Mühlhausener feiern Doppeljubiläum der Feuerwehr sowie der Krieger- und Reservistenkameradschaft

Von Josef Kastl · 21. Mai 2025 um 11:00

Vier Tage lang waren viele Mühlhausener und Geibenstettener auf dem Festplatz im Einsatz, um der Freiwilligen Feuerwehr und der Krieger- und Reservistenkameradschaft ein würdiges 150-jähriges Gründungsfest zu bereiten.

Mehr als zwei Jahre des Planens wurden mit einem unvergesslichen Fest belohnt. Bereits am Donnerstagabend brachten die Kabarettisten „Tom & Basti“, das Trio „Schleudergang“ und die Band „Brassatas“ aus dem Bayerischen Wald die Gäste mit „Gaudi-Gulasch“ in Feierlaune. Das großräumige Zelt wurde am Freitag zur Party-Area umgebaut, denn am Freitagabend trafen sich Jugendliche und „Jung gebliebene“ zur Megaparty „Feierbläsch“. DJ Tommy Loco und John Taylor sorgten dafür, dass die nebelgeflutete Tanzfläche immer gut gefüllt war.

Dass es neben der Feuerwehr auch andere wichtige Hilfsorganisationen für Unglücks- oder Katastrophenfälle gibt, wurde am „Blaulicht-Nachmittag“ am Samstag deutlich. Nicht nur die Kinder waren vom Schreitbagger der Ingolstädter Gebirgspionierkompanie 23, dem Teleskop-Gelenkmast der Werkfeuerwehr Audi sowie der Ausrüstung anderer Werksfeuerwehren, des THW, der DLRG, der Bergwacht und des BRK beeindruckt.

Die Festdamen wurden im voll besetzten Festzelt mit Jubel empfangen.Josef Kastl - Foto: Josef Kastl

Währenddessen empfingen die beiden Jubelvereine am Feuerwehrhaus ihre Patenvereine – die Freiwillige Feuerwehr Geibenstetten und den Soldaten- und Kameradenverein Münchsmünster –, den Schirmherrn Bürgermeister Thomas Memmel, die Festmutter Birgit Zinner und die Festdamen, um unter den Klängen der Mühlhausener Blaskapelle zum Kriegerdenkmal zu marschieren.

Verstorbener gedacht

Gemeinsam mit Pfarrvikar Norbert Musiol gedachten sie der verstorbenen Mitglieder, die Hauptmann der Reserve Sebastian Hainz jun. mit folgenden Worten würdigte: „Das Jubiläum ist für uns Anlass, in Würde und Ehrfurcht der verstorbenen Kameraden zu gedenken, die beide Vereine 1875 gegründet und seitdem darin gewirkt haben.“ Für die Vereinsvorsitzenden Bernhard Karl und Michael Eigner jun. „haben sie durch ihre Dienste die Grundlage für die Feuerwehr und den Kriegerverein gelegt. Sie sind alle Teil unseres Lebens gewesen, haben uns geprägt zu dem, was wir sind“.

Festmutter Birgit Zinner befestigte ihr Erinnerungsband an der Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Mühlhausen. - Foto: Josef Kastl

Am frühen Samstagabend trafen sich im Festzelt neben den Mühlhausener und Geibenstettener Bürgern viele Verwandte, Freunde und Ehemalige aus den beiden Ortschaften. Sie freuten sich besonders auf die Partyband „Volxrock“ aus Südtirol, die dafür sorgte, dass nach rund zwei Stunden alle tanzend auf den Bänken standen. Am Sonntag um 6 Uhr mahnten „Kanonenschläge“ und die Blaskapelle Mühlhausen zum Aufstehen, um die beiden Patenvereine, den Schirmherrn, die Festmutter und die Festdamen „einzuholen“.

Ab 8 Uhr warteten die ersten Gastvereine am Triumphbogen, um von den Gastgebern zum Festzelt geleitet und im Spalier stehend begrüßt zu werden. Gestärkt mit frischen Weißwürsten zogen die Vereine zur Pfarrkirche St. Vitus, um dort den Festgottesdienst zu feiern. Mit den Worten „Hier und jetzt ist der richtige Ort, die richtige Zeit, um den Dank an den richtigen Platz zu bringen. Es ist ein Grund, dankbar zu sein für ein Engagement, das sich durch viele Generationen und 150 Jahre hindurchgetragen hat“ lud Pfarrer Thomas Stummer zur Feier des Gottesdienstes ein.

Der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes, Thomas Obster, sprach ein Grußwort. - Foto: Josef Kastl

In seiner Predigt regte er eine Änderung der persönlichen Perspektive mit dem Gedanken „Ich bin, weil Du bist“ an. „Hier bin ich“, sagt das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr im Katastrophenfall und bringt damit seine Wertschätzung seinem Mitmenschen gegenüber zum Ausdruck. Am Ende des Gottesdienstes segnete er die Fahnenbänder, die von der Festmutter und den Vorsitzenden der Jubel- und Patenvereine in Erinnerung an das Jubiläum an die Fahnen gehängt wurden. Musikalisch umrahmt von der Gruppe „Herznssach“ endete der Festgottesdienst mit der Bayernhymne.

Lobesworte von vielen Seiten

Jubel- und Patenvereine, Schirmherr, Festmutter und Festdamen marschierten zum Totengedenken. - Foto: Josef Kastl

Nach dem Mittagessen betonte Bürgermeister Thomas Memmel in seinem Grußwort: „Die Freiwillige Feuerwehr hilft aus Überzeugung, und die Krieger- und Reservistenkameradschaft ist der Anker der Gemeinschaft – sie lebt nicht von schönen Worten, sondern von Tatkraft und echter Kameradschaft.“ Im Namen des Landkreises überbrachte dessen Vertreter Martin Huber die Glückwünsche. Zum „Dank und zur Anerkennung des Dienstes am Nächsten“ überreichte Kreisbrandrat Nikolaus Höfler eine Ehrenurkunde mit den Worten: „Seit 150 Jahren ist unser gemeinsames Ziel gleichgeblieben: Menschen in Not schnell und bestmöglich zu helfen.“ Martin Liedl vom Patenverein Geibenstetten bekräftigte ihre Treue: „Wir stehen euch bei – in guten wie in weniger guten Zeiten, bei Einsätzen und in Katastrophenzeiten.“ Mit Blick auf die historische Geschichte der Kriegervereine in den vergangenen 150 Jahren erinnerte der Vorsitzende des Kreiskriegerverbandes, Thomas Obster, an das Leitwort auf den Vereinsfahnen: „In Treue fest“. Dann marschierten rund 90 Vereine unter dem Takt von acht Blaskapellen durch das Dorf und wurden von zahlreichen Zuschauern bejubelt. Zurück am Festplatz herrschte im voll besetzten Zelt und auf dem Vorplatz beste Volksfeststimmung.

Feierliches Totengedenken am Kriegerdenkmal - Foto: Josef Kastl