Trainieren für den Norisring: Der Berchinger Thomi Rackl ist der jüngste Fahrer der GT4

Von Birgit Pinzer, Franz Guttenberger · 1. Juli 2025 um 15:30

Er ist jung, er ist talentiert und er steht vor seinem „Heimspiel-Highligt“ am Norisring: Thomas „Thomi“ Rackl zählt 17 Jahre, kommt aus Berching und sorgt in der Motorsport-Szene schon seit längerem für Aufsehen.

Als Mitglied des renommierten Motorsport Team Germany startet der Gymnasiast in der hart umkämpften ADAC GT4 Germany – und das mit einem echten Kraftpaket: einem bis zu 550 PS starken BMW M4 GT4 des Teams ME Motorsport.

Sprungbrett in die DTM

Die ADAC GT4 Germany dient vielen Talenten als Sprungbrett in die DTM, GT Masters oder internationale GT-Serien. Die Serie ist bewusst auf Nachwuchsförderung ausgerichtet und Teil des „Road to DTM“-Programms. Zentrales Merkmal: In der Regel teilen sich zwei Fahrer ein Auto. Nach zirka der Hälfte der Renndistanz gibt es einen vorgeschriebenen Boxenstopp mit Fahrerwechsel. Rackl teilt sich seinen Boliden mit dem 21-jährigen Linus Hahne, der ebenfalls den Traum vom Profi-Motorsport träumt.

Auftakt in Oschersleben

Sein erstes Rennen in dieser Saison bestritt Thomi Rackl vor knapp zwei Monaten beim Auftakt in Oschersleben. Dort überzeugte der Nachwuchsfahrer mit einem starken siebten Platz und war gleichzeitig bester BMW-Pilot im Feld – ein Achtungserfolg gegen viele erfahrene Konkurrenten.

Das Arbeitsgerät von Thomi Rackl und Linus Hahne: Die Nachwuchsfahrer beim Qualifying in Oschersleben - Foto: Imago/Eibner

Rennwochenende am legendären Norisring

Nun steht das große Saison-Highlight bevor: das Rennwochenende am legendären Norisring in Nürnberg am Samstag und Sonntag, das im Rahmenprogramm der DTM stattfindet. Rackl wird am Samstag ab 17.45 Uhr auf der Piste sein, am Sonntag ab 15.30 Uhr .

Im vergangenen Jahr zog das Event mehr als 140 000 Zuschauer an – eine riesige Bühne also für den jungen Berchinger. „Das Norisring-Wochenende ist für mich das absolute Highlight. Es ist mein Heimspiel, ich freue mich riesig darauf. Wir haben uns intensiv vorbereitet – ich bin sehr zuversichtlich“, sagte Rackl.

Härtetest für Mensch und Maschine

Der Stadtkurs in Nürnberg gilt als besondere Herausforderung: enge Kurven, hohe Geschwindigkeiten und kaum Auslaufzonen – ein Härtetest für Mensch und Maschine. Für dieses Event hat sich Rackl gezielt vorbereitet – unter anderem mit intensivem Kraft- und Ausdauertraining sowie regelmäßigem Radfahren. Im Schnitt läuft Rackl bis zu 20 Kilometer am Stück. Zusätzlich verbringt er aber auch viel Zeit zu Hause im Keller – im Rennsimulator, besonders in den Wintermonaten sind es täglich bis zu zwei Stunden.

- Foto: Franz Guttenberger

Zahlreiche Erfolge im Kartsport

Thomi Rackl startete im Kartsport, wo er bereits mehrfacher bayerischer Meister, deutscher internationer und deutscher Vizemeister war und 2023 auf Rang 33 der viertbeste Deutsche im Gesamtranking der neu eingeführten Weltrangliste war – das Ranking geht bis zu Platz 1142. In der Kategorie KZ2 belegte er Platz sieben. Als jüngster Fahrer der aktuellen GT4-Saison konnte Rackl sich vergangene Saison in der Junior-Wertung den neunten Platz und in der Gesamtwertung Rang 13 erkämpfen.

Unterstützung der Familie

Mit seinem Talent, Ehrgeiz und Unterstützung im Rücken – unter anderem durch die ADAC Stiftung Sport, der „Nationalmannschaft“ des Motorsports – will sich Rackl langfristig in der Motorsportwelt etablieren.

Für das kommende Jahr möchte sich der Berchinger noch nicht in die Karten schauen lassen. Sein Fokus und seine volle Konzentration gelten erst einmal dieser Rennsaison. Denn nach dem Norisring warten der Nürburgring, Sachsenring, der Red-Bull-Ring und der Hockenheimring auf den 17-Jährigen. Papa Thomas, früher selbst Seitenwagenfahrer beim MSC Berching, ist immer dabei – er gab die grundsätzliche Liebe zum Motorsport an den Filius weiter. „Die Mama hat schon ein bisschen Angst“, sagt Thomi Rackl. Aber natürlich wird auch sie am Norisring mit ihrem Sohn mitfiebern.

Wer übrigens einen näheren Blick auf Rackls Arbeitsgerät werfen möchte, hat dazu noch genau heute Gelegenheit: Sein BMW M4 GT4 ist in der BMW Niederlassung Nürnberg ausgestellt. ugu/pz