Kötztinger Festspielgemeinschaft gibt Theaterkostprobe auf der Landesgartenschau

Von Mittelbayerische Zeitung · 25. Juni 2025 um 19:00

Die Sonne strahlt, das Blütenmeer leuchtet, die Besucher plaudern munter, als sie vor kurzem über das Gelände der Landesgartenschau in Furth im Wald schlendern. Doch auf einmal werden sie still, halten inne, schauen, denn: Die Festspielgemeinschaft Kötzting betritt die Bühne im Regionalpavillon des Landkreises Cham und sorgt laut Pressemeldung der Festspielgemeinschaft mit einem Auszug aus ihrem Stück „Die Weber“ für Gänsehaut.

Mühsam schleppen sich die Weber über die Bühne, die harte Arbeit, die sie Tag und Nacht für die Fabrikanten verrichten, zehrt an ihnen. Eine Mutter, die trotz aller Anstrengung ihre Kinder nicht ernähren kann, ein Weber, der nur mehr einen Arm hat und weiterhin am Webstuhl sitzt – diese Realität der schlesischen Weber von 1844 aus Gerhart Hauptmanns Stück „Die Weber“ erwecken die Kötztinger Festspieler zu neuem Leben. Ein zweites und letztes Mal spielen sie heuer das Sozialdrama in bairischer Fassung von Sascha Edenhofer und Barbara Schöneberger auf der Freilichtbühne am Ludwigsberg.

Für die Maske der Darsteller zuständig waren wie gewohnt: Wolfgang Wühr, Tina Breu (Mitte) und Corinna Eichinger. - Foto: Martina Schlecht
Zahlreiche Besucher der Landesgartenschau beobachteten gespannt die Aufführung der Bad Kötztinger Festspieler. - Foto: Martina Schlecht
Die Händlerin Hornigin (vorne) schildert der Weberfamilie Hilse den beginnenden Aufstand der Weber im Nachbardorf. - Foto: Carmen Straubinger

Premiere hat das Stück zwar erst im Juli, aber eine kleine Kostprobe gab es schon vergangenen Sonntag auf der Landesgartenschau. Eine Stunde lang unterhielten die Festspieler ihre Zuschauer im Regionalpavillon und präsentierten sich und „Die Weber“.

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Die Moderation übernahm Festspielerin Karin Wellisch, die das Publikum in die Welt von Hauptmanns Webern einführte. Armut, Hunger, Krankheit, aber auch die Hoffnung auf ein besseres Leben und unendlich viel Kampfgeist prägen das Leben dieser sozialen Randgruppe. Schließlich eskaliert die Situation: Die Weber rebellieren gegen die Fabrikanten. Eine Szene zu diesem finalen Aufbäumen der Unterdrückten präsentierte eine Gruppe aktiver Spieler im Regionalpavillon des Landkreises Cham. Dabei konnten auch die jüngsten Darsteller in einem Intermezzo zwischen den Szenen ihr Können zeigen.

Nach einem gelungenen Nachmittag, bei dem die Festspieler erneut die Kraft und anhaltende Relevanz des klassischen Theaters zeigen konnten, ging es für sie im Eiltempo zurück nach Bad Kötzting, denn: Dort wird aktuell alles für den Probenstart und die neue Theatersaison auf dem Ludwigsberg vorbereitet.

Die diesjährigen Aufführungen finden statt am 26. Juli (Premiere), 29. Juli, 1.,2.,5.,8. und 9. August. Tickets sind erhältlich unter: www.waldfestspiele.de oder bei der Touristinfo Bad Kötzting.