Weniger Unfälle, weniger Verletzte: Neunburgs Polizei vermeldet erfreuliche Zahlen für 2024

Von Jan Lange · 10. Juni 2025 um 15:00

Wer die Neunburger Polizeiberichte der vergangenen Tage durchschaut, entdeckt einige Vorfälle mit E-Scooter-Fahrern. Mal waren sie ohne Versicherung, mal unter Alkohol- oder Drogeneinfluss unterwegs. In der Verkehrsstatistik, die kürzlich den Bürgermeistern aus dem Raum Neunburg vorgestellt wurde, finden sich diese Fälle noch nicht wieder. Denn die Zahlen bezogen sich nur auf das Vorjahr.

Das Thema E-Scooter kam dennoch zur Sprache. Die Bürgermeister beklagten sich, dass mit den motorisierten Rollern sehr oft auf den Fußwegen gefahren werde. Polizeihauptkommissar Markus Schlegel, der innerhalb der PI Neunburg den Verkehrsbereich verantwortet, erklärte, dass dies nicht erlaubt sei. Auch mit einem E-Scooter müsse auf der Straße gefahren werden.

Nur eine Verwarnung wenn E-Scooter auf dem Fußweg fahren

Die E-Scooter-Fahrer würden bei Benutzung eines Fußweges aber nur verwarnt. In Fällen, in denen weitere Verstöße – wie eben eine Fahrt unter Drogeneinfluss – hinzukommen, gelte dies nicht. Alkoholisierte oder bekiffte E-Scooter-Fahrer erwartet beispielsweise ein Fahrverbot und ein Bußgeld.

Ähnliche Strafen drohen auch anderen Unfallverursachern. Immerhin ist deren Zahl im Vorjahr gesunken. Verzeichnete die Neunburger Polizei im Jahr 2023 noch 574 Unfälle, waren es im vorigen Jahr nur 556. Das ist immerhin ein Rückgang um rund drei Prozent.

Es war nicht die einzige positive Zahl, die Markus Schlegel den Bürgermeistern präsentieren konnte. Auch bei den Verkehrsunfällen mit Personenschäden sank die Zahl der verletzten Personen von 47 auf 39. Dies entsprach einem Minus von knapp elf Prozent.

An der Kreuzung in Lengfeld sind die Unfallzahlen wieder zurückgegangen.

Markus Schlegel, Verkehrssachbearbeiter der Polizei Neunburg über einen potenziellen Unfallhäufungspunkt der vergangenen Jahre

Die meisten Unfälle haben sich in Neunburg ereignet – was auch an der Größe der Stadt lag. Es gab aber auch in Neunburg 2024 weniger Unfälle als 2023. In fünf der sechs Gemeinden der PI Neunburg sank im Vorjahr die Zahl der Unfälle. Am höchsten war der Rückgang in Thanstein mit gut 33 Prozent – wobei die Unfallzahl die kleinste im gesamten PI-Bereich ist.

Ein Ausreißer war Schwarzhofen, wo es deutlich mehr Unfälle als 2023 gab (plus 41 Prozent). Dass dies mit dem Ausbau der Staatsstraße 2040 zusammenhängen könnte, kann Markus Schlegel nicht bestätigen. Einen bestimmten Grund für die Zunahme gebe es demnach nicht.

In der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg wurde den Bürgermeistern des PI-Dienstbereiches die Verkehrsstatistik vorgestellt. Markus Schlegel (l.) hatte dies übernommen. - Foto: Jan Lange

Zur Zunahme in Schwarzhofen passt die Tatsache, dass auf der Kreisstraße SAD40, die von Pissau über Schwarzhofen nach Dieterskirchen führt, deutlich mehr Kollisionen und Zusammenstöße verzeichnet wurden. Die Zahl stieg von 18 auf 32 an. Die Unfälle würden sich aber auf die gesamte Strecke im PI-Bereich (16 Kilometer) verteilen, erläuterte Schlegel. Es gebe demnach keine Stelle, an der sich Unfälle häufen würden.

Auch im gesamten Inspektionsbereich gebe es laut Schlegel nach wie vor keinen Unfallschwerpunkt. In den Jahren zuvor war die Norma-Kreuzung im Neunburger Industriegebiet etwas in den Fokus der Polizei gerückt. An dem Knotenpunkt hatten sich – trotz guter Sicht – mehrere Unfälle ereignet.

Kreisverkehr wird im Herbst ausgeschrieben

Die Schnittstelle zwischen den Staatsstraßen 2151 und 2040 soll aufgrund der Unfallhäufung zu einem Kreisverkehr umgebaut werden. Wie Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU) seinen Amtskollegen mitteilte, werde die Maßnahme im Herbst 2025 ausgeschrieben und der Bau soll im Frühjahr 2026 beginnen. Neunburgs Polizei hatte den Umbau stets begrüßt.

Während es an der Norma-Kreuzung immer wieder wegen der Missachtung der Vorfahrt kracht, registrierte Neunburgs Polizei 2024 auch eine Reihe von Unfällen wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. Deshalb hatte die PI im Vorjahr wiederholt die Geschwindigkeit gemessen: Es gab 111 Messungen, bei denen insgesamt 146 Verstöße festgestellt wurden. In dem Zuge seien fünf Fahrverbote ausgesprochen worden.

Den höchsten Tempoverstoß hatte die Polizei auf der B85 bei Bodenwöhr gemessen: 158 km/h bei einer erlaubten Geschwindigkeit von 100. Diesen Fahrer erwartete ein Bußgeld von 480 Euro, ein einmonatiges Fahrverbot und zwei Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg.