Zwei Menschen sterben in Büchelkühn: Bluttat sorgt für Entsetzen

In Büchelkühn werden zwei Menschen Opfer eines Gewaltverbrechens. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter läuft.
Nach der Bluttat in Büchelkühn befindet sich der Schwandorfer Ortsteil in Schockstarre. Noch am Montagnachmittag stehen die Anwohner der Kreuzfelderstraße mit ernster Miene zusammen, auch mit ihren Kindern. Sie reden über das Unfassbare, während nebenan Dutzende von Polizisten weiter ermitteln. „Hier kennt eigentlich jeder jeden. So etwas hat’s bei uns noch nicht gegeben“, sagt einer der Nachbarn. Inzwischen ist schon längst die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter angelaufen.
Die Kreuzfelderstraße, gleich am Ortseingang von Büchelkühn, erschließt eine gepflegte Wohngegend. Zwar ist die Fahrbahn nur geschottert und verleiht der kleinen Siedlung zusammen mit den Baulücken etwas Provisorisches. Doch die Häuser sind proper und neu, die Gärten gepflegt. Am Ende der Sackgasse grenzt ein letztes Grundstück direkt an ein kleines Kiefernwäldchen. Der Rasen ist gemäht, im Garten gruppieren sich Obstbäume und Ziersträucher. Früher war das Haus mit Einliegerwohnung ein Idyll im Grünen. Jetzt durchkämmen Beamte der Spurensicherung von der Kripo Amberg das Anwesen. Hier sind zwei Menschen gestorben.
Mann kam nicht in die Arbeit
In Gang setzte die Ermittlungen laut Polizeisprecher Florian Beck ein Anruf bei der Schwandorfer Polizei, dass ein 69-jähriger Mann aus dem Landkreis Schwandorf nicht zur Arbeit erschienen sei. Gegen 11 Uhr betraten Beamte der Polizeiinspektion Schwandorf das Haus mit Einliegerwohnung und entdeckten zwei Leichen. Tot war der 69-jährige Mann aus dem Landkreis Schwandorf; tot war die 57-jährige Hausbewohnerin, nach den Erzählungen der Nachbarn eine Büchelkühnerin. Bei dem Mann soll es sich um ihren neuen Lebensgefährten gehandelt haben.
Wie die beiden zu Tode kamen, wollte Polizeisprecher Beck aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. In der Nachbarschaft macht das Wort von einer Axt die Runde, aber dafür gibt es gestern keine offizielle Bestätigung. Auch über den Todeszeitpunkt macht die Polizei keine Angaben. Möglicherweise kann hier erst eine Obduktion Gewissheit bringen.
Tatverdächtiger auf der Flucht
Dafür präsentieren die Ermittler einen mutmaßlichen Täter. Nach dem dringend Verdächtigen wird laut Polizeisprecher Florian Beck am Montag „unter Einsatz einer Polizeihubschrauberstaffel und mit viel Manpower“ gesucht. Noch am Nachmittag durchsuchen Gruppen von Bereitschaftspolizisten in der Nachbarschaft die Wohnhäuser. Doch bis zum Abend bleiben alle Fahndungsmaßnahmen ohne Erfolg. „Der ist doch schon längst über alle Berge“, mutmaßt eine Nachbarin. Der Mann stammt aus dem Landkreis Schwandorf und ist schon früher mit dem Gesetz in Konflikt getreten. Für Hinweise auf den mutmaßlichen Täter hat die Polizei ein Hinweistelefon eingerichtet. Zugleich warnt sie davor, den Mann anzusprechen, auch wenn laut Sprecher Beck „über eine Bewaffnung nichts bekannt“ist.
Der neue Lebensgefährte
Über das mögliche Tatmotiv macht die Polizei zunächst ebenfalls keine Aussagen. „Dazu kann man noch nichts sagen. Aber die Personen haben sich offensichtlich gekannt“,sagt Polizeisprecher Beck. Naheliegend ist eine Beziehungstat aus Eifersucht. Denn die 57-jährige Hausbewohnerin war früher mit dem mutmaßlichen Täter liiert. Der 69-Jährige wiederum galt bei den Anwohnern als „ihr neuer Lebensgefährte“. Ansonsten war der Mann in der Nachbarschaft nur wenig bekannt.
Es ist später Nachmittag, als die Journalisten und Fernsehteams den
Tatort wieder verlassen. Zurück bleiben die drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Kriseninterventionsteam der Johanniter, die über ihren Einsatz wegen der Schweigepflicht keine Auskunft geben, zwei Dutzend Ermittler, die über dem Tatortsogar eine Drohne haben aufsteigen lassen, und die Büchelkühner mit ihren Fragen. „Es ist einfach erschreckend, dass so etwas in unserem Ort passiert“, sagt eine Anwohnerin.