Neue Veranstaltungshalle in Waldmünchen: Hier kommt sie hin

Von Martin Hladik · 22. Mai 2025 um 11:00

Rund sechs Stunden haben die Stadträte aus Waldmünchen (Landkreis Cham) am Samstag diskutiert und beraten, wohin die neue Veranstaltungshalle kommen soll, am Schluss hat sich eine 2/3-Mehrheit für den Standort der Festhalle am Jahnplatz entschieden. So klar wie die Entscheidung zum Schluss ausfiel, war der Weg dorthin aber gar nicht.

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Das schilderten die drei Bürgermeister Markus Ackermann, Martin Frank und Wolfgang Kürzinger in einer Pressekonferenz am Mittwoch. Dabei machte Ackermann deutlich, dass das Ziel der Klausurtagung die Standortfrage gewesen sei, nicht aber ein konkreter Bauplan. Frank legte Wert auf die Feststellung, dass Waldmünchen keine Stadthalle plane, sondern eine Veranstaltungs- und Festhalle. Die beiden Funktionen für große und kleinere Veranstaltungen, so Ackermann, und möglichst noch weiter Bedarfe solle die Halle erfüllen. Was möglich sei, werde aber erst ein Planer feststellen.

Über eine finanzielle Größenordnung einer neuen Veranstaltungshalle wollten die drei Bürgermeister nicht reden. Ackermann machte immer wieder deutlich, dass dies von der Zuschusssituation abhängen werde. Etwas konkreter wurde Kürzinger: Welche Veranstaltungshalle man sich leisten könne, hänge auch davon ab, was die Halle in den nächsten 20 Jahren kosten werde, nicht nur bezogen auf die Finanzierungskosten des Baues selbst, sondern auch auf die Unterhaltskosten. Hier bleibt zu erwähnen, dass für die Halle kein Gastrobetrieb, sondern nur ein Caterer angedacht ist. „Wir suchen nach einer eierlegenden Wollmilchsau!“, umschrieb es Frank.

Der Entscheidungsprozess

Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen? Zunächst habe man die einzelnen Standorte in Gruppenarbeiten unter der Moderation von Annika Härtel von der Demografiefesten Kommune bewertet. Hier hätten sich die Punktebewertungen der drei Standorte trotz „individueller Gewichtung“ durch die Stadträte kaum unterschieden, sagte Ackermann. Sie lagen „denkbar knapp beieinander“, sagte Frank. Bewertet wurden Kriterien wie Parkplatzsituation, Kosten und Förderung, Lärm, städtebaulicher und gesellschaftlicher Mehrwert und Multifunktionalität.

Eine Entscheidung fiel erst, als die Stadträte sich für ein Projekt entscheiden und dies auch im Gremium begründen mussten. Hier habe sich eine klare Mehrheit im Verhältnis von 2:1, so Ackermann, für den Standort der Festhalle entschieden. Hier denke man im Wesentlichen an einen Neubau und nicht an eine Sanierung. In der neuen Halle sollten sowohl große Bälle, aber auch das Heimatfest stattfinden können, beschrieb Ackermann. Er wies darauf hin, dass der Architekt Walter Angonese bereits vor Jahren diesen Standort für eine multifunktionale Halle vorgeschlagen hatte, wie in der Broschüre „Implantate“ nachzulesen sei. Auch in anderen Bereichen habe die Stadt schon von den Vorschlägen des Architekten profitiert: Beim Dirrmaler Wirt und bei der Festspieltribüne.

Das ehemalige Kaufhaus Reitmeier bleibt im Blick der Stadt. Sollte der Neubau bei der Festhalle zu teuer sein, hätte die Stadt hier eine zweite Möglichkeit. - Foto: Martin Hladik

Weiter im Rennen ist aber dennoch das ehemalige Kaufhaus Reitmeier. Allerdings als zweite Option sollte sich der Bau bei der Festhalle zum Beispiel aus finanzieller Sicht nicht verwirklichen lassen. Die Stadt habe eine Kaufoption für das Gebäude. Ackermann deutete auf eine entsprechende Nachfrage aber an, dass es möglicherweise auch Bedarfe geben könne, die mit der neuen Veranstaltungshalle nicht erfüllt werden können. Und hier brauche man Ausweichmöglichkeiten.

Völlig aus dem Rennen ist demnach die TV-Halle. Sie sei als Veranstaltungshalle sowohl als Sanierung oder mit einem Neubau am Standort nicht mehr im Rennen.

Die TV-Halle soll auf keinen Fall zur Veranstaltungshalle umgebaut werden. - Foto: Martin Hladik

Die in der Klausurtagung gefällte Entscheidung ist zwar richtungsweisend, aber noch nicht bindend. Dass soll jetzt möglichst schnell nachgeholt werden. Schon in der Junisitzung werde man eine entsprechende Abstimmung mit einem Durchführungsbeschluss auf der Tagesordnung haben, versprach Bürgermeister Ackermann. Auf ein Zeitfenster für Planungen und einen Baubeginn wollte man sich nicht festlegen, machte aber deutlich, dass man an die nächstfolgenden Jahre denkt.

Signal der Einigkeit

Die drei Bürgermeister Martin Frank, Markus Ackermann und Wolfgang Kürzinger stellten die Entscheidung vor und Ackermann innerte an einen Vorschlag des Architekten Walter Angonese für diesen Standort. - Foto: Hladik

An der Entscheidung am Samstag waren die Stadträte und zwei Ortssprecher beteiligt. Fünf Stadträte waren beruflich oder gesundheitlich verhindert, hätten aber die Entscheidung mitgetragen, sagte Frank. Bürgermeister Ackermann sagte, dass die Diskussion „sehr intensiv und sehr sachlich“ gewesen sei. Jeder sei sich der Konsequenzen bewusst gewesen, die die Entscheidung für die Stadt haben werde. Man habe die „bestmögliche Entscheidung für Waldmünchen gesucht, die die Stadt nicht überfordert.“ Und alle hätten am Ende die Entscheidung mitgetragen, betonte Kürzinger. Dieses Signal wolle man auch durch die Pressekonferenz mit allen drei Bürgermeistern deutlich machen, sagte Ackermann.