Eine Reise durch Neustadt und seine Ortsteile - aber per Buntstift

Generationenarbeit ist das Stichwort, unter dem das gesellschaftliche Leben im Sinne eines Miteinanders in Neustadt weiterentwickelt wird. Ein Beitrag dazu ist ein Ausmalbuch, das jetzt erschienen ist. Es ist gewissermaßen der „Blick über den Horizont“.
Zumindest für Kinder, denn die kennen oft gerade mal den Ort, in dem sie wohnen. Und darüber hinaus? Schon wird es kompliziert, denn Neustadt ist nicht einfach „die Stadt“, sondern nämlich ein Dutzend Ortsteile und wenn da jemand als Kind zum Beispiel in Mühlhausen wohnt, kennt er vielleicht noch Neustadt, weil dort die Schule ist und die Supermärkte sind, wo die Mama zum Einkaufen fährt. Aber Hienheim, Deisenhofen und beispielsweise Umbertshausen liegen gewissermaßen „hinter dem Horizont“.
Erwachsenen geht das übrigens nicht anders. Nicht ohne Grund sind deshalb das Pfingstvolksfest und das Stadtfest in Neustadt a.d. Donau die Termine, an denen man endlich mal wieder all die Leute trifft, die man sonst das ganze Jahr über nicht sieht.
Typische Szenen
Das weiß auch der Bürgermeister und deshalb hat er sich gedacht, dass es so nicht weiter geht. Und nach weiteren Überlegungen und Beratungen stand am Ende ein Ausmalbuch. Die meisten kennen das noch aus ihrer Kindheit. Da sind schwarz-weiße Zeichnungen drin, deren leere Flächen von den Kindern mit Buntstiften ausgefüllt werden müssen.
Das Ausmalbuch, dass die Stadt jetzt herausgeben hat – für fünf Euro ist es im Storchenwirt, im Rathaus und der Tourist-Information Bad Gögging erhältlich – möchte den Blick auf die Vielfalt der Stadt und ihrer Ortsteile lenken. „Was fällt einem ein, wenn man an Neustadt und seine Umgebung denkt? Vielleicht die Störche, die über den Neustädter Dächern in ihrem Horst sitzen? Eine Fähre, die einen über die Donau bringt? Oder denkt man an Hopfenfelder oder die Kirche im Heimatort?“ fragt Bürgermeister Thomas Memmel.
Seine Antwort ist das Ausmalbuch. Es zeigt typische Ansichten aus Neustadt sowie den Ortsteilen Arresting, Bad Gögging, Deisenhofen, Eining, Geibenstetten, Haderfleck, Heiligenstadt, Hienheim, Irnsing, Karpfenstein,, Lina, Marching, Mauern, Mühlhausen, Niederulrain, Oberulrain, Schwaig, Sittling und Umbertshausen.
Und so findet man denn in dem Malbuch 20 Zeichnungen mit typischen Ansichten aus der Großgemeinde. Um Missverständnisse zu vermeiden, zum Beispiel weil sich manchen Kirchtürme sehr ähnlich sehen, gibt es auch ein Inhaltsverzeichnis, weshalb der Betrachter weiß, dass eine bestimmte Kirche nicht etwa zu Mauern, sondern zu Arresting gehört. Bei anderen Motiven fällt die Zuordnung leichter. Zu sehen sind unter anderem auch der Limes-Turm bei Hienheim, der Marchinger Steinbruch oder ein Speedway-Rennen im Anton-Treffer-Stadion. Manche Zeichnungen, eigentlich sind es Skizzen, sind so hübsch geraten, dass man sie so, wie sie sind, aus dem Buch rausreißen und als Bild an die wand hängen möchte.

Das ist alles andere als ein Zufall, denn die Zeichnungen hat Lena Quail, Zeichnerin aus Hienheim, erstellt. Sie gibt seit vielen Jahren Zeichenkurse an der Volkshochschule, unterrichtet seit einiger Zeit auch am Donau-Gymnasium in Kelheim und begeistert durch ihre äußerst detailgetreuen Arbeiten. Bei dem Malbuch war es genau anders. Da durfte sie nicht in die Details gehen. „Das war etwas ganz anderes, als ich es gewöhnt bin“, bekannte sie bei der Vorstellung des Malbuchs.
Hochwertiges Papier
Erfreulich ist, dass bei der Herstellung des Buchs an hochwertiges Papier gedacht wurde. Es wurde 150-Gramm-Offsetpapier verwendet. Das verträgt auch die Bearbeitung mit Filzstiften und bei Buntstiften erlaubt es aufgrund der Oberfläche unterschiedliche grafische Ansätze.
Der Bürgermeister ist deshalb überzeugt: „Jedes Bild lädt dazu ein, mit Farben zum Leben erweckt zu werden und die Schönheit unserer Heimat neu zu entdecken.“ Und vielleicht ist das ja auch was für „große Entdeckerinnen und Entdecker“, wie er im Vorwort schreibt. Und verspricht, ein weiterer Band soll folgen. Darin geht es um Bad Gögging.