Geplantes Gewerbegebiet: Saal will Verkehrsknoten entschärfen

Von Roland Kugler · 14. Mai 2025 um 15:00

Seit längerem gibt es Überlegungen, den Verkehrsknotenpunkt an der Donaustraße, der Anschlussstelle zur B16, und der Kreisstraße nach Kelheim verkehrstechnisch umzugestalten. Die Stelle ist unfallträchtig und mit dem geplanten Gewerbegebiet „Auf dem Gries“ wird der Verkehr dort erheblich zunehmen. Jetzt wurden die Ergebnisse eines Gutachtens vorgestellt.

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Seit Jahren arbeitet die Gemeinde Saal an der Erschließung eines neuen Gewerbegebietes an der Straße „Auf dem Gries“ zwischen Saal, Untersaal, dem Bahnhof und der B16. Zur Zeit lässt die Gemeinde von einer Rechtsanwaltskanzlei einen städtebaulichen Vertrag erstellen, da sie nicht Eigentümerin der Grundstücke im geplanten Gewerbegebiet ist. „Der Vertrag regelt, wer bei einer Erschließung welche Kosten übernehmen muss. Das gibt der Gemeinde Sicherheit, dass wir unsere Investitionen erstattet bekommen, und den Eigentümern Sicherheit, dass sie wissen, was sie zu erstatten haben“, sagt Bürgermeister Christian Nerb.

Er hat bereits mit Eigentümern gesprochen. Sie hätten Interesse an einer Erschließung signalisiert. Demnächst soll der Vertrag fertig sein, dann sollen die Eigentümer informiert werden. Ist er abgeschlossen, kann das Gewerbegebiet weiter überplant und ein Bebauungsplan erstellt werden – zumindest für Teile des etwa 25 Hektar großen Areals.

Gutachten vorgestellt

Wenn alles nach Plan verläuft, kann Ende 2026/Anfang 2027 mit der Erschließung von neuen Gewerbeflächen begonnen werden, die in der Gemeinde Saal stark nachgefragt sind.

Das Gewerbegebiet liegt verkehrstechnisch günstig, die B16 verläuft unmittelbar daneben, auch an den Saaler Bahnhof ist ein Gleisanschluss geplant. Eines wird durch mehr Gewerbeansiedlung jedoch verschärft werden: Es ist mit einer erheblichen Zunahme des Straßenverkehrs zu rechnen. Das erläuterte Gerhard Frauenstein von der EBB Ingenieurgesellschaft, die ein Verkehrsgutachten erstellt hat.

Die Zunahme des Verkehrs ist von der Art der sich ansiedelnden Betriebe abhängig. Bis zu 6000 Fahrzeuge täglich könnten es, bei einer hoch gegriffenen Prognose, sein, was zu einer Überlastung des Verkehrsknotenpunkts führen würde, beziehungsweise zu langen Wartezeiten für Fahrzeuge, die von „Auf dem Gries“ kommen.

Deshalb wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht, die Stelle verkehrsfreundlicher und sicherer zu gestalten. Sie als eine große Kreuzung umzubauen würde, auch mit Ampelregelung, nichts bringen, sagt Frauenstein. Ein Kreisverkehr wäre am leistungsfähigsten, er würde zu einer wesentlichen Verbesserung des Verkehrsflusses führen, für Verkehrsteilnehmer aus allen Richtungen.

Die Kosten für einen Kreisverkehr würden schätzungsweise 1,03 Millionen Euro betragen. Hier ist noch nicht der erforderliche Grunderwerb dabei. Auch die Art des Baus kann die Kosten noch steigern: Am günstigsten wäre eine Vollsperrung für den Bau eines Kreisels, die aber kaum in Frage kommen würde. Eher ein Bau mit Umfahrungen, wie es zum Beispiel beim Bau des Kreisels am Kelheimer Einkaufszentrum war.

Absprachen erforderlich

Dies würde die Kosten erhöhen, die die Gemeinde Saal aber nicht alleine tragen muss, ebenso wenig wie sie über den Bau eines Kreisels alleine entscheiden kann. Da dort verschiedene Straßen aufeinander treffen, sind dort neben der Gemeinde Saal für die Straßen Donaustraße und Auf dem Gries auch der Landkreis für die Kreisstraße nach Kelheim und das staatliche Bauamt in Landshut für die Bundesstraße 16 zuständig.

Die Saaler Gemeinderäte sprachen sich einstimmig für einen Kreisverkehr aus, im Juli wollen sie das Projekt mit den beiden anderen Behörden besprechen.

Laut Nerb hat nach wie vor eine großen Supermarktkette Interesse, am geplanten Kreisel auf dem freien Feld Richtung Autozubehör Schirmbeck eine Filiale zu bauen. Mit einem genehmigten Vorhaben-bezogenen Bebauungsplan könnte der Supermarkt vor dem Kreisel und einer Erschließung des Gewerbegebietesrealisiert werden.