Mit Kirschbaum beginnt in Vilzing ein neues Kapitel: „Man lernt im kalten Wasser schwimmen“

Von Thomas Mühlbauer · 31. Mai 2025 um 06:00

Es war eine bemerkenswerte Saison der DJK Vilzing, die sowohl Höhen als auch Tiefen hatte. Grund genug, einmal zurückzublicken und gleichzeitig mit dem neuen Trainer Thorsten Kirschbaum einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Am Ende der 34 Spieltage in der Regionalliga Bayern landete Vilzing auf dem achten Tabellenplatz. Auf der Habenseite hatte man 52 Punkte. Darauf deutete aber zur Winterpause wenig hin, denn mit gerade einmal 20 Zählern überwinterten die Schwarz-Gelben.

Dafür ließ die Mannschaft in der Frühjahrsrunde schnell keine Zweifel aufkommen, dass auch der dritte Klassenerhalt in Folge schnell eingefahren werden kann. Drei Spieltage vor Schluss konnte die Truppe von Trainer Josef Eibl einen Haken hinter die Mission machen. Das Ende der Saison 2024/2025 stand auch ganz im Zeichen des Umbruchs, denn nicht nur zahlreiche Stammkräfte, sondern auch Eibl haben den Regionalligisten verlassen.

Die Vereinsspitze und die Jungs sind ruhig geblieben

Thorsten Kirschbaum, neuer Vilzing-Coach

Thorsten Kirschbaum, sein Nachfolger auf dem Trainerposten, steht bereits in den Startlöchern: „Die Vorfreude ist natürlich groß“, sagte er der Mediengruppe Bayern. Für den 38-Jährigen ist es die erste Station als Trainer. Schon seit ein paar Monaten steht fest, dass der in Regensburg lebende Ex-Profikeeper der Nachfolger von Eibl wird.

Als Kirschbaum den Vilzingern die Zusage für sein Engagement gegeben hatte, darbte die DJK noch tief im Tabellenkeller. Doch gerade das nötigt Kirschbaum viel Respekt ab: „Die Vereinsspitze und die Jungs sind ruhig geblieben und haben eigentlich rückblickend alles richtig gemacht.“ Was der neue Trainer unterstreicht: Die Punkte wurden nicht zufällig eingefahren, sondern mit teils überzeugenden Siegen.

Viel Arbeit für das Trio Kirschbaum, Dachauer, Bugl

Kirschbaum war auch immer wieder Gast bei den Heimspielen im Manfred-Zollner-Stadion: „Es war eine Freude, den Jungs zuzuschauen.“ Gleichzeitig liefen schon im Hintergrund bei Kirschbaum in Zusammenarbeit mit der sportlichen Leitung um Roland Dachauer und Andy Bugl die Fäden für die neue Saison zusammen. Denn zu planen gab es viel für das Trio.

Abschied von Putz und Co.

Zahlreiche Spieler haben die DJK verlassen, unter anderem der langjährige Stammtorhüter Max Putz. Der 35-Jährige stand seit 2018 zwischen den Pfosten und war stets die unumstrittene Nummer eins. Einen Platz in den Geschichtsbüchern hat sich der aus Pilsting stammende Keeper mit seinem mehr als 90 Meter weiten Treffer im Spiel gegen die U 23 des FC Nürnberg gesichert (Saison 2023/2024). Dieses spektakuläre Tor wurde von Zuschauern der ARD-Sportschau später als Tor des Monats gewürdigt.

Künftig wird Putz in der Nähe seines Wohnortes beim FSV Landau zwischen den Pfosten stehen. Aber auch Jim-Patrick Müller, jahrelanger Stammspieler und Strippenzieher im Mittelfeld, beendete seine höherklassige Karriere und wechselt heimatnah zum TSG Roth.

Nico Dantscher, der in der letzten Spielzeit weniger zum Zug kam, schließt sich dem SV Fortuna Regensburg an. Kapitän Paul Grauschopf (Weltreise) und Tobias Kordick legen ebenfalls zunächst einmal eine fußballerische Pause ein. Kürzlich teilte auch Lukas Däbritz nach seiner Heirat mit der Nationalspielerin Sarah Däbritz, die wohl nach Spanien wechseln wird, mit, seine Zelte in Vilzing abzubrechen.

Auch auf der Funktionärsebene hat sich in dieser Saison einiges getan. Nicht nur Eibl, der Co-Trainer der U23 beim FC Bayern München wird, verließ den Huthgarten, auch der sportliche Leiter Sepp Beller beendete sein Engagement.

„Es ist schon was anderes. Jetzt ist man nicht nur für sich verantwortlich, sondern noch für ganz viel mehr.“

Thorsten Kirschbaum

Für den neuen Coach ist es sicherlich am Anfang nicht ganz einfach. Wobei „Coach Kirschbaum“ die Unterschiede zum „Spieler Kirschbaum“ schon gut absteckt: „Es ist schon was anderes. Jetzt ist man nicht nur für sich verantwortlich, sondern noch für ganz viel mehr.“ Allerdings hat er einen Vorteil, wie er sagt: Er kann sich gut in die Spieler hineinversetzen. 20 Jahre lang (2005 bis 2025) stand er selbst auf dem Platz – und das ist noch gar nicht so lange her. Der Weg führte ihn von der TSG Hoffenheim nach Vaduz (Schweiz), ehe er beim SV Sandhausen, bei Energie Cottbus, beim VfB Stuttgart, beim 1. FC Nürnberg, bei Bayer Leverkusen und beim SSV Jahn Regensburg zahlreiche Erfahrungen in den ersten drei Profiligen der Republik sammelte. Und nun kommt die neue Erfahrung Traineramt dazu.

Trainingsauftakt in drei Wochen

Bevor es in rund drei Wochen in Vilzing beim Trainingsauftakt in die Vollen geht, bleibt noch ein wenig Zeit, um die Planungen für die kommende Saison 2025/2026 zu fixieren. Die DJK geht mittlerweile in ihr viertes Jahr in der Regionalliga Bayern. „Die Vorfreude steigt natürlich von Tag zu Tag, ich traue mir diese Aufgabe zu und bin auch froh über diese Chance. Ich möchte es mit Erfolg und meiner Erfahrung zurückzahlen. Denn man lernt immer im kalten Wasser schwimmen“, sagt Kirschbaum.

Einfach wird die Saison nicht werden, die Abgänge hinterlassen eine große Lücke. Allerdings hat Kirschbaum Vertrauen in den bislang vorhandenen Kader. „Ich denke, wir sind aktuell gut aufgestellt. Die Jungs sind alle top in Ordnung und ebenfalls voller Vorfreude auf die neue Saison.“

Markus Ziereis, der Königstransfer

Kirschbaum erhält für die Mission – den vierten Klassenerhalt in Folge einzufahren – hochkarätige Neuzugänge an die Hand. Als Königstransfer kann dabei sicherlich die Verpflichtung von Markus Ziereis gesehen werden. Weiterhin ist bislang die Verpflichtung des 20-jährigen Nik Leipold bekannt, der beim FSV Mainz 05 ausgebildet wurde und zuletzt zwei Jahre lang Stammkraft beim VfB Eichstätt war. Seine alten Kameraden, die Meister in der Bayernliga Nord wurden, wird der 20-Jährige in der kommenden Saison wiedersehen. Reichlich Erfahrung aus der dritten Liga und Regionalliga bringt der 30-jährige Daniel Steininger mit, der zusammen mit Markus Ziereis das Potenzial hat, einer der Leitwölfe der DJK zu werden.

Josef Gottmeier bleibt

Am Vatertag machte die DJK zudem publik, dass Mittelfeldtalent Josef Gottmeier – bislang von der SpVgg Unterhaching ausgeliehen – nun fix im Kader der Schwarzgelben steht. „Josef hat sich in dem Jahr bei uns auf Anhieb schnell eingelebt“, sagte Abteilungsleiter Roland Dachauer über den 21-jährigen Mittelfeldspieler (23 Einsätze). Kirschbaum freut sich: „Ich glaube, dass er ein sehr talentierter Kicker ist, der spielerisch sehr gute Ansätze zeigt. “ Gottmeiers Vertrag ist bist 2027 terminiert.

Ein dritter Torhüter fehlt noch

Fehlt der DJK noch ein Puzzlestück, wird man sicherlich auf der Torhüterposition fündig. Denn aktuell steht hier nur die Verpflichtung von Rodings Keeper Johannes Herrnberger fest. Dass hier transfertechnisch noch etwas passieren wird, will Kirschbaum nicht von der Hand weisen. Nur so viel sagt der neue Trainer: „Wir werden mit drei Torhütern in die Saison gehen.“ Heißt: Neben Herrnberger und Weber fehlt ein weiterer Fachmann.