Auto erfasst Menschen in Passau – Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen

Von Verena Roider · 9. Juni 2025 um 16:44

Ein 48-Jähriger ist am Samstagnachmittag in Passau in eine Menschengruppe gefahren. Fünf Personen wurden verletzt – darunter auch die Ehefrau und die fünfjährige Tochter des Mannes. Ein Sorgerechtsstreit soll der Hintergrund der Tat gewesen sein.

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Der Iraker wurde noch vor Ort festgenommen und zunächst vernommen. Die Staatsanwaltschaft Passau hatte Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Totschlags in fünf Fällen beantragt.

Unser Newsblog zu der Tat in Passau zum Nachlesen.

Am Sonntagnachmittag wurde der Mann zur Prüfung der Haftfrage dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Passau vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl – wegen versuchten Totschlags, wie ein Polizeisprecher der Mediengruppe Bayern bestätigt. Im Anschluss wurde der 48-Jährige in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die Polizei ging am Samstag rasch davon aus, dass der Mann den Mercedes bewusst in die Personengruppe gelenkt hatte und es sich um eine Beziehungstat handelte. Am Abend nannten die Ermittler einen Sorgerechtsstreit als möglichen Auslöser für die Tat. „Im Zusammenhang mit seiner Frau gab es in der Vergangenheit bereits Anlass für ein polizeiliches Tätigwerden“, sagte ein Polizeisprecher.

Und am Sonntag hieß es dann auch in einer aktuellen Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Niederbayern: „Nach bisherigem Stand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen soll der Fahrer gezielt in die fünfköpfige Personengruppe gefahren sein.“

Polizei sucht Zeugen

Bei dem Vorfall in der Passauer Grünaustraße waren fünf Menschen verletzt worden – darunter auch die Ehefrau (38) und die fünfjährige Tochter des Autofahrers. Die 38-Jährige und eine 39-jährige Frau wurden laut Polizei schwer verletzt und befinden sich auch am Sonntag noch im Krankenhaus. Lebensgefahr bestehe nicht. Das Kind und zwei weitere Frauen (18 und 52 Jahre alt) wurden jeweils leicht verletzt und konnten bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Auch zur Herkunft der Beteiligten hat sich Polizeisprecher Günther Tomaschko am Sonntag im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern geäußert: Der Mann und die 52-jährige Frau wohnen im Landkreis Freyung-Grafenau. Die vier weiteren Personen sind im Passauer Stadtgebiet wohnhaft.

Die Fünfergruppe auf dem Gehweg war untereinander bekannt, so Tomaschko. Sie alle seien laut Polizei irakische Staatsangehörige. Ob sie auch der Autofahrer kannte, ist noch unklar. Zum genauen Unfallhergang – wie dem genauen Fahrtweg des Autos – will sich die Polizei am Sonntag aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern.

Die Polizei bittet weiter um Hinweise: Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben und sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich mit der Kripo Passau unter 0851/9511-0 oder mit jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.