Grundschule Bodenwöhr lädt am Freitag zum inklusiven Sport- und Spieletag

Ein gemeinsamer Tag für Kinder mit und ohne Behinderung bei Sport und mit viel Spaß – das ist das Ziel des ersten „Inklusiven Sport- und Spieletags“ an der Grundschule Bodenwöhr. Stattfinden soll dieser am Freitag, 27. Juni. Gerade Sportaktivitäten und Spiele würden sich bestens eignen, um miteinander unbefangen in Kontakt zu treten, so die Erfahrung der Organisatoren. So würden frühzeitig Berührungsängste und Barrieren abgebaut. Beim Sport entdecke man Gemeinsamkeiten und werde sich der jeweiligen Stärken und Schwächen bewusst.
Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung würden in unserer heutigen Gesellschaft häufig fehlen, erklärt Rektorin Lisa Rudhart. Sie hatte auch die Idee zu einem gemeinsamen Projekt und dieses falle nun wesentlich größer aus als anfangs gedacht, gesteht sie.
Viele gute Vorschläge
Denn Schüler und Lehrer brachten jede Menge guter Vorschläge ein. Zahlreiche Gruppen und Vereine waren sofort von dem Projekt begeistert und stimmten zu, sich zu beteiligen. Ursprünglich sollte auf Anregung von Gemeindemitarbeiter Gisbert Gotz lediglich ein Treffen der Grundschule Bodenwöhr mit den Schwandorf Tigers, der inklusiven Basketballgruppe des TSV 1880 Schwandorf, stattfinden, wie Rudhart berichtet.
Das inzwischen umfangreiche Programm klingt verheißungsvoll und tatsächlich nach viel Spaß. Ob Basketball, Blindenfußball, Rollstuhlparcours, Blasrohr- oder Lichtpistolenschießen, Team-Sommerski, Riesen-Mikado, Schwungtuch und vieles mehr – bei den vielen Stationen ist für jedes Interesse und jede Fähigkeit etwas dabei.
Neue Sportarten ausprobieren
Auch neue und weniger bekannte Sportarten wie Goalball dürfen ausprobiert werden. Kinder ohne Behinderung können sich dabei in die Lage der Kinder mit Behinderung versetzen, etwa beim Weißstock-Gehen-Parcours. Hier sind Hindernisse zu umgehen, ohne etwas zu sehen.
„Dadurch wächst das Verständnis für die Herausforderungen, denen Menschen mit Behinderung täglich gegenüberstehen“, sagt Rudhart, die mit ihrem Lehrerteam seit langem in Vorbereitungen steckt. „Durch dieses Projekt möchten wir nicht nur die Teilnehmer für Inklusion sensibilisieren, sondern auch aktiv an einem offenen und wertschätzenden Miteinander arbeiten.“
Projekt dauerhaft etablieren
Dieses ambitionierte Vorhaben eines überregionalen Inklusionstags soll weitere Wellen schlagen, wie die Rektorin hofft: „Wir streben an, dieses Projekt nicht nur einmalig, sondern dauerhaft an verschiedenen Schulen zu etablieren“, erklärt Rudhart. Man wolle ein Netzwerk schaffen, das sowohl Grundschulen als auch Schulen für Menschen mit Behinderung umfasse, um den Austausch zu fördern und weitere Projekte in diesem Bereich anzustoßen. Schulen aus Regensburg und Bruck nehmen bei diesem ersten Aktionstag bereits teil, ebenso wie eine Abordnung der Naabtal-Werkstätten.
Vorurteile abbauen
Um auf ihre Idee aufmerksam zu machen und auch Förderungen zu erhalten, hat sich die Grundschule Bodenwöhr für den diesjährigen Inklusionspreis des Bezirks Oberpfalz beworben. Ziel des Inklusionstags sei es, so schrieb die Grundschule in ihrer Bewerbung, ein Bewusstsein für die Vielseitigkeit menschlicher Fähigkeiten zu schaffen und Vorurteile abzubauen.
Die Spielstationen würden alle Teilnehmenden ermutigen, ihre individuellen Stärken einzubringen. Man wolle ein Fest des Miteinanders feiern, bei dem Kinder im Grundschulalter die wertvolle Erfahrung der Inklusion hautnah erleben könnten.
Die Schwandorf Tigers sind natürlich ebenfalls mit einer Station vertreten. Sogar Rollstuhlbasketballspielerin und Paralympics-Goldmedaillengewinnerin Mareike Miller wird als besonderer Gast vor Ort sein.
Sponsoren unterstützen
Auch Vereine aus der Umgebung wirken mit, so werden zum Beispiel Mitglieder des TSV Nittenau eine Station für Schach anbieten. Als Erinnerung und Laufzettel bekommt jeder Teilnehmer ein T-Shirt, je nach Gruppe in verschiedenen Farben. Diese wurden von Sponsoren gestiftet.
Zwar ist dieser Tag eine schulinterne Veranstaltung, Eltern dürfen aber dabei sein, wie Rudhart erklärt. Viele haben sich angemeldet, ebenso einige Politiker. Schirmherr ist MdL Alexander Flierl (CSU).