Die Asphaltdecke der B 85 zwischen Cham-Süd und Cham-West wird bis zum 15. Juli saniert

Die Asphaltdecke der Nordfahrbahn der B 85 muss zwischen den Anschlussstellen Cham-West und Cham-Süd saniert werden. Die Vorarbeiten dazu beginnen bereits am Freitag. Anschließend wird der Verkehr auf die andere Straßenseite der vierspurigen Bundesstraße geleitet und im Gegenverkehr geführt. Das soll bis 15. Juli dauern.
Die Fahrbahn zwischen Cham-Süd und Cham-West wurde 2007 gebaut, ihre Gegenfahrbahn musste 2024 bereits saniert werden. Nun nimmt das Staatliche Bauamt für die 2,6 Kilometer rund 650 000 Euro in die Hand , um auch auf der Nordseite der B 85 die Schäden zu beseitigen. Baudirektor Dr. Richard Bosl berichtete in einer Pressekonferenz über die Sanierung, die bis zum 15. Juli abgeschlossen sein soll.
Ab Freitag Vorarbeiten
Die Vorarbeiten beginnen bereits am Freitag, wenn die Gelbmarkierung aufgebracht und die Verkehrssicherung aufgebaut wird. Anschließend werden die Gleitwände zwischen Cham-Süd und Cham-West entlang des Mittelstreifens abgebaut, um am Beginn und am Ende der Sanierungsstrecke die Querung auf die Südfahrbahn zu ermöglichen. Dort wird dann im Gegenverkehr gefahren.
Wie hoch der Stellenwert der Sanierung ist, zeigt die alltägliche Verkehrsbelastung. An der Anschlussstelle Cham-West liegt sie bei 16 300 Fahrzeugen pro Tag, davon sind 2000 Lastwagen. In Cham West steigt die Belastung dann sogar auf 23 000 Fahrzeuge, davon sind 3000 Schwerverkehr. „Das belegt nicht nur die Belastung, sondern erklärt auch die Abnutzung“, so Dr. Bosl. Dabei habe die Fahrbahn mit einer Lebensdauer von rund 18 Jahren den durchschnittlichen Ansatz von 15 Jahren bereits überschritten. Bosl hofft, dass sich die Erfahrungen wiederholen, die er bei der Sanierung der Gegenfahrbahn gemacht hat: „Wir sind dort genau rechtzeitig gekommen. Hätten wir noch länger gewartet, dann wären die Schäden tiefer in die Binderschicht eingedrungen. So mussten wir nur die vier Zentimeter Deckschicht erneuern.“
Warum die Sanierung nötig ist

Der Baudirektor hat diesmal bereits im Vorfeld auf die zu erwartenden Verwerfungen im Netz reagiert: „Es wird sicher wieder ein paar Straßenbau-Experten geben, die behaupten, dass die Aktion unnötig ist.“ Deswegen hat Bosl diesmal gleich Fotos von großflächigen Schäden beigelegt. Sie zeigen massive Netz- und Querrisse sowie teilweise Öffnungen an den Nahtstellen der Asphaltierung. Das Problem: Vom Auto aus sind die Schäden bei voller fahrt kaum erkennbar. Bei Begehungen wird der Umfang aber recht deutlich. „Je später wir da dringehen, desto teurer wird es“, so Bosl.
Je besser der Plan, desto effektiver der Zufall, der ihn zunichte macht.
Baudirektor Dr. Richard Bosl, Staatliches Bauamt Regensburg
Der extrem hohen Verkehrsbelastung trägt das Bauamt durch einen speziellen Mastix-Asphalt Rechnung, der auch Autobahnbelastungen aushält. Fabian Fleischmann, Laborleiter bei der bauausführenden Firma Rädlinger, bestätigt die Langlebigkeit, die durch eine größere Körnung und das Einbringen von Zellstofffasern noch erhöht wird. „Dadurch verzahnt sich der Asphalt besser“, so Fleischmann. Um die Einbau-Kolonne besser vor Dämpfen zu schützen wird ein Asphalt aufgebracht, dessen Einbautemperatur bei 135 bis 140 Grad liegt und damit rund 30 Grad niedriger, als bei herkömmlichen Straßendecken.
Dann wird es trickreich
Um den Verkehr möglichst wenig zu behindern, wird nach Möglichkeit auch in der Nacht gearbeitet. Zum Beispiel, wenn der Mittelfahrstreifen in Cham-Süd saniert wird.
Etwas trickreich wird es erst dann, wenn an der Anschlussstelle Cham-Süd im Bereich des Abfahr-Astes asphaltiert wird. Dann muss über die Anschlussstellen Chammünster (Roding) und Cham-West (Straubing) auf die richtigen Fahrbahnen umgeleitet werden.
Geschwindigkeit 50 km/h
Der Wechsel in den Gegenverkehr wird laut Projektleiter Uwe Friedrichs nach Absprache mit Polizei und Verkehrsbehörden durch Blinkbaken und doppelte Gelbmarkierungen abgesichert. Außerdem wird bei Ein- und Ausfahrt der Baustelle der Verkehr auf 30 km/h abgebremst und auf den 2,6 Kilometern Baustelle werden 50 km/h gelten. „Das war nötig, weil die Einfahrt nur noch 3,50 Meter breit ist“, so Friedrichs.