Open-Air-Kino in Schwandorf fällt auch in diesem Jahr aus

Filmfans haben es in Schwandorf derzeit nicht leicht: Im Lichtwerk-Kino ist schon länger die Leinwand dunkel und so schnell wird dort wohl kein Film mehr gezeigt, das Zwickl-Dokumentarfilmfestival wurde vom Frühjahr in den Spätherbst verlegt und nun gibt es auch schlechte Nachrichten vom Open-Air-Kino im Stadtpark. Die Filmvorstellungen unter freiem Himmel wird es auch heuer nicht geben.
Bereits im Vorjahr hatte sich die Kino GmbH Amberg als Veranstalter entschlossen, das Open-Air-Kino pausieren zu lassen. Damals hatten die Verantwortlichen noch gehofft, dass in diesem Jahr wieder Filme im Stadtpark gezeigt werden. Umso überraschender ist nun die erneute Pause.
Ging die Absage im Vorjahr von den Veranstaltern aus Amberg aus, wurde das Open-Air-Kino heuer seitens der Stadt Schwandorf abgesagt, wie Stephan Götz-Kräußl, Leiter des Cineplex Amberg, erklärt.
Gerade die attraktiveren, aktuellen Filme sind zum Teil für Open-Air-Veranstaltungen gesperrt bis zu einem gewissen Datum.
Stephan Götz-Kräußl, Leiter des Cineplex Amberg und Veranstalter des Open-Air-Kinos in Schwandorf
Der erneute Ausfall hat verschiedene Gründe, teilte Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister auf Nachfrage mit. So würden sich laut dem Stadtsprecher Auswahl und Beschaffung der Filme für das Open-Air-Kino grundsätzlich schwieriger gestalten. Götz-Kräußl erläutert dies etwas näher: „Gerade die attraktiveren, aktuellen Filme sind zum Teil für Open-Air-Veranstaltungen ,gesperrt‘ bis zu einem gewissen Datum.“ Dass sich immer mehr Verleiher dazu entschließen, habe laut dem Kinoleiter mehrere Einflussfaktoren: Filme würden an einigen Orten nicht für Open-Airs zugelassen, weil sie eine schmerzhafte Konkurrenz für die festen Kinos sein könnten. Es gebe dann eine Ganz-oder-gar-nicht-Entscheidung gegen einen Open-Air-Einsatz, so der Amberger Kinomacher.
Außerdem gebe es Einschränkungen, denen der Verleih selbst unterliegen kann – bei amerikanischen Ablegern hat oft das internationale Büro die Entscheidung inne. Da könne es urheberrechtliche Gründe geben oder andere Einschränkungen durch Absprachen mit Gewerkschaften oder Interessensvertretern.
Bis zu 550 Gäste pro Kinovorstellung im Stadtpark möglich
Als weiteren Grund für die diesjährige Absage des Open-Air-Kinos in Schwandorf führt Pressesprecher Andreas Hofmeister die hohen Kosten an. Diese hätten durch unsichere Besucherzahlen nicht angemessen gedeckt werden können – denn auch bei einem Open-Air-Kino handele es sich um eine wirtschaftliche Veranstaltung, die kontinuierlich auf Besucher angewiesen ist. Bis zu 550 Gäste finden in einer Open-Air-Kinovorstellung im Stadtpark Platz. 2023 zählten die Veranstalter bei elf Vorstellungen insgesamt rund 2800 Besucher.
Der wohl wichtigste Grund für die Absage scheint aber ein anderer zu sein: Im Stadtpark finden direkt nach dem Bürgerfest (11. bis 13. Juli) Bauarbeiten statt, die eine adäquate Planung erschwert hätten. Dass die Wiese im fraglichen Zeitraum nicht nutzbar ist, hatte auch Stephan Götz-Kräußl als Info erhalten. Die Logistik für Auf- und Abbau und die Durchführung seien aufgrund der Bauarbeiten nicht möglich. „Alternative Standorte haben wir schon im Vorjahr leider vergeblich gesucht“, so Götz-Kräußl.

Die Stadt Schwandorf hatte wegen der Unwägbarkeiten vor einigen Tagen entschieden, dass auch 2025 keine Filme im Stadtpark über die Leinwand flimmern werden.
Für diejenigen, die die Kinoabende unter freiem Himmel lieben, ist die Absage mehr als ärgerlich. Denn im Sommer startet ein Film, der von vielen heiß erwartet wird und sicher die Vorstellungen im Stadtpark locker füllen würde: „Das Kanu des Manitu“, die Fortsetzung des Bully-Kinohits „Der Schuh des Manitu“.
Kein Mangel an Blockbustern in diesem Jahr
Aber auch sonst sind einige Hollywood-Blockbuster für die Monate Juli und August angekündigt: „Jurassic World: Die Wiedergeburt“ oder „Superman“. Im Vorjahr hatten die Veranstalter den Mangel an Blockbustern als einen Grund für die Absage angegeben.
Auf einen Erfolgsgaranten müssen die Kinomacher heuer noch verzichten: den kultigen Dorfpolizisten Franz Eberhofer. Der wird erst 2026 wieder in einem neuen Fall ermitteln. Die Dreharbeiten zu „Steckerlfischfiasko“ sollen im Herbst stattfinden. Die Vorgänger „Guglhupfgeschwader“ und „Rehragout Rendezvous“ waren in Schwandorf ebenfalls Besuchermagneten.
Es ist richtig, dass die Eberhofer-Reihe endlich ist und selbstverständlich planen wir trotzdem gedanklich auch schon in die Zukunft.
Stephan Götz-Kräußl, Leiter des Cineplex Amberg über die Bedeutung der Eberhofer-Filmreihe für das Kino-Event unter freiem Himmel
Natürlich kann die Kino GmbH Amberg, die das Open-Air-Kino in Schwandorf in den Jahren 2022 und 2023 organisiert hatte, nicht allein auf neue Eberhofer-Filme setzen. Denn ob es nach dem nächsten Fall noch weitere Filme geben wird, ist noch offen. „Es ist richtig, dass die Eberhofer-Reihe endlich ist und selbstverständlich planen wir trotzdem gedanklich auch schon in die Zukunft“, sagt der Amberger Kinoleiter.
Und das bedeutet für die Amberger, dass es 2026 wieder Kinoabende im Stadtpark geben soll. „Wir vom Cineplex Amberg rechnen fest damit, dass wir 2026 wieder ein Open Air in Schwandorf durchführen können“, ist sich Götz-Kräußl sicher. Dass es 2026 nach zwei Jahren Pause zu Wiederbelebungsschwierigkeiten kommen könnte, glaubt er nicht.
Dass die Amberger am Schwandorfer Open-Air-Kino weiter festhalten wollen, hängt sicher auch mit den Investitionen in den vergangenen Jahren zusammen. Etwa 70 000 Euro waren in die Anschaffung eines Containers samt Projektionstechnik sowie in eine neue Leinwand geflossen. Auch 100 hochwertige Alu-Liegestühle wurden neu angeschafft.