Das Brennorama in Bad Kötzting eröffnet mit einer Punktlandung

Von Stefan Weber · 6. Juni 2025 um 05:00

Noch am Mittwochmittag sind die Handwerker an allen Ecken am Werk. „Bleiben uns ja noch 40 Arbeitsstunden, um alles fertig zu bekommen“, sagt Gerhard Liebl und lächelt dabei sehr zuversichtlich. Kein Wunder, schließlich war der Spatenstich für das Großprojekt Brennorama an der Wettzellerstraße erst im Herbst 2023, und bereits an diesem Samstag wird die Eröffnung sein.

Ein großes Jahr für die Spezialitätenbrennerei Liebl, die nicht nur die Eröffnung am neuen Standort, sondern auch ihr 90-jähriges Bestehen feiern kann – und ihr Chef am Pfingstmontag seinen 25. Pfingstritt, auch wenn es danach natürlich gleich wieder ins Brennorama gehen wird, wie er sagt.

Warum dieser Name gewählt wurde, das zeigt er im Verkostungsraum im ersten Stock: Durch das große halbrunde (oder besser: fassrunde) Fenster erstreckt sich der Blick über das Panorama der Bayerwaldberge. Auf der Dachterrasse ein Stockwerk weiter oben reicht der Blick vom Cerchov über den Kaitersberg bis zum Kleinen Arber. Bei diesem Ausblick erübrige sich fast schon die Frage, die ihm in den vergangenen Jahren oft gestellt worden sei, sagt Liebl: „Warum es dieser Standort sein sollte, das sagt schon der Name, der Brennerei und Panorama miteinander vereint.“

Bislang drei Standorte

Wenn die Gastronomie im Erdgeschoss am Samstag ab 9 Uhr ihre Tore öffnet, dann werden in der Produktion wohl noch einige Handgriffe zu erledigen sein. Sechs bis acht Wochen, schätzt Liebl, werde es wohl noch dauern. Doch die Produktion und damit die Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter, das ist ihm beim Gang durch das Gebäude anzumerken, liegen im genauso am Herzen wie das Erlebnis für die Kunden.

Hier ist Platz zum Verweilen. - Foto: S. Weber

„Bisher hatten wir drei Standorte“, sagt er: An der Jahnstraße ein Ladengeschäft mit Lager, das schon so lange zu klein geworden sei, dass es die nun umgesetzten Pläne bereits seit dem Bau des ersten Lagers vor elf Jahren an der Wettzellerstraße gegeben hatte. Dazu noch ein weiteres Lager an der Pfingstreiterstraße mit Produktion – das nun übrigens aufgegeben werde – und ein weiteres Lager an der Wettzellerstraße. Nun werde alles am neuen Standort zusammengeführt, was am besten für den gesamten Ablauf sei. Neben besseren Produktions- und Lagerbedingungen sei es aber natürlich auch darum gegangen, die Produkte der Brennerei zeitgemäß präsentieren zu können.

„Warum kommen Gäste in den Bayerischen Wald?“, stellt Liebl die Frage, und antwortet gleich selbst: „Weil hier Preis und Leistung stimmen.“ Das gelte auch für die Hotellerie – und nicht nur deren Gäste würden das Angebot, das nun geschaffen werde, sehr zu schätzen wissen, zeigt sich Gerhard Liebl überzeugt. Das Angebot für diese Zielgruppe stelle die Brennerei schon heute bereit, nicht nur mit dem eigenen Sortiment, sondern auch mit dem von Drittanbietern. Von Wein über Spirituosen und Whiskey reiche das, und zwar jeweils in mehreren hundert Positionen. Aktuell werde das meiste über den Online-Shop und in Gastronomien „von den Alpen bis an die Nordsee“ angeboten – und ab Samstag dann eben auch an dem neuen Standort an der Wettzellerstraße.

Regional ist wichtig

Entsprechend sei auch das gastronomische Angebot vor allem darauf ausgerichtet, Spezialitäten anzubieten. Das werde nicht nur für die Getränke, sondern auch etwa für die Backwaren durch den hauseigenen Konditor oder Wildsalami gelten. Auch Öle oder Whiskey-Schokolade – alles eben, was zu Wein, Whiskey und Co. passe, werde es geben. Wert gelegt werde auch auf Regionalität; Das habe schon beim Bau mit der Auswahl der Firmen begonnen, und werde sich bei den angebotenen Produkten soweit wie möglich fortsetzen.

Noch kann Gerhard Liebl das Panorama zwischen Cerchov und Kleinem Arber nur kurz genießen. - Foto: S. Weber

Zum Konzept am neuen Standort werde auch gehören, dass Führungen und Verköstigungen mit bis zu 24 Personen in den Fokus rücken werden – vom „kleinen Rundgang“ durch die Produktion bis zum gehobenen Besuch der Brennerei, zu der auch der Besuch des Holzfasskellers gehören könnte. Während in der Gastro im Erdgeschoss indoor und im Außenbereich jeweils etwa 40 Personen werden sitzen können, wird es im Event-Bereich weitere 80 Plätze für Firmen-Events geben, wofür natürlich Gastronomen aus der Region das Catering übernehmen werden.

Eine Theke für die Spezialitäten. - Foto: S. Weber

Es gibt also einiges zu entdecken im Brennorama, das nach langer Planung am Samstag vor Pfingsten nun endlich seine Tore öffnen wird und sich auf die ersten Besucher freut.