Rund 200 Unwetter-Einsätze in Bayern: Polizeien in der Region ziehen Bilanz

Das vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vorausgesagte Unwetter ist in der Region überstanden. Die Polizei zieht eine erste Bilanz zu den Einsätzen am Mittwochabend. Insgesamt kam es in Bayern zu rund 200 Einsätzen von Polizei und Feuerwehr, schwerwiegende Vorfälle blieben jedoch aus.
Die Kräfte waren vor allem wegen umgeknickter Bäume und vollgelaufener Keller im Einsatz. Betroffen waren demnach das nördliche Oberbayern, Niederbayern, die Oberpfalz und Schwaben.
Kaum Unwettereinsätze für das Polizeipräsidium Oberbayern Süd
Im Bereich des Präsidiums Oberbayern Süd sei der Abend ohne große Vorkommnisse verlaufen. „Das Gewitter ist über uns vorübergezogen“, berichtet ein Sprecher auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern. Lediglich zwei „umgefallene Bäumchen“ gebe es zu vermelden, diese seien aber „nicht der Rede wert“ gewesen. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, teilt die Polizei auf Nachfrage am Morgen mit.
Zum Nachlesen: Fotos und Infos zum Unwetter in Niederbayern und im südlichen Oberbayern im Newsblog
44 Einsätze im Bereich Oberbayern Nord: Primär umgefallene Bäume
Als „ relativ ruhig“ hat auch das Polizeipräsidium Oberbayern Nord die Nacht erlebt. „Wir bekamen rund 44 Mitteilungen im Verlauf des Abends“, berichtet ein Sprecher. Primär sei es dabei um umgefallene Bäume gegangen – in einem Fall auf ein geparktes Fahrzeug. Verletzt wurde dabei niemand. Drei Verkehrsunfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit dem Unwetter. Zudem schlug ein Blitz in einen Masten ein.
In Manching stieß ein Fahrradfahrer laut Verkehrspolizei am Mittwochabend gegen einen über der Straße hängenden Baum, der zuvor durch das Unwetter umgeknickt war. Der 61-Jährige stürzte demnach vom Rad und verletzte sich mittelschwer. Auf der Autobahn 8 in Richtung München wurde ein Mensch laut Polizeipräsidium Oberbayern Nord bei einem Unfall in Folge von Aquaplaning leicht verletzt.
Newsblog: Infos und Fotos zum Unwetter im Raum Ingolstadt
37 Einsätze in Niederbayern
Rund 37 Einsätze vermeldet das Polizeipräsidium Niederbayern. Darunter seien jedoch keine nennenswerten Vorkommnisse: Unter den Alarmierungen waren ein umgefallener Bauzaun, Wasser auf den Straßen, umgefallene Bäume und eine sturmbedingt ausgelöste Alarmanlage. Insgesamt, so ein Sprecher des Präsidiums, ein ruhiger Abend.
Glimpflich verläuft der Abend in der Oberpfalz – Kurzer Stromausfall in Burglengenfeld
In der Oberpfalz gab es 42 Einsätze im Zusammenhang mit dem Unwetter, berichtet ein Sprecher des Präsidiums auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern. Der Großteil der Einsätze wurde von umgestürzten Bäumen, verwehten Gegenständen oder Gullideckeln ausgelöst, die durch den Regen herausgedrückt wurden. Schwerverletzte gab es laut Polizei nicht.
Diese größeren Einsätze verzeichnete das Polizeipräsidium Oberpfalz:
• In Burglengenfeld im Landkreis Schwandorf fiel der Strom für rund 30 Minuten aus.
• In Hohenburg im Landkreis Amberg-Sulzbach schlug ein Blitz in den Kirchturm St. Jakobus ein. Größerer Sachschaden entstand nach ersten Erkenntnissen nicht.
• In Bad Kötzting im Landkreis Cham schlug ein Blitz an einem Bahnübergang ein. Nach kurzer Zeit war die Schrankenanlage wieder in Betrieb, auch hier entstand wohl kein Sachschaden.
• Am Donnerstagvormittag musste der Tunnel Prüfening kurzzeitig gesperrt werden. Blitzschlag hatte einen technischen Defekt ausgelöst.
Fotos und Infos: Newsblog zum Unwetter in der Oberpfalz zum Nachlesen
Keine Einsätze in Mittelfranken
Keinen einzigen Einsatz zu vermelden gibt es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilt. Unwetterbezogen habe es keinen einzigen Einsatz gegeben, nicht einmal einen umgestürzten Ast oder Baum.
Polizeipräsidium Schwaben Nord meldet lediglich umgefallene Bäume
Ruhig verlief es auch für das Polizeipräsidium Schwaben Nord, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilt. Im Zusamaltheim im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau stellte das Unwetter eine Party-Gemeinschaft vor Herausforderungen: Ein Sturm deckte die Plane für ein am Wochenende aufgebautes Zelt ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Sachschaden dürfte nach ersten Erkenntnissen im sechsstelligen Bereich liegen.
Regen, Wind, Hagel: Hier tobte das Unwetter am heftigsten
In Langquaid im Landkreis Kelheim wurden laut vorläufigen Angaben des DWD Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde gemessen. Am stärksten regnete es den vorläufigen Daten zufolge in Zwiesel im Landkreis Regen und in Regensburg in der Oberpfalz mit jeweils etwa 26 Litern pro Quadratmeter. In der oberbayerischen Gemeinde Schöngeising fielen zudem die laut den vorläufigen Daten größten Hagelkörner: Dort ging dem DWD-Experten zufolge Hagel mit Durchmessern von etwa sieben Zentimetern nieder.