Bauinnung sieht sich einer schwierigen Situation

Von Mittelbayerische Zeitung · 20. Mai 2025 um 22:31

Cham. Franz Wilhelm bleibt für weitere drei Jahre an der Spitze der Bauinnung Cham. Er wurde einstimmig wiedergewählt. Ihm zur Seite stehen wieder Werner Decker, Siegfried Wagner und Hans Feldbauer.

Ein umfangreiches Programm stand auf der Agenda der Bauinnung und des Baugewerbeverband bei ihrer Hauptversammlung. Obermeister Franz Wilhelm begrüßte ein ganze Reihe von Ehrengästen. In seinem Rückblick erinnerte er an 39 neue Berufsschüler im Baukompetenzzentrum in Furth in Wald und Freisprechungen von 176 Teilnehmern in den Berufen Maurer, Hochbaufacharbeiter, Bauzeichner und Bürokaufleute. Wilhelm zeigte sich erfreut, dass Landrat Franz Löffler zusagte und die Sanierung der Berufsschule angegangen wird. Stattgefunden haben auch wieder die Azubi-live-Messe in Roding und Academicus in Oberviechtach. Wilhelm informierte aber auch, dass man seitens des Landratsamtes eine neue Konzeption plane. Fast 2000 Schüler wurden zu diesen Messen gefahren und hätten diese meist uninteressiert durchlaufen. Überfordert damit waren damit seiner Darstellung nach vor allen Dingen die Schulen und es waren viel zu viele Firmen involviert. Künftig heißt es im Januar Berufe-live und von März bis April gibt es Beruf- und Messeformate. Man will damit den Schülern Raum geben, verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren.

Holzbau stört Bauinnung

„Wir haben jetzt in der momentanen Bauflaute festgestellt, wie weh uns der Holzbau tut. Viele Architekten stehen voll auf Holz“, stellte der Innungsobermeister fest und schilderte die Vorzüge der Ziegelbauweise.

„Das bayerische Baugewerbe erwartet für dieses Jahr keine Besserung der Geschäftslage. Der Ausgabenstopp bei Bauvorhaben des Bundes, die schwierige Haushaltslage der Kommunen und leere Fördertöpfe verhindern bisher die Erholung der Baukonjunktur. Hinzu kommt noch die Politik der Strafzölle von Trump und der Ukrainekrieg.

All das hat Einfluss auf unsere Branche und Betriebe, ohne dass wir hier etwas ändern könnten“, bedauerte Wilhelm und legte noch nach: „Von Januar bis September wurden in Bayern nur 36 379 Wohnungen genehmigt. Das sind fast 15 % weniger als im Vorjahr“. Er bezog sich dann aber gleich auf die neue Regierung, denn der Koalitionsvertrag enthält insgesamt 200 Punkte, die Auswirkungen auf die Baubranche haben werden.

Wilhelm hält es deshalb für wichtig, dass die Mitgliederzahl hochgehalten wird, die allerdings laut einer Prognose von derzeit 2800 auf 1800 sinken soll.

Gründe dafür sind keine Firmennachfolger und Betriebe, die aus Altersgründen geschlossen werden. Die Bauinnung Cham sei eine der stärksten Innungen.

Der Innungsobermeister kam auch auf das Thema Bürokratisierung zu sprechen. Wilhelm erinnerte alle an ein Rundschreiben, in dem sie konkret ihren betrieblichen Alltag nach Aufwand und Nutzen schildern sollen.

Innungs-Geschäftsführerin Petra Weinberger erläuterte die Zahlen zur Jahresrechnung 2024 sowohl für die Bauinnung als auch für den Baugewerbeverband und nach dem die beiden Kassenprüferinnen Ingrid Heut und Viktoria Dankerl einwandfreie Führung dokumentierten, erfolgte einstimmig die Entlastung.

Durchgesetzt mit einer Gegenstimme wurde auch die Anpassung des Grundbeitrages ab 2026 von 520 auf 595 Euro. Ab 2027 wird man dann eine dynamische Anhebung des Grundbeitrages an die Höhe des Landesverbandes einführen.

Meisterbriefe für Ehepaar

Bevor es zur Übergabe von Ehrenblättern und Goldenen Meisterbriefen kam, sprach der Vizepräsident der Handwerkskammer Gerhard Ulm ein Grußwort. „Die kommenden Monate und Jahre müssen von einer klaren Perspektive und Zuversicht geprägt sein – insbesondere, wenn es darum geht, das Potenzial für echten Aufschwung zu entfalten. Und Potenzial hat das Handwerk ohne Ende“, sagte Ulm.

„Goldenen Meisterbriefe gab es für den Maurer- und Betonbauermeister Siegfried Wagner aus Waldmünchen sowie Maurermeisterin Sylvia Wagner und ihr Ehemann Maurermeister Maximilian Wagner aus Traitsching. “Dass heute sogar ein Ehepaar unter den Geehrten ist, ist natürlich etwas Besonderes“, versicherte Ulm .

Mit dem Ehrenblatt wurden geehrt: Georg Schreiner von der Schreiner Bau GmbH in Eschlkam (25 Jahre). Franziska Reiser vom Bauunternehmen Mühlbauer in Runding (50 Jahre) sowie Ingrid und Gerhard Weindl von der Weindl-Bau GmbH in Arnschwang, Sie werden heute für 90-jähriges Betriebsbestehen geehrt.

Vor der Wahl wurden Ingrid Weindl und Anton Aumer geehrt. Beide scheiden aus der Vorstandschaft aus. Der weitere Abend begann dann mit einem Vortrag von Max Huber, Geschäftsführer des Baugewerbeverbandes in der Oberpfalz. Er berichtete zunächst über das Regensburger Modell für fairen Wettbewerb. Abschließend berichtete dann Marco Heimerl im Rahmen der Azubi-Werbung noch über die Digitale Lernplattform.