Starkes Bier und starke Sprüche - Maibockfest der Neustädter CSU begeisterte

Die CSU wagte den Blick in die Kristallkugel. Wie wird die Stadt im Jahr 2030 aussehen? Die Antwort: Neustadt hat einen supermodernen Bahnhof, an dem auch ICE halten, einen internationalen Airport und einen KI-gesteuerten Kiosk, der von einem leibhaftigen Bischof gesegnet wird. Leider war diese Perspektive nicht ganz ernst gemeint. Dennoch waren 300 Neustädter von diesen Aussichten begeistert.
Schon die Ankündigung des Maibockfestes des CSU-Ortsverbandes hatte für Furore gesorgt. Die Eintrittskarten für das Event, das nach einigen Jahren Pause am Samstagabend zum dritten Mal stattfand, waren im Nu ausverkauft. Die Erwartungen der Besucher waren hoch. Versprochen war ein Abend, der viel Gaudi, starke Sprüche, gute Laune und Musik versprach – ein Starkbierfest, nur dass es statt des klassischen Fastenbieres einen Maibock gab. CSU-Ortsvorsitzender Thomas Memmel spannte denn auch die Besucher nicht lange auf die Folter, sondern begrüßte kurz die Gäste und schon ging es los.
Einen Einstieg in den Abend, der unter dem Motto „Neustadt 2030“ stand, bot die aktuelle Untersuchung von Gerüchen im Neustädter Süden, wo ein neues Baugebiet geplant ist. Daraus wurde der kurzweilige Sketch „Die Supernasen“, in dem „Gutti und Wacke“ (Stefan Guttenberger und Sebastian Mayer) möglichen Geruchsbelästigungen in der Innenstadt nachgingen. Das Ergebnis war eindeutig. Die „Supernasen“ rochen nicht mal ein paar Bier, einen Schweinebraten oder einen Misthaufen in der Altstadt. Dafür entdeckten sie überall rote Plastiktüten mit Hundekot.
„Mächtig und gefährlich“
Günter Schweiger, einst als Festredner bei den Starkbierfesten in der Schwoagara Dorbühne gefeiert, arbeitete sich in seiner Rede an der aktuellen Politik ab und sparte bei allem Humor nicht mit deutlichen Worten. Neben Vladimir Putin und Donald Trump bekam auch Elon Musk sein Fett weg. „Reich, mächtig und gefährlich – das ist Elon Musk“, meinte Schweiger.

Erklären könne man sich den Multimilliardär und Berater des US-Präsidenten nur mit einem Blick ins Internet. „Musk heißt auf deutsch Moschus“, erklärte Schweiger, „und wenn man jetzt beim Wicki Peter, oiso Wikipedia nachschaut, steht da unter Musk/Moschus: Moschus ist eine Drüse am Arsch von einem Ochsen.“ Das war deftig und das Publikum jubelte.
Über die AfD sagte der Festredner: „Wer glaubt, dass man mit der AfD zusammenarbeiten kann, der täuscht sich. Wer mit der AfD ins Bett steigt, wird niemals demokratische Kinder zeugen.“

Auch die neue Bundesregierung und die Unionsparteien blieben nicht verschont. „Irgendwie hat man den Eindruck das es sich nicht um Wahlversprechen, sondern um Wahlversprecher handelt“, stellte Schweiger fest. „Da lobe ich mir unsere bayerische CSU, da ist Verlass, da ist Kontinuität. Da gilt der Spruch: Wir versprechen gar nichts und das halten wir dann auch.“
Besonderes Angebot
Und zur Diskussion um die Abschaffung gesetzlicher Feiertage merkte Schweiger an: „Ich plädiere dafür, Josef, Peter und Paul, sowie Maria Lichtmess zu gesetzlichen Feiertagen zu machen. Anwesenheit bei einem Wirt, sowie der Konsum von Bier wäre dann Bürgerpflicht, und so könnte das unser Beitrag zur Wirtschaftsförderung sein.“
Natürlich wurden auch diverse Stadträte mit Sprüchen bedacht, für die Stadtrats-SPD gab es eine ausführlichere Würdigung. Zum Verhältnis zwischen Christlichsozialen und Sozialdemokraten meinte der Festredner: „Wir von der CSU in Neustadt vertrauen der SPD.“ Und darum schlug er vor: „Es gibt doch in Deutschland die doppelte Staatsbürgerschaft, also warum nicht auch eine doppelte Parteimitgliedschaft: Ein SPDler kann ab sofort zum halben Preis auch in der CSU Mitglied werden. Wenn er will, auch inkognito. Des wäre doch praktisch, dann spart‘s ihr euch des Gschiss mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten.“

Ein weiterer Höhepunkt der Abends war schließlich das Festspiel „Neustadt 2030“, in dem die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in der Stadt aufs Korn genommen wurde. Nach der Idee von Antonia Mayer und Günter Schweiger können sich die Bürger zu diesem Zeitpunkt auf einen internationalen Flughafen in Hienheim sowie ICE-Anschlüsse in Neustadt freuen.
Höhepunkt der Entwicklung ist ein KI-gesteuerter Kiosk, der, wie das Spiel zeigte, freilich seine Tücken hat. Hier gab es nicht nur knappe, präzise und schnelle Dialoge, sondern auch geradezu slapstickhafte Einlagen von Manuel Walter, Stefanie Thoma, Robert Bauer, Sebastian Mayer, Stefan Guttenberger, Karl Necker, Ester Beringer, Michael Hartl und Manfred Zinner.
Für die Musik sorgten an diesem Abend Grenzstoarucka sowie Antonia Mayer, Elena Forster, Florian Kolb, Andreas Schlagbauer, Christian Schlagbauer und Joachim Schreiber.