In Schwandorf fehlen bezahlbare Wohnungen - Mehrere Projekte sollen Mangel beseitigen

Es fehlt an Wohnungen und es entsteht zu wenig neuer Wohnraum. Vor allem bei bezahlbaren Wohnungen herrscht Mangel – auch in Schwandorf, wie bei einer Veranstaltung am Freitag deutlich wurde. Zu der war auch die Bestsellerautorin Nena Brockhaus angereist.
Dabei steigt die Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen, wie Bernhard Werner, Vorstandssprecher der VR Bank Mittlere Oberpfalz, bestätigte. Gerade an EOF-geförderten Wohnungen gebe es Bedarf, erklärte Sparkassen-Vorstand Bernd Rees. „So viel gibt es da im Landkreis Schwandorf noch nicht“, so Rees.
Das muss auch Globus-Marktleiter Christof Judenmann feststellen. Wenn Globus neue Mitarbeiter aus anderen Regionen einstelle, hätten diese es schwer, bezahlbaren Wohnraum in Schwandorf zu finden. Viele müssten pendeln, berichtete er aus eigenen Erfahrungen.
An der Libourne-Allee entstehen aktuell 72 geförderte Wohnungen
Bemühungen, den Mangel zu beseitigen, gibt es. So entstehen im Rahmen eines EOF-Projektes an der Libourne-Allee 72 Wohneinheiten. Ein Teil davon ist bereits fertig und bezogen, der andere Teil wird noch gebaut. Gleich nebenan sind auf dem Gelände des ehemaligen Maschek-Autohauses weitere rund 100 geförderte Wohnungen geplant. Und weil dies noch nicht genug ist, gibt es ebenso Pläne, auf dem früheren Areal der Tonwarenfabrik mehr als 90 geförderte Wohnungen zu bauen. Letzteres war im städtischen Bauausschuss aber nicht unumstritten – die Investoren mussten daraufhin ihr Vorhaben umplanen.

Die Veranstaltung am Freitag zum Thema Wohnen und Bauen wurde vom Team Bamberg, zu dem auch der Schwandorfer Unternehmer Matthias Simmel zählt, organisiert. Dabei wurde betont, dass die Bürokratie der Hauptgrund dafür sei, dass in Deutschland die angepeilten 400 000 neuen Wohnungen pro Jahr nicht gebaut würden.
Die Politik würde aber keine Wohnungen bauen, meinte Bauingenieur Harald Gerlach vom Team Bamberg. Die Kommunen könnten nur die Rahmenbedingungen für Investitionen schaffen. Die Stadt Schwandorf hatte in den vergangenen Jahren beispielsweise mehrere Baugebiete erschlossen, um die Nachfrage nach Grundstücken zu befrieden. Bei der Bürgerversammlung am vorigen Dienstag konnte Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) diesbezüglich gute Nachrichten verkünden: In den Baugebieten Hasenbuckel und Rothlinde sind alle Parzellen vergeben. Die Stadt will nun in Niederhof weitere Baugrundstücke entwickeln.
OB Feller: Stadtteile dürfen mit neuen Bauplätzen nicht überfordert werden
Man dürfe einen Stadtteil aber nicht überfordern, meinte OB Feller bei der Veranstaltung am Freitag. Wenn ein Stadtteil 1600 Einwohner zähle, könne man dort nicht 100 neue Bauplätze schaffen, so der Rathauschef. Das überfordere die soziale Struktur und das Vereinsleben. Überhaupt müsse laut OB bei jedem Baugebiet die Infrastruktur mit angepasst werden. Denn für die Familien brauche es unter anderem auch Kita- und Schulplätze in der Umgebung. Schwandorf wachse zwar stetig, aber langsam, sagte Feller. „Damit kann man umgehen“, stand für ihn fest.

