Wegen Autoposern: Parkplatz am Schwandorfer Gleisdreieck ist jetzt nachts gesperrt

Sie treffen sich spätabends mit ihren aufgemotzten Autos auf dem Parkplatz am Gleisdreieck, sitzen mit Klappstühlen neben dem Wagen, trinken, quatschen und hören laute Musik. Die Autoposer, die oft in größeren Gruppen auf dem Areal zwischen Krankenhaus und Beruflichem Schulzentrum zusammenkommen, sind immer mehr zum Problem geworden. Nun hat die Stadt Schwandorf gehandelt.
Ab sofort darf der Parkplatz in der Zeit zwischen 20 und fünf Uhr nicht mehr befahren werden. Ein entsprechendes Verbotsschild wurde diese Woche von der Stadt aufgestellt. Die Rathausspitze reagiert damit auf die zunehmenden Lärmbeschwerden von Anwohnern. „Es kann nicht sein, dass hier nachts Halligalli ist“, findet 2. Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU), der die Presse über die Maßnahme informierte.
Es kann nicht sein, dass hier nachts Halligalli ist.
Andreas Wopperer, 2. Bürgermeister von Schwandorf
Einige Zeit habe es nach seinen Worten gut funktioniert. Doch zuletzt hätten sich die Beschwerden gehäuft. In Spitzenzeiten würden sich bis zu 100 Leute auf dem Parkplatz treffen. Auch in der jüngsten Bürgerversammlung wurde das Parkplatz-Problem angesprochen. Ein Bürger, der sich schriftlich an die Stadt gewandt hatte, kritisierte unter anderem die zunehmende Vermüllung der Fläche. Der Stadt seien die Hinterlassenschaften bereits aufgefallen, hieß es. Die jungen Menschen, die sich auf dem Parkplatz treffen würden, ließen Unmengen von Fast-Food-Verpackungen zurück. „Die Vermüllung ist so nicht zu akzeptieren“, erklärte Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) in der Bürgerversammlung.

Der Parkplatz am Gleisdreieck gehört dem Landkreis. Aus diesem Grund hatte Feller mit den Verantwortlichen im Landratsamt gesprochen, wie das Problem behoben werden kann. „Wir sind an einer Lösung dran und hoffen, dass wir bald eine haben“, versprach der OB in der Bürgerversammlung.
Krankenhaus-Patienten vor nächtlichem Lärm schützen
Gut zwei Wochen nach der Bürgerversammlung hat die Stadt Schwandorf das nächtliche Verbot erlassen. Der Landkreis sei informiert worden, so Wopperer. Da es sich um ein offizielles Verkehrsschild handelt, sei die Untere Verkehrsbehörde der Stadt Schwandorf zuständig, erklärte der 2. Bürgermeister auf Nachfrage.
Die Stadt wolle die Anwohner der Steinberger Straße und der Glätzlstraße schützen. Auch die Patienten im nahen Krankenhaus sollen von dem nächtlichen Lärm nicht mehr belästigt werden.

Ob das Einfahrtsverbot zwischen 20 und fünf Uhr etwas bringe, werde sich in den nächsten Monaten zeigen, sagte Dominik Fischer, Sachgebietsleiter Ordnungswesen der Stadt Schwandorf. Der städtische Ordnungsdienst werde das Verbot vorrangig kontrollieren, kündigte Wopperer an. Vor allem in der Anfangszeit werde es verstärkte Kontrollen geben. Die Überwachung des Verbotes könne aber nur stichprobenartig erfolgen, erläuterte der 2. Bürgermeister. Sollten sich nachts unberechtigte Personen mit ihren Fahrzeugen auf dem Parkplatz befinden, könnten sie kostenpflichtig verwarnt werden. Das Verwarnungsgeld betrage in diesen Fällen 55 Euro.
Sondergenehmigung für Klinik-Mitarbeiter
In den sozialen Netzwerken wurde bereits darüber diskutiert, ob nun auch die Mitarbeiter des Krankenhauses, die nachts Dienst tun, ein Knöllchen bekommen würden. Andreas Wopperer betont, dass die Beschäftigten des Krankenhauses den Parkplatz mit einer Sondergenehmigung auch in den Nachtstunden nutzen könnten. Dabei sei es nicht notwendig, dass jeder Mitarbeiter nun eine eigene Sondergenehmigung beantragen müsse. „Die Stadt hat das Krankenhaus informiert. Es wird seinen Mitarbeitern eine formelle Ausnahmegenehmigung ausstellen“, erklärte er.
Die Polizei werde den Parkplatz nur nach Mitteilungen von Bürgern kontrollieren, so Polizeihauptmeister Florian Hermann. In den vergangenen Wochen seien aber wiederholt Unfallfluchten auf dem Areal aufgenommen worden. Allerdings hatte die Polizei laut Hermann heuer schon mehrere Laserkontrollen auf der Hoher-Bogen-Straße durchgeführt. Dabei gab es 15 Anzeigen und elf kostenpflichtige Verwarnungen.
Ganz vertreiben werden wir sie nicht können.
Andreas Wopperer
Der Stadt ist bewusst, dass mit dem Verbot das Problem nur verlagert werde. „Ganz vertreiben werden wir sie nicht können“, so Wopperer. Schon in der Vergangenheit hatten sich die Autoposer immer wieder neue Treffpunkte gesucht. Anfangs kamen sie auf dem Maschek-Parkplatz zusammen, dann wichen sie in die Gutenbergstraße aus und schließlich wurde der Gleisdreieck-Parkplatz zu ihrem Treffpunkt. Wo es sie künftig hinziehen wird, kann derzeit keiner voraussagen.