Plant Regensburg alle Baustellen gleichzeitig? Ein staugeplagter Bürger beschwert sich bei der Stadt

Es waren Tage, die diesen Autofahrer im Regensburger Stadtosten auf eine harte Geduldsprobe stellten: Wegen mehrerer Baustellen kam es zu langen Staus. Muss das so sein?
Mittlerweile stellt sich die Situation wieder deutlich entspannter dar. Aber Anfang des Monats mussten Autofahrer vor allem in Stoßzeiten viel Geduld mitbringen, wenn sie im Stadtosten unterwegs waren. Für Jürgen Herlinger war das zu viel.
„Macht sich eigentlich irgendwer in der Regensburger Verkehrsplanung Gedanken, über das, was sie anstellen?“, lautete die verärgerte Frage, die er an die Stadtverwaltung und in Kopie auch an die MZ richtete. Die Antwort gab er gleich selbst: „Nach dem derzeitigen Chaos kann man davon nicht ausgehen.“
Der Grund für seinen mit zahllosen weiteren Verkehrsteilnehmern geteilten Verdruss war eine ungewöhnliche Häufung von Baustellen. So waren für einige Tage zwei von drei Zufahrten aus östlicher Richtung zum Odessa-Ring von Neutraubling gesperrt, mit langen Staus im Berufsverkehr als Folge.
85 Minuten von Neutraubling bis Keilberg
„Ich selbst hatte das Vergnügen, von Neutraubling kommend nach Keilberg 85 Minuten zu brauchen, da die Auffahrt von der Max-Planck-Straße auf den Odessa-Ring gesperrt war“, beschrieb Herlinger sein Erlebnis im Feierabendverkehr Anfang Mai.
Der Rückstau habe sich bis zur Shell-Raststätte an der Max-Planck-Straße erstreckt, die Umleitung über die Siemensstraße sei nicht leistungsfähig gewesen und in der Straubinger Straße seien die Fahrzeuge bis zur Stadtgrenze bei Ikea gestanden.
Tatsächlich stellte sich diese Situation mehr als eine Woche so dar. Ein Kulminationspunkt war dabei die Kreuzung Siemensstraße/Straubinger Straße, wo sich die Fahrzeuge von der völlig überlasteten Ausweichroute in einen schon bestehenden Stau zwängen mussten. Endlich wieder freie Fahrt war dann erst weitere 100 Meter weiter an der Rampe zum Odessa-Ring möglich.
Weil zudem die Kremser Straße als möglicher „Fluchtweg“ für Ortskundige gesperrt war und auch auf dem Weg von der Max-Plank-Straße zur Landshuter Straße ebenfalls eine Baustelle eingerichtet war, kam Herlinger zu dem entnervten Schluss: „Diese Situation ist Wahnsinn.“
Stadt: „Überschneidungen nicht vermeidbar“
Seine Frage, weshalb diese Baustellen alle zeitgleich getaktet werden, richtete er auch direkt an die Oberbürgermeisterin. Weil diese in besagter Woche auf Dienstreise war, dauerte es mit der Antwort ein bisschen. Die städtische Pressestelle führt aus, dass sich im Frühjahr – nach dem Ende der Frostperiode – erfahrungsgemäß die Bauarbeiten im Straßenraum ballen würden.
Neben der Stadt seien dabei auch Bund, Freistaat, gewerbliche Akteure, städtische Töchter, Unternehmen und Privatleute aktiv, um alle Vorhaben von Straßenbau aller Art über Leitungsverlegungen bis hin zu Kanalarbeiten in Angriff zu nehmen.
Diese Gleichzeitigkeit und die Vielzahl der Akteure verursache mitunter Probleme, räumt die Stadt ein. „Trotz Abstimmungsprozessen sind Überschneidungen von Baumaßnahmen leider nicht vermeidbar, vor allem wenn es sich um die Verlegung wichtiger Versorgungsleitungen handelt. Generelles Ziel der Stadt ist es, dass Baustellen möglichst wenig Platz wegnehmen und dass sie möglichst schnell wieder abgebaut werden.“
Wie eingangs erwähnt, stellt sich die Situation im Stadtosten mittlerweile wieder deutlich entspannter dar. Die nächste Baustellen-Häufung ist dann wohl in den Sommerferien zu erwarten.