimsaal eine von insgesamt neun Chorproben für das Musical statt, die auf drei Standorte, dazu gehören Regensburg und Nittendorf, verteilt sind. Sieben wurden bereits absolviert. Zu den Akteuren gehören neben den zwölf Hauptdarstellern rund 140 Chorsänger und eine elfköpfige Live-Band.

Besondere Herausforderung

In Neunburg nehmen daran Sängerinnen und Sänger aller Altersgruppen und aus diversen Chören teil. Eine der größten Herausforderungen bedeutet für sie, dass die Texte nicht nur in Deutsch und Englisch verfasst sind, sondern auch „Luganda“ enthalten. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Tonsprache der Bantu-Familie und wird hauptsächlich im Süden und im Zentrum von Uganda gesprochen. Sie verwendet Töne in verschiedenen Höhen, um die Bedeutung von Wörtern zu unterscheiden.

Der Refraintext eines Liedes, das sogar von der „echten Winnie“ stammt, liest sich zum Beispiel so: „Nze nnyinza ntya obuteebaza by' ompadde, mukama wange nsiima“ – übersetzt: „Wie kann ich dem Herrn nicht für all das danken, was er mir geschenkt hat?“

So lief die Vorbereitung

Zur Vorbereitung hatte Heelein den Sängern MP3-Dateien mit den jeweiligen Texten und Melodien zugesandt. Wie gut das funktioniert hat, stellte sich gleich bei den ersten Liedern heraus. Die Autorin kennt die Sprache aus ihrem eigenen Erleben in Uganda gut und konnte daher notwendige Korrekturen in der Aussprache geschickt und verständlich anbringen.

Ganz wichtig ist der besondere Rhythmus afrikanischer Musik, den sie immer wieder in den Vordergrund stellte. „Wir müssen am Ende klingen, wie aus einem Mund“, lautete einer ihrer Ansagen an die Sängerinnen und Sänger.

Dickes Lob vom Pfarrvikar

Gemessen an dem, was zu deren alltäglichen Chorrepertoire gehört, waren die Lieder offenbar für alle so mitreißend, dass schon jetzt immer wieder Gefühlsregungen deutlich erkennbar wurden. Selbst traditionelle Ansätze, wie das „Vater unser...“ als Dreifach-Kanon, begeisterte die Akteure. Wenn zum Chorgesang dann auch noch die eine oder andere Solostimme vom Lautsprecher eingespielt wurde, entstand ein kleiner Eindruck von der Größe, die dem Publikum mit diesem Werk geboten werden wird.

„Das ist Afrika,“ lautete an dieser Stelle gegenüber der MZ das größte Lob von jemandem, der es wissen muss. Neunburgs Pfarrvikar Emmanuel Ogbu, beheimatet in Nigeria, ist bekannt für sein eigenes musikalisches Talent. Mit selbst gesungenen und produzierten Liedern auf CD, finanziert er zahlreiche Hilfsprojekte in seiner Heimat.

Arbeitsreiche Wochen stehen noch bevor

Im Musical wird er nicht nur im Chor singen, sondern auch die Rolle eines Priesters, mit einem Solosong übernehmen, auf die er sich schon sehr freut.

Steffi Heelein versteht es, ihre eigene Begeisterung an die Mitwirkenden zu übertragen. - Foto: Ralf Gohlke

Für Steffi Heelein stehen indessen noch arbeitsreiche Wochen zur Vorbereitung an und die, neben den Prüfungen an der HfKM. Nach ihren Angaben läuft bereits die Produktion der Kostüme mit Kostümbildnerin Leni Wimmer. Es bedürfe aber noch der Fertigstellung der Noten für die Band, und auch die Proben mit den Hauptdarstellern stünden erst an. Abstimmungen mit der Regie seien ebenfalls noch erforderlich.

„Ich hatte am Beginn gemeint, ich könnte vieles alleine schaffen, heute bin ich unendlich dankbar all jenen, die mir dabei helfen“, sagte sie nach einem, für alle Beteiligten, erneut erfolgreichen Probenabend.