NAC-Sanierung: Sargnagel für die Altstadt?

Burglengenfeld. Knapp zwei Jahre, nachdem die Sanierungspläne für den älteren Teil des Naabtalcenters (NAC) erstmals öffentlich präsentiert und diskutiert worden sind, hat der Bauausschuss des Stadtrats nun die erforderliche Änderung des Bebauungsplans beschlossen. Das Konzept des Projektentwicklers stieß am Mittwoch aber erneut nicht nur auf Wohlwollen. Vor allem seitens der BWG gab es Kritik. Unterm Strich blieb es bei einer Gegenstimme.
Wie die Burglengenfelder wissen, hat das NAC schon deutlich bessere Zeiten erlebt. Die Folgen jahrelanger Vernachlässigung sind unübersehbar. Die neuen Eigentümer aber, eine Fondsgesellschaft mit Hauptsitz in London sowie die Modulus Real Estate in Hamburg, zeigen sich entschlossen, das Einkaufszentrum wieder aufzuwerten. In den kommenden Jahren soll ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden.
Blick auf Konzept-Details
Mit ihren Plänen knüpft Modulus an ein Konzept des Vorgängers an, das kurz vor dem Verkauf im März 2022 in nicht-öffentlicher Sitzung als Vorzugsvariante bezeichnet worden war. Wesentlicher Punkt ist der Abbruch des Gebäudes, in dem bis vor wenigen Jahren ein Baumarkt untergebracht war. Es soll durch einen modernen Neubau ersetzt werden.
Auch mehrere andere Gebäude will Modulus sanieren und umbauen. Die Außenanlagen sollen ebenfalls neu gestaltet werden. Die Parkplatzfläche mit 327 Stellplätzen muss auf Drängen der Fachbehörden komplett wasserdicht ausgeführt werden. Schnellladesäulen für E-Autos, Photovoltaikanlagen auf den Dächern sowie Dachbegrünungen sind weitere Merkmale.
Weil die Verträge mit den künftigen Mietern zumindest teilweise noch nicht unterzeichnet sind, hatte der geschäftsführende Gesellschafter von Modulus, Carl-Christopher Pieper, darum gebeten, den Ausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung informieren zu dürfen. Insofern können an dieser Stelle nur bedingt konkrete Namen genannt werden.
In der Sitzungsvorlage heißt es, nach dem aktuellen Stand solle in den Neubau ein Lebensmittelvollsortimenter mit integriertem Getränkemarkt einziehen, ebenso ein Drogeriefachmarkt und ein Allrounddiscounter. Nach MZ-Informationen handelt es sich bei dem Vollsortimenter um Edeka. Der Unternehmensverbund ist mit Familie Grasser bereits im NAC ansässig. Grasser soll umziehen und sich vergrößern.
Die Frage der Redaktion, was aus dem frei werdenden Objekt direkt an der Regensburger Straße werden wird, blieb unbeantwortet. In den Vorlagen ist aber von einem Fachmarkt für Möbel und Einrichtungsgegenstände sowie einem Baumarkt- und Farbendiscounter die Rede.
Im öffentlichen Teil sprach Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) von einem „vielversprechenden Bebauungsplan, der das NAC und Burglengenfeld bereichern werde. Sebastian Blösl, Sprecher der Fraktionsgemeinschaft von SPD, Grünen und Die Linke, sagte, er hoffe auf eine schnelle Umsetzung des Konzepts. Das NAC sei sehr in die Jahre gekommen, was es umso schwieriger mache, neue Impulse zu setzen.
BWG-Sprecher Gregor Glötzl meinte, für sich betrachtet sei das Konzept gelungen. „Es wird funktionieren.“ Trotzdem wolle seine Wählergemeinschaft es nicht unterstützen. Für die Burglengenfelder Innenstadt berge es nämlich eine große Gefahr, ja es drohe zum Sargnagel zu werden, weil zu viele altstadtrelevante Sortimente zugelassen würden. Auch aus rein städtebaulicher Sicht sei das Konzept kritisch zu beurteilen, sagte Glötzl. Statt Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, würde diese zementiert.
Generalplan für Altstadt
Hans-Edmund Glatzl (BFB) konterte, die Chance, korrigierend einzugreifen, sei schon lange vertan. In der gegenwärtigen Lage sei die Befürwortung des vorgelegten Plans „das Beste, was wir tun können“. Ähnlich sah es der stellvertretende Sprecher der CSU, Thomas Hofmann: „Es wurde sehr lange geredet. Jetzt müssen wir in die Puschen kommen.“ Man könne die Uhr nicht zurückdrehen, legte Sebastian Bösl nach. Er bezweifle auch, ob es gelingen würde, die Sortimente, die nun für das NAC ins Spiel gebracht worden seien, in der Altstadt anzusiedeln. Diese sei trotz aller Unkenrufe noch immer eine pulsierende Herzkammer. Man müsse aber auch etwas dafür tun, dass die zweite Herzkammer Burglengenfelds, das NAC, gut schlage.
Bürgermeister Gesche beteuerte, nicht nur an die Zukunft des NAC zu denken, sondern eben auch an die Innenstadt. Für sie werde er daher nach der Sommerpause einen Generalplan vorlegen.