Regensburger Sternekoch Anton Schmaus spricht über sein Rezept für Erfolg

So recht passte der Mann in der gelben Sportjacke und den Bluejeans nicht ins Bild. Immer wieder schlenderte er zwischen den hinteren Tischen des Degginger hin und her, sah sich um und stellte fest, dass er hier schon zu den alten Hasen gehörte. Der Regensburger Sternekoch Anton Schmaus war beim Netzwerkdienstag im Degginger zu Gast und sollte von seinem Weg zu einer erfolgreichen Markenentwicklung sprechen. Die Veranstaltung wird alle zwei Monate vom Branchenverein Forum Kreativwirtschaft und der Kreativbehörde organisiert.
Bevor Schmaus als Stargast die Bühne betreten sollte, sorgte der Regensburger Musiker Lush Son für passende Klänge. Als Moderatoren begrüßten Carola Kupfer und Oliver Löscher die Gäste, stellten das Format und das Programm vor. Zunächst kam Nadine Trautzsch auf die kleine Bühne, eine Professorin für Game Design, die von Potenzialen von KI-Systemen berichtete.
Kreative Köpfe präsentieren Projekte
Im Pitchformat drei mal drei Minuten durften drei kreative Köpfe ihre neuen Projekte in 180 Sekunden vorstellen. Cosima Sokol erzählte über das seit Jahren erfolgreiche Newcomer-Netzwerk Local Heroes. Yvonne Frommer hat mit Farbenmoment das intuitive Malen für sich entdeckt und teilte ihre Erfahrungen mit dem gut besetzten Saal. Maximilian Rind von HolzDesignRind erklärte seine kreativen Arbeiten mit Holz, bei welchen es sich stets um Unikate handelt. Nach einer guten Stunde erkannte das Publikum, wer der beinahe nervös wirkende Mann in der gelben Sportjacke ist. Schmaus kam auf die Bühne und stand Löscher Rede und Antwort. Der 43-jährige Sternekoch betreibt mittlerweile vier erfolgreiche Lokale in Regensburg, tritt in Fernsehshows wie „Grill den Henssler“ und „Kitchen Impossible“ auf, hält Vorträge vor Managern und vereint in seiner Arbeit Kulinarik mit Kreativität, Kunst und Handwerk.
Die „rasante Entwicklung“ des Anton Schmaus
Seit 2017 ist Schmaus Chefkoch der deutschen Fußballnationalmannschaft. Im Gespräch erzählte er davon, wie er 30 Kilogramm Fisch für die Mannschaft zubereiten muss und wie er beim Schneiden von 15 Kilogramm Spargel entspannen kann. Selbst steht er kaum noch hinter dem Herd. „Es war eine rasante Entwicklung“, berichtete Schmaus. „Vom kleinen Koch zum Unternehmer und Manager. Da bleiben die handwerklichen Tätigkeiten auf der Strecke.“ Dass er regelmäßig mit Profi-Fußballern zu tun hat, merkt man auch an anderer Stelle. Zum Beispiel, als der gebürtige Regener seinen Werdegang zum Spitzenkoch skizzieren soll. Eine Vision wäre wichtig, aber es gehöre eben „viel Talent und Durchhaltevermögen“ dazu. „Wie im Sport.“
Weltenbummler mit Wurzeln in der Region
Schmaus hat es geschafft, regional verwurzelt zu bleiben und dennoch als Weltenbummler überall seine Duftmarken zu setzen. Im Degginger erzählte er nicht nur von seinen eigenen gastronomischen Konzepten, sondern auch von der Bedeutung der Kreativität auf dem Weg zum Erfolg. Und somit schien der kleine Mann in der gelben Sportjacke doch gut ins Degginger zu passen, wo ihm die Gäste, die größtenteils deutlich jünger waren, gebannt zuhörten.