Perfektes Laufwetter und Bombenstimmung beim Regensburg Marathon

Haidplatz, Kohlenmarkt und Thundorfer Straße waren die Stimmungs-Hotspots beim 33. Regensburg Marathon am Sonntag. Mit Kuhglocken, tosendem Applaus, aufmunternden Rufen und Plakaten feuerten die Zuschauer die Läufer an.6400 Teilnehmer waren dabei.
Jens Jakowlew schaffte zusammen mit einer Freundesgruppe von der Feuerwehr Oberhinkofen den Halbmarathon. „Es war anstrengend. Aber die Stimmung unterwegs ist cool. Man wird noch einmal beflügelt“, sagte der 48-jährige Rechtspfleger. Alles sei gut organisiert gewesen. Franz Weinzierl (41), ebenfalls aus der Gruppe, war mit den Veranstaltern vom LLC Marathon zufrieden – nicht aber mit seiner Zeit.
Luke Walton, der an der Universität Regensburg Lehramt fürs Gymnasium studiert, war glücklich, den Halbmarathon bewältigt zu haben. „Aber zwischendurch habe ich mich schon gefragt, warum ich mir das antue“, sagte der 25-Jährige. Das Wetter, rund 20 Grad und ein paar wenige Regentropfen, half den Läufern beim Durchhalten.
BRK zu 78 Einsätzen gerufen
Trotzdem kamen sie natürlich ganz schön ins Schwitzen. Bei den Verpflegungsstationen reichten ihnen die Ehrenamtlichen vom LLC Wasserbecher. Beim Alten Rathaus gab es sogar eine Sprühdusche. Viele Sportler tauchten im Vorbeilaufen ihr Cap ins Eiswasser. Die Stimmungsnester mit Hits vom Band und Künstler wie Queens Beat mit treibenden Didgeridoo-Rhythmen sorgten für musikalischen Rückenwind. Der auffälligste Teilnehmer ging im Römerkostüm mit Goldhelm auf die Strecke.
Den Straßenrand säumte ein gut gelauntes Publikum. Marcel und Stefan von der „Master-Informatik-Gruppe“ der OTH haben ihren Kommilitonen eingeheizt. Gabi und Burkhard Meier warteten am Weißgerbergraben gespannt auf ihre Tochter Vanessa, eine Regensburger Richterin. Die 28-Jährige legte ihren ersten Marathon zurück. „Ich habe gestern noch zu ihr gesagt, sie soll nicht übertreiben“, meinte Gabi Meier.
6400 Teilnehmer
6400 Läufer waren in der Altstadt unterwegs, 900 davon auf der Langdistanz. Der Äthiopier Adane Wuletaw Belete siegte bei den Herren (2:30) und Meike Freudenreich (2:59:19)aus Offenburg bei den Damen. Sie brauchte als einzige Frau unter drei Stunden.
Das Bayerische Rote Kreuz hatte trotz des kühlen Wetters alle Hände voll zu tun. Die Sanitäter waren bei 78 Einsätzen gefordert. 16-mal wurden Rettungswagen gerufen – am häufigsten wegen Kreislaufproblemen. „Beim Massenstart besteht die Gefahr, dass man sich vom Pulk mitreißen lässt und die Strecke zu schnell angeht“, sagte Organisationsleiterin Michaela Aumüller vom LLC. Doch im Prinzip sei alles wieder gut über die Bühne gegangen.
Einige Autofahrer missachteten das Parkverbot und mussten abgeschleppt werden. In der Innenstadt sind manche Radfahrer aufgefallen, die sich nicht an die Absperrungen hielten, sondern in die Laufstrecke einbogen. Der Schüler Julian Scherr arbeitete in der Gesandtenstraße als Streckenposten. Radfahrer hätten ein paar Mal beinahe Läufer ausgebremst, sagte der 17-jährige Helfer.
Vize-Europameister im Ultracycling
Ein prominenter Teilnehmer war der Vize-Europameister im Ultracyling: Bernhard Steinberger aus Pösing im Landkreis Cham. Der 44-Jährige radelte durch das Regental nach Regensburg, lief den Viertelmarathon und stieg für die Heimfahrt erneut aufs Rad. „Der Marathon war eine superschöne Veranstaltung. Die Zahlen sprechen für sich“, lobte er. Nur an den Verpflegungsstationen hätte er sich mehr Auswahl gewünscht – zum Beispiel mit Nüssen oder Käse.
Um 8.30 Uhr hatte OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer von der Tribüne am Infineon-Parkplatz aus den Startschuss gefeuert. Sie empfahl den Athleten, nicht zu viel nach oben zu schauen auf die schönen Altstadtfassaden. Die Atmosphäre im Welterbe am Morgen sei zwar einzigartig, doch am Boden gebe es „ein paar Schikanen“, etwa durch eine Baustelle in der Gesandtenstraße.
Spende von der Schaeffler Gruppe
Reporterlegende Armin Wolf und Videojournalist Luis Hanusch von der Mediengruppe Bayern moderierten. In den letzten Minuten vor dem Start machten sie den Läufern Mut. Für Wolf war es die 22. Moderation beim Regensburg Marathon. Dank einer hohen Kilometerzahl sammelte sein Laufteam Spendengelder von der Schaeffler Gruppe für das Thomas Wiser Haus ein.
Der Nachmittag klang entspannt auf dem Infineon-Parkplatz aus, wo sich die Läufer stärkten, massieren ließen und auf der Sportmesse umschauten. Für die Ehrenamtlichen vom LLC begann am Spätnachmittag der Abbau.