Anleger aus Deggendorf, Passau und Landshut verlieren rund 200.000 Euro bei Krypto-Betrug

Von Passauer Neue Presse · 16. Juni 2025 um 17:02

Mehrere Niederbayern sind in diesem Jahr auf unseriöse Online-Handelsplattformen hereingefallen und haben dabei hohe Summen verloren. Die Fälle aus den Landkreisen Landshut und Deggendorf sowie dem Raum Passau zeigen ein immer gleiches Muster: hohe Gewinnversprechen, gefälschte Webseiten und erfundene Berater. Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche.

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Wie die Polizei mitteilt, sind in den vergangenen Monareb mehrere Anleger aus Niederbayern Opfer eines dreisten Anlagebetrugs geworden. Die Betrüger nutzten professionell gestaltete Internetseiten, versprachen hohe Gewinne und traten telefonisch oder per Messenger unter dem Vorwand einer seriösen Beratung auf.

Ein Mann aus dem Landkreis Deggendorf wurde im April über eine Social-Media-Plattform auf eine vermeintlich sichere Krypto-Investition aufmerksam. Wenig später nahm ein angeblicher Berater Kontakt zu ihm auf. Zwischen April und Mitte Mai überwies der Mann insgesamt über 40.000 Euro auf ein Online-Handelskonto. Seitdem fehlt vom Berater jede Spur – und vom Geld ebenso.

Betrugsmasche trifft auch Passau und Landshut

Auch zwei Männer aus dem Raum Passau wurden Opfer ähnlicher Taten. Einer von ihnen investierte zunächst einen kleinen Betrag, wurde dann aber von einem vermeintlichen Berater überzeugt, weitere Überweisungen zu tätigen. Insgesamt verlor er so etwa 75.000 Euro. Im zweiten Fall lockte ein angeblicher Gewinn von über 50.000 Euro – doch bevor dieser ausgezahlt werden sollte, forderte der angebliche Berater eine Steuer- und Provisionszahlung in Höhe von rund 24.000 Euro. Das Geld floss auf ausländische Konten, der Zugang zu den ursprünglichen Einlagen besteht nicht mehr.

Ein weiterer Fall ereignete sich im Landkreis Landshut. Auch hier überwies ein Mann auf der Suche nach Kapitalanlagen rund 50.000 Euro an ein angebliches Unternehmen mit Sitz in der Schweiz.

So funktioniert der Krypto-Betrug im Netz

Das Vorgehen der Täter ist laut Polizei ähnlich: Nach Eingabe persönlicher Daten auf vermeintlich seriösen Plattformen melden sich angebliche Finanzberater, die mit professionellen Gesprächen Vertrauen aufbauen. Verstärkt wird dieser Eindruck häufig mit Prominenten, die die Anlagen angeblich bewerben und in der Vergangenheit bereits gewinnbringend investiert hätten. Die Opfer werden schrittweise dazu gebracht, immer größere Summen zu investieren. Die versprochenen Anlagen existieren nicht, die Internetseiten sind gefälscht.

Besonders oft werden Kryptowährungen, binäre Optionen oder Aktien beworben – doch in Wirklichkeit wandert das Geld direkt auf ausländische Konten. Rückzahlungen sind fast nie möglich, da die Firmen hinter den Plattformen häufig nur aus Briefkastenadressen bestehen und regelmäßig ihre Namen wechseln.

Die Polizei rät zur Vorsicht: Ungewöhnlich hohe Gewinne bei niedrigem Einsatz sollten immer misstrauisch machen. Anleger sollten sich über Plattformen gründlich informieren, etwa über die Datenbank der BaFin. Und: Niemals sensible Daten weitergeben oder sich unter Druck setzen lassen. Wer bereits Opfer geworden ist, sollte umgehend Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten.