Gegen den Heuschnupfen: Bayerischer Hausärzteverband gibt fünf Tipps für Allergiker

Frühling ist Heuschnupfen-Zeit: Wenn die Natur erwacht, freuen sich die meisten Menschen, endlich wieder mehr Zeit an der frischen Luft zu verbringen und die zunehmenden Sonnenstunden zu genießen. Für Menschen mit Heuschnupfen beginnt dagegen eine belastende Zeit voller Pollen, mit tränenden Augen, Niesanfällen und einer laufenden Nase. Hier finden Sie fünf hilfreiche und durch Ärzte empfohlene Tipps, um die Pollenallergie wirksam zu lindern und besser durch die Saison zu kommen.
Mittlerweile kommen die von Heuschnupfen Betroffenen Personen vergleichsweise früh in die Arztpraxis von Margit Kollmer, Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Velden im Landkreis Landshut und Bezirksvorsitzende für Niederbayern des bayerischen Hausärzteverbands. „Schon um den Februar und März herum. Früher fing es meist erst im März richtig an“, sagt sie der Mediengruppe Bayern.
Sie erlebe aktuell eine mildere Saison als in den Vorjahren. „Es gibt verschiedene Phasen des Pollenflugs, die auf Grund des Klimawandels aber auch von Jahr zu Jahr variabel sind“, erklärt Kollmer. Aber der Pollenflug sei saisonal, regional und auch tagesaktuell überaus variabel. Die Dauerbrenner unter den Pollen, die Allergien auslösen seien unverändert Birke, Erle, Esche und Gräser. „Dass recht viele Menschen gegen sie allergisch sind, liegt am erhöhten allergogenen Potenzial der entsprechenden Pollen“, so Kollmer.
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Einen Heuschnupfen zu behandeln mag sich banal anhören, laut der Ärztin steckt jedoch um einiges mehr dahinter. „Eine Pollenallergie ist ein dynamischer Prozess, der sich über das ganze Leben entwickeln kann. Nicht jedes Medikament wirkt bei jedem Menschen gleich und Wirkstoffwechsel sind ebenfalls nicht selten, das macht die Allergie in ihrer Behandlung relativ komplex.“
Ein Besuch beim Arzt in keinem Fall falsch, zumal ein „bloßer Heuschnupfen“ ernsthafte Folgen – wie Asthma – nach sich ziehen kann. Außerdem empfindet Kollmer die folgenden fünf Tipps in jedem Fall sinnvoll, wenn der Heuschnupfen wieder mal das Leben schwer macht.
• Tipp 1: Tagesaktuelle Informationen zum Pollenflug nutzen.
„Nutzen Sie die entsprechenden Polleninformationen, die Ihnen zur Verfügung stehen. So können Sie sich auf die tagesaktuelle Situation einstellen und sich entsprechend ausrüsten, beziehungsweise vorbereiten.“
• Tipp 2: Ortsbezogene Lüftungstechnik beachten.
„Wenden Sie die richtigen Lüftungstechniken an. In der Stadt stauen sich über den Tag die Hitze und Aerosole, die die Pollen aggressiver machen. Deswegen sollten Sie in der Stadt möglichst gegen 5 bis 8 Uhr morgens lüften. Auf dem Land staut sich die Luft weniger, hier sollten Sie eher gegen Abend durchlüften.“
• Tipp 3: Haushalt möglichst pollenfrei halten.
„Falls Sie stark allergisch sind, könnte es Ihnen auch helfen die Wohnung pollenfrei zu halten. Wechseln Sie Ihre Kleidung möglichst außerhalb des Wohnbereichs, halten Sie alle Fenster außerhalb der Lüftungszeiten geschlossen und waschen Sie Ihre Haare vor der zu Bettgehen. Es gibt auch spezielle Filter für den Staubsauger, die gegen Pollen, Hausstaub und Staubmilben helfen.“
• Tipp 4: Medikamentös richtig beraten und einstellen lassen.
„Lassen Sie sich zwecks einer medikamentösen Behandlung ausreichend beraten, die meisten Medikamente sind in der Apotheke ohne ein Rezept erhältlich und die Apotheker kennen sich sehr gut aus. erst bei stärkeren Beschwerden oder wenn ein verschreibungspflichtiges Medikament benötigt wird, brauchen Sie ein entsprechendes Rezept vom Arzt. Sobald Sie die richtige Behandlung für sich haben, sollten Sie die Mittel auch stetig bei sich führen. Langfristig können Sie über eine Hyposensibilisierung nachdenken, die Sie beim Arzt durchführen lassen können.“
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• Tipp 5: Lebensstil beachten und regionalen Honig ausprobieren.
„Achten Sie auf eine gesunde Ernährung und Lebensstil. Ihr Immunsystem läuft auf Hochtouren, deswegen sollten Sie es nicht noch weiter überstrapazieren. Trinken Sie möglichst keinen Alkohol, schlafen Sie genug und ernähren Sie sich möglichst Histamin-arm. Ein tolles Hausmittel ist übrigens der regionaler Honig vom Imker. Regionaler Honig wirkt wie eine geringdosierte Hyposensibilisierung, weil die Bienen die regional vorhandenen Pollen in Ihren Honig verarbeiten. Ein Teelöffel pro Tag kann gut helfen. Honig aus dem Supermarkt oder von außerhalb der EU erzielt diesen Effekt nicht.“