Trommeln für die Pflege

Von Mittelbayerische Zeitung · 22. Juni 2025 um 21:30

Kelheim. Caritasdirektor Michael Weißmann und Carla Schäfer, Referentin der Direktion, stellten am Caritas-Krankenhaus St. Lukas in Kelheim die neuen Fortbildungen „Berufspolitik verstehen“ sowie die Kampagne #TrommelnFürDiePflege vor.

„Die Pflege braucht mehr politische Mitsprache“, betonte Weißmann bei der Leiterkonferenz des Pflegebereichs. Mit den kostenfreien Caritas-Fortbildungen soll Pflegenden vermittelt werden, wie sie sich berufspolitisch einbringen können. Gemeinsam mit Carla Schäfer präsentierte er die begleitende Kampagne, die den Stimmen der Pflege Gehör verschaffen möchte.

Hintergrund ist das Engagement des Diözesan-Caritasverbandes Regensburg für ein starkes Selbstverwaltungsorgan der Profession Pflege auf Landesebene.

Die Fortbildungen geben Einblick in Mitwirkungsmöglichkeiten auf politischer Ebene. „Pflegende müssen sich organisieren“, so Weißmann. „Nur so lassen sich die Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern.“

Die begleitende Kampagne #TrommelnFürDiePflege verfolgt das Ziel, Pflege laut und sichtbar zu machen. „Pflege muss laut sein, damit ihre Anliegen gehört werden“, erklärte der Caritasdirektor. Über die Website www.trommeln-fuer-die-pflege.de erhalten Pflegende aus der Region und darüber hinaus eine Plattform. Dort teilen Pflegeprofis, wofür sie „trommeln“ und was ihrer Meinung nach die Pflege für ein gutes Morgen braucht. Einige Statements werden auch als kurze Reels über die sozialen Medien verbreitet. Weißmann, selbst gelernter Krankenpfleger, ermutigte: „Wir sind viele in der Pflege – trommeln wir gemeinsam!“

Der Bildungsvorstoß und die Kampagne sind eine Antwort auf die wachsenden Herausforderungen im Pflegebereich. Der demografische Wandel wird die Branche künftig doppelt belasten: Weniger Pflegekräfte müssen mehr Pflegebedürftige versorgen.

„Die Politik muss gute Lösungen für die Versorgungssicherheit finden“, so Weißmann. Dafür brauche es die Expertise der Pflegeprofis – möglichst nah an den politischen Entscheidungsträgern.