Führungen und Mitmach-Aktionen: Welterbekoordination stellt Programm für 31. Mai vor

Von Theresa Baumann · 23. Mai 2025 um 11:00

Inzwischen trägt Regensburg den Titel Weltkulturerbe bereits 19 Jahre. Die 20 Jahre knackt die Stadt somit erst nächstes Jahr. Dennoch ist der diesjährige Welterbetag ein Jubiläum, ein 20-jähriges. Aufschluss darüber gibt das diesjährige Motto.

Wer an letztes Jahr zurückdenkt, dem kommt vermutlich eins in den Kopf: Hochwasser. Dieses war auch daran Schuld, dass einige Angebote des Welterbetags 2024 kurzfristig nicht stattfinden konnten, erklärt Lorenz Baibl, Leiter des Amtes für kulturelles Erbe. Bei einer Pressekonferenz im Besucherzentrum Welterbe stellte die Welterbekoordination der Stadt das Programm vor, darunter einige Angebote, die nun eine zweite Chance bekommen.

Regensburg feiert verfrühtes Jubiläum

Normalerweise finden die Feierlichkeiten am ersten Sonntag des Monats Juni statt. Heuer startet das Programm schon am Samstag, 31. Mai – „ein Pre-Opening“ sozusagen.

Ein Jahr, nachdem es die bundesweiten Welterbetag-Feierlichkeiten gab, beteiligte sich die Stadt Regensburg erstmals daran, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Unter dem Motto „Vermitteln, Verbinden, Begeistern – 20 Jahre Welterbetag in Deutschland“ darf die Stadt somit das verfrühte Jubiläum feiern. „Ein Schwerpunkt ist die kulturelle Teilhabe“, sagt Maltz-Schwarzfischer. „Dieser Tag ist dazu da, die Bevölkerung mitzunehmen und für das Welterbe zu begeistern.“

Denn letztendlich trage diese das Erbe auch in die Zukunft. Es sei wichtig zu verstehen, was überhaupt so besonders sei. Ein Bewusstsein dafür schaffe ein vielfältiges Programm am Aktionstag im Besucherzentrum und entlang des Marc-Aurel-Ufers.

Einblick in die Geschichte der Diplomaten-Ruhestätten am gesandtenfriedhof

Insgesamt 35 Angebote habe sich die Welterbekoordination der Stadt Regensburg überlegt, sagt Wolfgang Dersch, Kulturreferent der Stadt Regensburg. dabei könnten Regensburger die Stadt aus unterschiedlichen Blickwinkeln neu entdecken – sei es aus den Augen von Kindern oder von Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Die Stadt werde durch zahlreiche Sonderführungen und Mitmach-Stationen lebendig. Baibl fügt an: „Wir haben ein Programm für die ganze Familie zusammengestellt. Es ist generationenübergreifend.“

Ein besonderes Highlight sei das Legionärslager, welches von 30.Mai bis 1. Juni in Kumpfmühl einen Einblick in das römische Lagerleben biete. Am stand der Regensburg Tourismus GmbH am Marc-Aurel-Ufer finden zur vollen Stunde von 13 bis 16 Uhr Kurz-Touren statt – 20 Minuten, die dem Welterbe gewidmet sind.

In einer weiteren Führung beleuchtet Historiker Dr. Martin Weindl das Leben der Menschen, die in den Gräbern am Gesandtenfriedhof liegen. Hinter den Diplomaten-Ruhestätten steckten Geschichten über Liebe, Trauer, Glücksritter und gescheiterte Hoffnungen. Die Touren starten jeweils um 13, 14 und 15 Uhr am Haupteingang des Friedhofs.

Der Infostand von Regensburg_Next behandelt das Thema „Smart City“. Hier stehe das Welterbe im Wandel der Zeit im Fokus, kündigt Dersch an. Dabei geht es um Fragen wie: Welche Chancen bieten Informations- und Vernetzungstechnologien der Stadtentwicklung des Weltkulturerbes?

Fotosafari und Comic-Kurs für die Kleinen

Außerdem seien einige kreative Angebote im Programm enthalten, erklärt Janina Rummel vom Amt für kulturelles Erbe. Die Urban Sketchers Regensburg laden zu einer Reise in die römische Vergangenheit Regensburgs ein. Für Nachwuchskünstler biete der Comic-Künstler Christian Schmidbauer einen Workshop an, bei dem Kinder eigene Comic-Helden designen. „Wer möchte, darf sogar Teil der Ausstellung im Besucherzentrum Welterbe bis 12. Juli werden.“

Ein weiteres Highlight für die Kleinen ist die Fotosafari der Kinderakademie Fliegenpilz. Mit einer Einwegkamera dürfen Kinder ab sechs Jahren die Welt aus ihrer eigenen Perspektive festhalten.

Die Erwachsenen können sich derzeit die Ausstellung „Menschen am Fluss“ im Besucherzentrum Welterbe ansehen und dabei mehr über die Geschichte der Donau-Anwohner erfahren. Das Donau-Schifffahrt-Museum ist an diesem Tag ebenfalls kostenlos geöffnet.

Dersch dankte der Welterbekoordination der Stadt Regensburg für die Organisation. Denn wie schon Karl Valentin sagte: „Kultur ist schön, aber auch viel Arbeit.“

Wer beim Comic-Workshop seinen Helden designt, darf an der Ausstellung des Künstlers Christian Schmidbauer teilhaben. - Foto: Theresa Baumann