Fest der 100 Biere in Wolkering endet mit dreistem Diebstahl: Täter soll Rückgrat zeigen

Beim Fest der 100 Biere in Wolkering in der Gemeinde Thalmassing im Landkreis Regensburg wird Biertrinken zum guten Werk und das seit beinahe 20 Jahren. Der Erlös des Pfingstwochenendes wird traditionell gespendet. In diesem Jahr sorgte eine Entdeckung bei den Veranstaltern allerdings für Ärger.
„Das war im laufenden Betrieb am Sonntag“, stellt Christian Wild, einer der beiden Veranstalter, entrüstet fest. Dabei seien aus der „Bierwand“ mehrere Flaschen entnommen worden. Wann die Bierflaschen genau geklaut worden seien, könne er nicht sagen. Dem Helferteam sei es erst später aufgefallen. „Da geht’s immer zu. Das bekommt keiner mit“, sagt Wild.

Bierwand als Selfiespot und Diebstahlsort
Der Organisator ist aufgebracht: „Wir waren alle schockiert. Da fällt dir nichts mehr ein. Uns ist das Lachen vergangen.“ Die Stimmung sei nach der Entdeckung gedrückt gewesen. „Das uns einer etwas aus unserer Bierwand stiehlt, das ist uns noch nie passiert!“
Aber wie konnte der Dieb überhaupt an die Flaschen gelangen? Bei dem Fest ist es üblich, dass verschiedene Biere aus ganz Bayern in einem großen Regal ausgestellt werden. Versehen mit Nummer diene die „Bierwand“ dazu, sich ein Getränk auszusuchen.
Zwar verhindere eine Absperrung, dass Besucher dem Regal zu nahe kommen und versehentlich Flaschen zu Bruch gehen, allerdings sei es sonst frei zugänglich, erklärt Wild. „Viele Besucher nutzen die Bierwand auch für Selfies.“
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Wer hinter die Absperrung greifen wolle, der müsse schon sehr groß sein und lange Arme haben. Eigentlich gestalte sich das schwierig. „Wir haben es selber ausprobiert“, sagt Wild. Für ihn gibt es nur zwei Möglichkeiten: „Entweder es waren Junge, die ihren Freunden etwas beweisen wollten und betrunken waren oder ein Bierliebhaber, der sein Bier nicht mehr bekommen hat.“
Denn manchmal könne es vorkommen, dass eine Sorte ausgehe und erst am nächsten Tag wieder verfügbar sei. Für Wild ist das aber keine Entschuldigung: „Hätte der was gesagt, hätten wir es irgendwie möglich gemacht.“ Bier zu stehlen – das hätte es jedenfalls nicht gebraucht.
„Hätte der was gesagt, hätten wir es irgendwie möglich gemacht.“
Christian Wild, Veranstalter
Keine Anzeige: Veranstalter hoffen auf Rückgrat
Anzeigen wollen die Veranstalter den Diebstahl nicht. „Das wäre einfach Blödsinn, wenn man den Warenwert anschaut. Uns geht es einfach um unsere Arbeit, unser Lebenswerk.“ Schon Wochen im Voraus fahren Christian Wild und Stefan Seitz mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern durch Bayern, um das Bier von den Brauereien einzusammeln. Das nehme viel Zeit und Urlaubstage in Anspruch.
Das Bier wollten sie nicht mehr zurück. „Das Fest ist ja schon gelaufen. Wenn er betrunken war – das kann ja alles vorkommen. Aber jetzt muss der Dieb Rückgrat zeigen“, findet Wild. Die Veranstalter erwarten eine offizielle Entschuldigung.