Die Nürnberg Rams zu Gast am Gymnasium in Parsberg: „Football ist für alle da“

Von Peter Romir · 28. Mai 2025 um 05:00

Was braucht es, um ein erfolgreicher Profisportler zu werden? Wie schafft man es, sich täglich zum Training zu motivieren? Mit solchen Fragen konfrontierten die Schüler des Gymnasiums Parsberg den Kader der Nürnberg Rams. Und die Footballer gaben bereitwillig Auskunft.

Ein knappes Dutzend Sportler des Nürnberger Vereins war letzte Woche zu Gast im Parsberger Gymnasium. Die jungen Männer haben sehr unterschiedliche Hintergründe: Sie kommen aus Nigeria, Kanada, Deutschland, Großbritannien und den USA, aus Großstädten und ländlichen Gebieten. Aber eines eint sie: der Traum, berühmte Footballspieler zu werden.

Trainer Josh Alaeze zeigt, wo es lang geht. - Foto: Peter Romir

„Die eine Hälfte ist, an dich und diesen Traum zu glauben – egal was andere sagen“, erklärt Trainer Josh Alaeze und fügt dann mit einem Grinsen hinzu: „Die andere Hälfte ist harte Arbeit.“

Traum vom Profisport

Denn der in Baltimore geborene Alaeze weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es sein kann, Profisportler zu werden. Schon als Jugendlicher wollte er Spieler in der amerikanischen Football-Liga NFL werden. „Doch irgendwann triffst du auf 50 andere Typen, die genauso hart trainieren und genauso motiviert sind wie du – und nur einer kommt weiter.“

Dass er damals nicht der eine gewesen war, der weiter kam, habe ihn tief getroffen. „Ich bin wirklich zwei Jahre zu Hause gesessen und wusste nicht, was ich machen sollte.“ Deswegen rät er den Kids, immer einen Plan B in der Tasche zu haben und neben dem Körper auch den Geist zu trainieren: „Euer wirklicher Reichtum ist in eurem Kopf.“

Alaeze entschloss sich schließlich dazu, Trainer zu werden. Eine Rolle, in der er nun voll aufgeht: „Das Team ist wie eine Familie“, sagt er. Und Nürnberg sieht er als guten Ort, um talentierte Spieler aufzubauen. Der Verein spielt in der zweiten Deutschen Football-Liga und Alaeze legt viel Wert auf die Nachwuchsförderung, damit die Talente dann möglicherweise zu den amerikanischen Top-Clubs wechseln können.

Nürnberg Rams: Football braucht Selbstdisziplin

Doch dafür braucht es jede Menge Selbstdisziplin. Die Jugendlichen in der gut besetzten Aula des Gymnasiums hören gespannt zu, als die Profis von ihrer täglichen Routine berichten: Aufgestanden wird um vier Uhr, dann geht es zum ersten Training. Für diejenigen, die noch zur Schule gehen, folgt dann ein ganz normaler Schultag – und am Nachmittag kommt eine weitere Trainingseinheit.

Das Team sorgt dabei für die Motivation: „Für mich gilt, dass das nächste Spiel immer das wichtigste ist“, sagt Jadiel Wahab. Er stammt aus London und spielt als Linebacker in der Mitte der Verteidigung. In Deutschland musste er erst mal einen Kulturschock verkraften: „In Nürnberg ist alles so klein!“

So geht Football: Linebacker Jadiel Wahab aus London übt Wurf- und Fangtechniken. - Foto: Peter Romir

Der Kanadier Alex Gray sieht das anders: Da er als einer ländlichen Gegend kommt, fühlt er sich in Bayern sehr wohl. „Aber ich vermisse die Country Musik! Die war bei uns daheim allgegenwärtig.“

Deutsche Bahn stoppt Football-Training

Besonders gewöhnungsbedürftig fanden die Spieler aus dem Ausland auch den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland: „Entweder kommen die Züge superpünktlich – oder Stunden später.“ Das hätte schon zu mehreren verpassten Trainingseinheiten geführt.

Was die Spieler außerdem hervorheben, ist die Kraft ihres Sports, die unterschiedlichsten Menschen zu verbinden: „Wir haben Sportler aus neun Ländern, die bei uns zusammenspielen“, sagt Alaeze. „Football überwindet alle Grenzen zwischen Nationen, Geschlechtern und Altersgruppen.“

Gymnasium Parsberg trifft Highschool Hohenfels

Denn durch die unterschiedlichen Aufgaben in der Mannschaft biete Football für jeden Körpertyp eine passende Position: Vom schnellen Läufer bis zum kräftigen Abwehrspieler. Auch in Parsberg wird diese verbindende Funktion des Sports sichtbar: Neben den 75 Jugendlichen des Gymnasiums sind auch zwölf Kids der amerikanischen Middle High School aus Hohenfels dabei.

„Die beiden Schulen hatten schon früher gemeinsame Projekte“, sagt Andrea Bachhuber. „Aber mit Corona ist das leider etwas eingeschlafen, deshalb wollten wir das wiederbeleben.“ Die Lehrerin für Englisch und Sport organisierte das Treffen gemeinsam mit ihren Kolleginnen Lena Neumeier und Christian Knittl.

Damit die Jugendlichen an dem Event teilnehmen konnten, mussten sie zuerst einen Fragebogen ausfüllen, was Football ihnen bedeutet und welche Fragen sie stellen würden. Des Lerneffekts wegen selbstverständlich auf Englisch.

Nach der Fragestunde ging es hinaus auf den Sportplatz der Schule. An verschiedenen Stationen wurde dort gepasst, gefangen, verteidigt und gesprintet. Dabei lobten die Spieler vor allem die Fang- und Wurftechniken der Parsberger: „Man merkt, dass ihr viel Volleyball spielt!“ Zum Abschluss wurde gemeinsam eine Runde Ultimate Football gespielt – eine Variante, die ohne den Körperkontakt auskommt.