Ein Urgestein kehrt zum Drachenstich Furth im Wald zurück auf die Bühne

Von Alexander Frimberger · 27. Juni 2025 um 17:08

Zur Drachenstichfamilie zu gehören, ist wohl für jeden Further eine Ehre. Auch heuer haben es wieder einige neue Spieler in das Stück geschafft, andere waren in anderer Besetzung schon dabei.

Treffpunkt war die ehemalige Tennishalle, in der die Akteure proben, bevor es auf den Stadtplatz geht. Der prominenteste Namen ist sicher der von Hans Dendorfer. Der 72-Jährige schlüpft in die Rolle des Koloman. Aber nur für ein Jahr, wie er betont, weil Franz Fuchsbüchler eine Pause braucht. Seit 54 Jahren ist Dendorfer mit dem Drachenstich verbandelt. Ab 1976 zunächst als Mitglied des Sängervereins, dann als Statist beim Volk. Die erste Sprechrolle war von 1988 bis 1990 die des Koloman. Ab 1991 war er als alter Mann, Einsiedler und ab 2006 bis 2013 als Stadtschreiber zu sehen.

Zurück in der Paraderolle

Ab 2014 war Dendorfer Festzugsprecher. Jetzt kehrt er nicht nur zur Freude von Marion Buschek, Mitglied im Organisationsteam, in eine seiner Paraderollen zurück. „So stellt man sich den Koloman vor“, findet sie. Ganz anders Markus Roßmann. Der 54-Jährige ist als Schauspieler beinahe gänzlich unbeleckt. „In der Realschule habe ich mal gespielt.“ Trotzdem traut er sich die Rolle des jüdischen Gläubigers Michael zu. Die Schwierigkeit der Rolle besteht auch darin, den jiddischen Singsang zu sprechen. Das hat er bereits drauf. Die Proben laufen für den Ränkamer gut. Man sieht ihm die Vorfreude an. Eine weitere Hauptrolle übernimmt in diesem Jahr Quirin Schönberger (14). Er wird den echten Hans Neußl spielen. Im vergangenen Jahr gab er den Florian, der unbedingt in die Schlacht ziehen möchte. Neue Namen auch bei der Vorspielgruppe der Gruppe grün. Die achtjährige Leonie Bohmann spielt die kleine Prinzessin. Ihr Papa Alois verkörpert den Jan. Nachtreterin wurde Anna Beer (10), der kleine Ritter heißt Jakob Fischer (10). Papa Klaus verkörpert ebenfalls den Jan.

Sprechrollen haben: Quirin Schönberger (v. li.), Hans Dendorfer und Markus Roßmann. - Foto: Alexander Frimberger

„Ein schöner Arsch...“

Das Hinterteil des Drachens wurde Veit Schönberger (9). Auch diesmal wird es wieder viele Lacher geben, wenn die Prinzessin zu ihm sagt: „Du bist so ein schöner Arsch.“ Auch bei den Prophezeiungskindern, die das schreckliche Ende mit dem Überfall des Drachen ankündigen, hat es Änderungen gegeben: Anna Fellner (10) und Freyja Meindl (9) übernehmen diese Rolle. Freyja war schon im Volk und als Wurstkind unterwegs, ihre Mama Heidrun ist Zeuglerin. Weil Quirin Schönberger heuer den Neußl spielt, muss ein anderer die Rolle des einarmigen Florian übernehmen. Das macht Timo Bohmann, der auch mal das Hinterteil des Drachens war.