Witt-Gruppe schließt ihr USA-Geschäft – auch wegen der Politik der US-Regierung

Von Mittelbayerische Zeitung · 21. Mai 2025 um 15:05

Da dem großen Potenzial des US-amerikanischen Marktes derzeit ausgesprochen schwierige Rahmenbedingungen entgegenstehen und mit einer wesentlichen Änderung in absehbarer Zeit nicht zu rechnen sei, hat sich die Witt-Gruppe mit Sitz im oberpfälzischen Weiden dazu entschlossen, das USA-Geschäft nicht fortzuführen.

Video ansehen

Gestartet war das Oberpfälzer Traditionsunternehmen in den USA 2016 mit der Marke „Creation L“, nachdem das 1906 von Josef Witt gegründete Unternehmen bereits 1986 über das Versandhaus Schwab AG vom Otto-Konzern übernommen wurde. Trotz intensiver Bemühungen der entsprechenden Mitarbeiter, sowohl am Standort Deutschland als auch in Florida, sei es selbst im Rekordjahr 2024 nicht gelungen, das US-Geschäft profitabel zu entwickeln.

Druck auch wegen der Politik der US-Regierung gewachsen

Im letzten Geschäftsjahr lag der Anteil am Gesamtumsatz von 1,257 Milliarden Euro lediglich bei 1,3 Prozent. Wie Kommunikationschef Rainer Hagner gegenüber der Mediengruppe Bayern betonte, sei der Druck auf das US-Geschäft von Witt zuletzt „durch die Politik der US-Regierung und zusätzliche geopolitische Entwicklungen weiter gewachsen.“

Vor diesem Hintergrund werde man sich stärker auf den europäischen Markt konzentrieren, wo etwa „Witt Group France“ bereits ein überproportionales Wachstum aufweise. Insgesamt konnte der Modespezialist für die Zielgruppe 50plus mit 3700 Mitarbeitern zuletzt ein Umsatzplus von 5,1 Prozent erzielen. Mit fünf Markenkonzepten (seit 2019 zählt auch die marke „heine“ zur Witt-Gruppe) ist man sowohl Online als auch mit 110 Filialen im stationären Handel aktiv.