Haushaltsberatungen: Der Sparzwang hat die Gemeinde Obertraubling fest im Griff

Sogar für das Bürgerfest war kein Geld da, deshalb fällt es heuer aus. Dieses Beispiel zeigt, wie angespannt die Finanzlage in Obertraubling ist. Bei den Haushaltsberatungen ging es vorrangig ums Sparen.
Der Gemeinderat Obertraubling hat sich mit der Beratung und dem Beschluss über den Haushalt mit dem Finanzplan und dem Investitionsprogramm 2024 bis 2028 beschäftigt. Bereits im Haupt- und Finanzausschuss wurde mit Kämmerer Josef Meier der Haushalt der Gemeinde Obertraubling für 2025 intensiv vorberaten. Anschließend beschäftigten sich die Gremiumsmitglieder noch in den Fraktionen mit dem Thema Gemeindehaushalt 2025.
Bürgermeister Rudi Graß zeigte sich zuversichtlich, dass es finanziell für die Gemeinde Obertraubling im nächsten Jahr wieder besser laufen werde und auch den Rücklagen wieder etwas zugeführt werden könne.
Kein Geld für ein Bürgerfest
Wobei zum Thema Einsparungen bereits der Gemeinderat in einer der vorherigen Sitzungen den Beschluss fällte, dass das Bürgerfest 2025 nicht stattfinden wird und dadurch Kosten von schätzungsweise an die 30 000 Euro eingespart werden.
Die Sanierung und der Umbau der Hermann-Zierer-Grundschule werden die Gemeinde auch in den nächsten beiden Jahren weiter beschäftigen. Ziel ist es, die geplante Fertigstellung der Schule für 2027 einzuhalten, so der Bürgermeister, der gespannt ist, ob die veranschlagten 15 Millionen für diese Baumaßnahme ausreichen werden.
Für die CSU-Fraktion ging Simon Wagner noch einmal auf einige Positionen ein, in denen seine Fraktion Einsparungspotenzial sieht. Er dankte Meier, der die schwierige Aufgabe, den Haushalt genehmigungsfähig zu erstellen, gut gemeistert habe. Die CSU regte an, bei Sachausgaben wie Weihnachtsfeiern und Klausuren zu sparen. Auch die Anzeigenpreise im Gemeindeblatt sollten so schnell wie möglich angehoben werden, damit sich die Kosten decken.
„Wir wissen, dass bei den Investitionen für dieses Jahr keine Sonderwünsche drin sind.“
Karl Span, Gemeinderat
Karl Span von den Freien Wählern meinte dazu, man sollte die Anzeigenkunden aber auf die Erhöhung hinweisen und diese erst ab Januar 2026 umsetzten. Auch Span dankte Meier und ergänzte: „Wir wissen, dass bei den Investitionen für dieses Jahr keine Sonderwünsche drin sind.“ Ebenso sollten die Gebühren fürs Standesamt, das die Gemeinde Obertraubling für Köfering, Thalmassing und Hagelstadt übernimmt, angepasst werden.
Dabei gab es noch weitere Punkte zu Einsparungen, die andiskutiert wurden. So wurde auch der Geh- und Radweg Richtung Mangolding, der mit der Nachbargemeinde Mintraching umgesetzt werden soll, erwähnt. Auch bei weiteren Projekten, die bereits im Haushalt aufgenommen sind, wird geschaut, wo gespart werden kann, so die Info des Kämmerers und des Bürgermeisters.
Norbert Seidl von den Grünen lobte den übersichtlich gestalteten Haushalt des Kämmerers und beschrieb es so: „Die Schulden drücken, Einsparungen sind einfach notwendig und einiges könnte eventuell noch auf nächstes Jahr geschoben werden. Wolfgang Hankofer von den Unabhängigen Bürgern Obertraubling (UBO) regte an, auch die Einnahmen und die freiwilligen Leistungen anzuschauen.
Im Haushalt 2025 gibt es keine Zuführung vom Verwaltungs- zum Vermögenshaushalt. Aber für 2026 ist wieder eine Zuführung in Höhe von 2,9 Millionen veranschlagt. Insgesamt beträgt der Haushalt der Gemeinde Obertraubling 32,8 Millionen Euro. Für 2025 sind im Verwaltungshaushalt 21,5 Millionen und im Vermögenshaushalt 11,3 Millionen Euro eingeplant. Eine Kreditaufnahme von 3,1 Millionen Euro ist für 2025 notwendig, bis 2028 wird der Schuldenstand auf 9,8 Millionen Euro steigen.
Die Gewerbe- und Einkommenssteuer zählt zu den größten Einnahmequellen der Gemeinde. Weil diese 2023 so hoch war, gibt es heuer keine Schlüsselzuweisungen für Obertraubling. Die Kreisumlage ist auf auf 7,3 Millionen angestiegen.
Vorhaben gestrichen
Einstimmig wurden die Haushaltssatzung samt Finanz- und Stellenplan sowie die geplanten Investitionen für die Gemeinde, die Gemeindewerke die Grundstücks- und Wohnungsbaugesellschaft beschlossen. Die Ausschreibung für Mäharbeiten mit 5000 Euro, die geplante Überdachung am Bauhof mit 42 000 Euro und die Rad-Boxen bei der Mehrzweckhalle mit 11 500 Euro werden eingespart. Auch dafür sprach sich das Gremium einstimmig aus.
Zum Abschluss bedankte sich der Bürgermeister für die gute Zusammenarbeit und die sachliche Diskussion - und wünschte sich, dass man sich bald einmal wieder etwas wünschen dürfe.