Haus in Nittendorf vor Flammen gerettet – auch, weil Team einer Entsorgungsfirma schnell reagierte

Von Paul Neuhoff, Thomas Kreissl · 24. Juni 2025 um 16:52

Weil die Arbeiter einer Entsorgungsfirma schnell reagierten und 75 Feuerwehrleute konzentriert und mit äußerstem Einsatz gegen die Flammen kämpften, konnte am Dienstag ein frisch saniertes Wohnhaus in Nittendorf im Landkreis Regensburg vor der Zerstörung gerettet werden. Ein Nebengebäude und eine Scheune auf dem Anwesen wurden weitgehend ein Raub der Flammen.

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Das Feuer war gegen 11 Uhr in einem Schuppen auf dem Grundstück ausgebrochen. Bernhard Neuhoff, Eigentümer des Anwesens, war zu diesem Zeitpunkt selbst vor Ort und hatte im Unglück noch großes Glück. Denn ein Arbeitstrupp der Entsorgungsfirma Pöppel aus Kelheim war direkt bei dem Anwesen im Einsatz, um den Straßenkanal zu spülen. Die Arbeiter bemerkten die Rauchentwicklung und begannen sofort mit dem Hochdruckschlauch einen Anbau an das Wohnhaus zu löschen, der infolge der Hitzeentwicklung schon Feuer gefangen hatte. Bernhard Neuhoff ist sich sicher: „Ohne diesen umsichtigen Einsatz der Arbeiter bis zum Eintreffen der Feuerwehren wäre wohl das gesamte Anwesen abgebrannt.“

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich darauf, das Wohnhaus vor den Flammen zu schützen. - Foto: Paul Neuhoff

Am Ort des Geschehens kämpften schließlich insgesamt 75 Einsatzkräfte aus Nittendorf, Undorf, Etterzhausen, Schönhofen Pollenried und Eilsbrunn gegen die Flammen. Zudem waren auch die Drehleitern der Feuerwehr Hemau und der Berufsfeuerwehr im Einsatz, ebenso wie die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung der Landkreis-Feuerwehr, 15 Polizeikräfte und acht Helfer vom Rettungsdeinst. Aufgrund der hohen Zahl an Feuerwehrleuten und Einsatzfahrzeugen musste die Regensburger Straße während der Löscharbeiten komplett für den Verkehr gesperrt werden.

Atemschutzträger waren gefordert

Die Einsatzkräfte konzentrierten sich unter der Leitung von Kreisbrandmeister Michael Seebauer mit allen Kräften darauf, dass der Brand nicht auf das Wohnhaus übergreift. Das Wohngebäude wurde zwar beschädigt, Dank des Einsatzes der Feuerwehrleute geriet es jedoch nicht in Brand. Durch die starke Rauchentwicklung waren auch Atemschutzträger der Feuerwehren bei den Löscharbeiten immer wieder gefragt.

Aufgrund der zahlreichen Einsatzkräfte vor Ort musste die Regensburger Straße für den Verkehr gesperrt erden. - Foto: Paul Neuhoff

Infolge der Rauchentwicklung löste die Leitstelle in Regensburg über das Modulare Warnsystem des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zudem eine Warnmeldung aus. Die Menschen in Nittendorf und der benachbarten Gemeinde Pettendorf wurden darin auf eine mögliche Gefährdung durch Brandgase hingewiesen und aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Um kurz nach 13 Uhr wurde diese Warnung wieder aufgehoben.

Historische Geräte wurden ein Raub der Flammen

Wie Polizeihauptkommissarin Andrea Meier von der Polizeiinspektion Nittendorf bestätigte, ist der Grund für den Ausbruch des Feuers bislang unklar. Ein Brandermittler der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg wird zur Klärung der Ursache hinzugezogen. In einer ersten groben Schätzung bezifferte Einsatzleiter Michael Seebauer den Schaden auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Im abgebrannten Schuppen waren einige historische landwirtschaftliche Geräte gelagert, die für ein kleines Museum vorgesehen waren, das Bernhard Neuhoff einrichten wollte. Inwieweit die Scheune beschädigt ist und ob sie abgerissen werden muss, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Neuhoff und seine Ehefrau hoffen, dass das Wohnhaus nicht zu stark beschädigt wurde, haben doch beide das ehemalige Bauernhaus in jahrelanger Eigenleistung mühevoll saniert und wollten darin in Kürze ein Tagescafé eröffnen.

Mit Löschschaum wurden der Brandschutt und Glutnester bedeckt, um ein Wiederaufflammen des Feuers zu verhindern. - Foto: Paul Neuhoff

Der gesamte Brandschutt mit einer Reihe von Glutnestern wurde mit Löschschaum abgedeckt, um ein Wiederaufflackern der Flammen zu verhindern. Derweil räumte ein Feuerwehrmann, an der Drehleiter der Berufsfeuerwehr hängend, das Dach der Scheune ab. Die Dachziegel waren zuvor mit Wasserkraft gelockert worden, um die brennende Dachisolierung löschen zu können. Eine Firma aus Pollenried räumte zudem mit einem Bagger den Brandschutt auseinander.