E-Werk in Erlangen: Nullrunde für Mitarbeiter – trotzdem steigen die Partys

Von Nikolas Pelke · 8. Juni 2025 um 15:00

Gut oder schlecht? Im Erlanger Kulturzentrum E-Werk ist die Stimmungslage derzeit ein bisschen beides. Auf der einen Seite setzt der Partypalast an der Fuchsenwiese auf viel Musik, Spaß und Tanz. Auf der anderen Seite klagt das Führungspersonal über städtische Sparmaßnahmen.

Die guten Nachrichten zuerst: Im E-Werk steppt auch in diesem Sommer der gewohnte Bär. Das genauso beliebte wie legendäre „BergWerk“ findet in diesem Jahr parallel zur fünften Volksfest-Jahreszeit wie gewohnt statt. Immer wenn die Menschenmassen von den Bierkellern auf dem Burgberg spätestens um 23 Uhr in die Kneipen der Altstadt marschieren, öffnet das E-Werk für die Berggänger das ganze Haus.

Bis 5 Uhr morgens gibt es laut E-Werk dann „alles, was das Bergherz begehrt“. Und das täglich von Donnerstag bis Sonntag zwischen dem 5. und 14. Juni. Was das „BergWerk“ laut den Machern zu der mit Abstand „größten After-Berg-Party der Welt“ macht.

Namhafte Künstler auf der Wöhrmühlinsel

Von diesen Superlativen ist das Festival auf der malerischen Wöhrmühlinsel im benachbarten Regnitzgrund noch meilenweite entfernt. Die sommerliche Konzertreihe unter freiem Himmel gibt es zwar erst seit vier Jahren. Die Künstler sind aber von Anfang an ziemlich namhaft gewesen.

Clueso und Gentleman waren schon genauso wie Von Wegen Lisbeth oder Olli Schulz zu Gast. Diesmal kann sich das Line-up kurz vor dem Start der Semesterferien ebenfalls sehen lassen: Neben Max Herre und Joy Denalane stehen auch Faber oder Max Giesinger zwischen dem 13. und 27. Juli in Erlangen auf der Bühne der idyllischen Kulturinsel.

Spider Murphy Gang und Münchner Freiheit

Zum krönenden Höhepunkt des Festivals geben sich die bayerischen Kultrocker von der „Spider Murphy Gang & Münchner Freiheit“ die Ehre in Erlangen. Das Konzert mit Jan Delay und seiner Disko No. 1 am 24. Juli ist allerdings schon ausverkauft. Und das, obwohl die Ticketpreise mit beispielsweise knapp 65 Euro allein für die Show der Spider Murphy Gang durchaus nicht von schlechten Eltern sind. Trotzdem können Einnahmen offenbar mit den Ausgaben nicht mehr Schritt halten.

Mit dieser Entwicklung sehen sich derzeit die E-Werk-Mitarbeiter selbst konfrontiert. Weil die Stadt Erlangen sparen müsse, habe das Personal eine Nullrunde hinnehmen müssen. Eigentlich hatten die Kulturmacher mit dem Rathaus vereinbart, dass die Gehälter der Belegschaft bis zum nächsten Jahr um knapp 20 Prozent auf die Höhe der Tarifgehälter im Öffentliche Dienst angehoben werden.

Nach den deutlichen Tarifsteigerungen für die Angestellten von städtischen Straßenämtern, Sozialbehörden und Kindergärten waren die Löhne der E-Werk-Mitarbeiter zuletzt vergleichsweise wieder relativ stark in den Keller gerutscht. Deshalb wäre es laut Geschäftsführer Jan Dinger wichtig gewesen, die Bezüge trotz der schlechten Haushaltslage zumindest auf 90 Prozent der Tariflöhne zu halten.

Keine Stellenstreichungen im E-Werk in Erlangen

„Nun fallen wir erstmals seit rund zehn Jahren wieder zurück, konkret auf 87 Prozent“, sagte Dinger nach der Nullrunde und verwies in einer Pressemitteilung darauf, dass andererseits Stellenstreichungen notwendig gewesen wären. „Das wollen wir vermeiden, denn unsere Personaldecke ist eh schon sehr dünn.“ Gleichzeitig warnte er davor, dass womöglich irgendwann sogar der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Auch wenn die rund 85 Festangestellten und 60 Aushilfen im E-Werk – wie glaubhaft versichert wird – nach wie vor „aus voller Überzeugung“ Partys und Konzerte veranstalten.