Die SG Mitterdorf/Neubäu ist Geschichte : Die SpVgg startet ihr Zukunftsprojekt eigenständig

Die dreijährige erfolgreiche Zusammenarbeitet zwischen der SpVgg Mitterdorf und dem SV Neubäu geht zu Ende. Die SpVgg hat ein Zukunftsprojekt aufgestellt, das durch die Verpflichtung namhafter höherklassiger Spieler die Ambitionen der SpVgg andeutet. Die SV-Verantwortlichen hatten andere Vorstellungen, wie es zwischen beiden Vereinen weitergehen soll.
Im Landkreis und darüber hinaus entstanden in den vergangenen Jahren im Fußball zahlreiche Spielgemeinschaften im Jugend- aber auch Herrenbereich. Hauptgrund war in erster Linie die zu dünne Spielerdecke. Vor diesem Hintergrund wandten sich 2022 die Verantwortlichen der Fußballabteilung des SV Neubäu an die SpVgg Mitterdorf, ob man sich eine Kooperation vorstellen könne, blickt Abteilungsleiter Florian Nicklas zurück.
SG aus der Not geboren
Nach einigen Überlegungen sagten die Mitterdorfer Fußballer zu und es wurde die SG Mitttrdorf/Neubäu aus der Taufe gehoben, wobei die Sparte Fußball der SpVgg die Federführung übernommen hat. Es wurden neue Trikots angeschafft und auf beiden Plätzen in Mitterdorf und Neubäu die Punktspiele ausgetragen. „Es hat alles bestens harmoniert und nach zwei Spielzeiten in der Kreisklasse konnten wir den Aufstieg in die Kreisliga feiern“, so Nicklas.
Immer darauf bedacht, die Kreisliga zu erhalten, machten sich die Verantwortlichen der Mitterdorfer Fußballabteilung Gedanken, ob und wie man den Kader verstärken könnte. „Wir haben da zwischendurch auch an einen Profi gedacht, einen Spieler der bereits länger höherklassig im Amateurbereich am Ball war“, so die Spartenleiter Florian Nicklas, Andreas Ritt und Christian Hofinger. „Bei den ersten Gesprächen zeigte sich Christian Kufner nicht abgeneigt“, sagt Hofinger. „Später war dann auch der Trainerposten ein Thema und so ergab sich eine neue Situation“, erklärt Nicklas. Im Frühjahr sei in Zusammenarbeit mit dem Ex-Vilzinger Regionaliga- und aktuellem Rodinger Landesligaspieler Kufner die Idee Zukunftsprojekt entstanden. „Unser Ziel ist, die Kreisliga zu halten und den Zuschauern mittelfristig Fußball in der nächsten Liga zu bieten“, definiert Nicklas das Vorhaben.
Unser Ziel ist, die Kreisliga zu halten und den Zuschauern mittelfristig Fußball in der nächsten Liga zu bieten
Floian Nicklas, Spartenleiter der SpVgg Mitterdorf
In der Zwischenzeit war die SpVgg nicht untätig und hat einige namhafte Spieler für die neue Saison verpflichten können. „Der SV Neubäu war dabei stets involviert“, sagt Nicklas. Hinsichtlich des angestrebtem mittelfristigen Aufstiegs in die Bezirksliga seien aber gewisse Regularien des BFV einzuhalten. Somit sollte die Spielgemeinschaft zeitig aufgelöst werden, um nicht einer eventuellen Aufstiegsmöglichkeit im Wege zu stehen, was dem SV Neubäu Mitte April mitgeteilt wurde. Dies hätte wohl zur Folge, dass der SV Neubäu seine Fußballabteilung mangels Spielern auflösen müsste. Alternativ könnte die erste Herrenmannschaft unter der SpVgg Mitterdorf im Spielbetrieb (mit Aufstiegsrecht) bleiben und die zweite Mannschaft als SG Neubäu/Mitterdorf weiterlaufen, praktisch wie bisher.

„Dies wurde von den Verantwortlichen des SV Neubäu abgelehnt und die Gründung eines neuen Vereins favorisiert“, erklären die Mitterdorfer, „wobei der Hauptverein der SpVgg Mitterdorf dieser Variante sehr skeptisch gegenübersteht“. Um sich nicht mit dem Hauptverein zu überwerfen, entschied sich die Vorstandschaft der Fußballer für die Auflösung der Spielgemeinschaft. Um diese Sachlage nochmals zu erörtern, sei nach Ostern ein Gespräch der beiden Fußballabteilungen terminiert gewesen, um auch noch die Jahresversammlung des SV abzuwarten.
Angriff auf Abteilungsleiter
Doch dann sei es laut Andreas Ritt zur Diffamierung der beiden SpVgg-Abteilungsleiter Nicklas und Hofinger gekommen. „Nach dem Punktspiel am Ostermontag auf dem Sportplatz in Neubäu ergriff ein Neubäuer, kein Vereinsoffizieller, das Mikrofon und beschuldigte vor allen Zuschauern die beiden, dass sie nichts mehr mit dem SV Neubäu zu tun haben wollen, alles alleine machen wollen und den SV Neubäu kaputt gemacht haben“, sagt Ritt. „Diese Aussage, die nicht der Wahrheit entspricht, hat uns schwer getroffen“, erklären sich die beiden Betroffenen. Ungeachtet dieser Vorkommnisse werde bei der SpVgg weiter alles für die kommende Saison mit dem neuen Kader vorbereitet. „Wir möchten unseren Zuschauern auch künftig guten Fußball zeigen und wenn möglich, auch höherklassig“, freuen sich die drei Vorstände auf eine erfolgreiche Zukunft.
Die Regularien des BFV
Kreisligist Mitterdorf wollte Vorkehrungen treffen im Falle eines Aufstiegs, der vom Verband (BFV) für Spielgemeinschaften reglementiert ist.
So heißt es unter Punkt IV bei den Richtlinien für die Bildung von Herren- und Senioren-Spielgemeinschaft unter anderem: „Bei Erringung der Meisterschaft oder des Aufstiegsrechts in einer Liga kann nur die Spielgemeinschaft oder der federführende Verein das Aufstiegsrecht bis zur Kreisliga wahrnehmen. Auch wenn die Spielgemeinschaft in der neuen Saison nicht mehr fortgesetzt wird, kann eine eigenständige Mannschaft in keine höhere Spielklassenebene eingeteilt werden. Steht die Spielgemeinschaft nach Abschluss der Verbandsspielrunde in der Kreisliga auf einem Aufstiegsplatz oder Aufstiegsrelegationsplatz, tritt/treten der/die nachfolgend platzierte/n Verein/e in der jeweiligen Liga in die Aufstiegsrechte ein.“
rsr