Mindestens zwei Badetote am Wochenende in Bayern – Erschreckender Auftakt in die Saison

Von Passauer Neue Presse · 29. Juni 2025 um 15:23

Mindestens zwei Menschen sind am Wochenende in Bayern ertrunken. Ein 25-Jähriger ging im Bodensee vor den Augen seiner Freunde unter, im Sylvensteinstausee ertrank ein 79-Jähriger, der mit seiner Frau beim Schwimmen war. Die Wasserwacht Bayern mahnte bei einer Übung am Chiemsee zu Vorsicht und beklagte, der Auftakt in die Badesaison mit vielen Toten sei erschreckend.

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Der 25-Jährige im Bodensee war am Samstag in der Reutiner Bucht im tiefen Wasser untergegangen. Die Polizei geht davon aus, dass er ertrunken ist. Suchmaßnahmen blieben bisher erfolglos. Den Beamten zufolge hatte er zusammen mit Freunden zwei Motorboote gemietet. Die Gruppe fuhr damit in die Reutiner Bucht und ging relativ weit draußen auf dem See baden. Auch der 25-Jährige, der ein unerfahrener Schwimmer gewesen sein soll, sei ins Wasser gesprungen. „Als er immer weiter vom Boot weggetrieben wurde, ging er plötzlich vor den Augen seiner Freunde unter“, hieß es von der Polizei.

Zehn Boote und Rettungshubschrauber im Einsatz

Die Begleiter wählten den Notruf, doch trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnehmen, an denen sich zehn Boote und ein Hubschrauber der Schweizer Rettungsflugwacht beteiligten, wurde der Mann nicht gefunden. Die Suchmaßnahmen sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden.

Das Wasser ist laut Polizei an der Unfallstelle 20 bis 30 Meter tief. Ein Schwimmen von dort zum Ufer ist auch für erfahrenere Schwimmer kaum zu bewältigen.

Der 79-Jährige am Sylvensteinstausee in Oberbayern (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) war zusammen mit seiner Frau schwimmen gegangen, als er laut Polizei plötzlich und unerwartet unterging. Andere Badegäste riefen die Rettung, der Mann konnte aber nur noch tot aus dem See geborgen werden. Die Frau wurde von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Viele Tote in wenigen Wochen

Die Bayerische Wasserwacht zog bei einer Übung am Chiemsee Bilanz der ersten Wochen der Badesaison. Die Zahl von mindestens 16 Toten sei erschreckend, hieß es. Die beiden jüngsten Fälle von diesem Wochenende seien dabei noch nicht eingerechnet.

„Was unsere Ehrenamtlichen diesen Sommer leisten, ist beeindruckend – aber auch alarmierend“, sagte die Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes, Angelika Schorer. Was sie im Einsatz erlebten, belaste die Retter oft. Doch viele Einsätze seien vermeidbar: „Wer baden geht, sollte nicht nur ans Vergnügen denken, sondern auch an die Folgen von Leichtsinn. Jeder kann helfen, indem er Risiken meidet – denn der beste Einsatz ist der, der nicht stattfindet.“

Auch der Landesvorsitzende der Wasserwacht, Thomas Huber, betonte: „Die Wasserwacht ist keine Vollkasko-Versicherung, vieles hat man selbst in der Hand. Daher am besten parallel zum Ufer schwimmen, nie allein schwimmen gehen und eine Boje mit sich führen, an der man sich im Notfall festhalten kann. Kinder sollten nie aus den Augen gelassen werden, auch nicht nach dem Schwimmkurs.“