Neumarkter Selbsthilfegruppe trotzt dem Lipödem mit Lebensfreude

Neumarkts jüngste Selbsthilfegruppe wurde von Betroffenen mit Lip-/Lymphödem gegründet. Hintergrund war, dass offenbar mehr Menschen darunter leiden, als bisher angenommen. Der Name der Gruppe „Lip-Lymph-Lebensfreude“ ist Programm. Unterstützt durch renommierte Experten bieten sie ihre Hilfe an.
Wie viele Menschen diese Krankheit haben, hat auch Claudia Zölfl-Setschödi überrascht. Sie ist am Neumarkter Gesundheitsamt für Selbsthilfegruppen zuständig. Gezeigt hat sich diese große Interesse anlässlich eines Vortrags zum Thema im November, den sich 80 Personen anhörten.
Darauf hin beschlossen einige Frauen, eine Selbsthilfegruppe mit dem Namen „Lip-Lymph-Lebensfreude“ zu gründen. Sprecherin der Gruppe ist Nadja Schiller. Sie hat sich bereits viel Wissen zum Thema angeeignet und sich gemeinsam mit anderen Betroffenen zur Aufgabe gemacht, dieses weiterzugeben.
Vortrag in Neumarkt mit renommiertem Lymphologen
Am 26. Juni findet nun die erste öffentliche Veranstaltung statt. Dr. Franz-Josef Schingale wird über aktuelle Erkenntnisse und Behandlungsmöglichkeiten berichten. Schingale ist Chef der Lympho Opt Klinik in Pommelsbrunn und gilt als international renommierter Spezialist in der Lymphologie. Der Vortrag findet im Pöllinger Bürgerhaus statt, anmelden kann man sich per E-Mail an lily.lebensfreude@gmail.com.
Der Selbsthilfegruppe gehören derzeit sieben Personen an. Im Gespräch beschrieben sie die Auswirkungen der Krankheit, aber auch, was man tun kann, um die Folgen erträglicher zu machen. Lip-/Lymphödem sei erst in jüngerer Zeit publik geworden, weil die Leitlinien geändert wurden. Denn Lipödem und Adipositas würden oft verwechselt. Ein typisches Merkmal des Lipödems sei ein Missverhältnis zwischen Ober- und Unterkörper. An der Entstehung sei meistens eine hormonelle Umstellung ursächlich. Das Lymphödem entstehe oft in Folge eines Lipödems – und umgekehrt, oder auch durch Operationen, bei denen die Lymphbahnen verletzt werden.
Ein Ziel der Neumarkter Gruppe: Betroffene ermutigen
„Wir wollen Betroffene ermutigen, Unterstützung anbieten und uns austauschen“, sagt Nadja Schiller. Dafür sei die persönliche Begegnung wichtig. Geplant sei aber auch, sich zum gemeinsamen Sport zu treffen, denn der sei bei dieser Krankheit sehr wichtig. Ein weiterer Baustein der Behandlung sei die Ernährung, auch mit dem Ziel Gewicht zu reduzieren. Auch ihre Erfahrungen hierbei geben die Mitglieder gerne weiter.
Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden vierten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im Bürgerhaus Pölling. Betroffene sind willkommen. Sie können unter Telefon (0163) 7074629 oder per E-Mail an lily.lebensfreude.shg@gmail.com Kontakt aufnehmen.