Tolles Programm für Kulturliebhaber: Viele Besucher bei Kulturnacht in Parsberg

In einer lauen Frühlingsnacht wurden die alten Gemäuer der Parsberger Burg wieder mit Leben erfüllt. Anlass war die zweite Kulturnacht, die der Kulturkreis Parsberg-Lupburg auf die Beine gestellt hatte. Die Zuschauer kamen zahlreich und die Künstler gaben ihr Bestes, das Publikum zu begeistern.
Bürgermeister Josef Bauer freute sich, dass der Kulturkreis wieder einmal so ein ebenso abwechslungsreiches wie schönes Programm zusammengestellt habe. „Sie werden sehen, es ist viel geboten. Und sie haben einiges zu tun“, scherzte das Stadtoberhaupt. Dabei sollte er Recht behalten.




Das Konzept der Kulturnacht sieht vor, dass sie Künstler fest in ihren Räumen bleiben und sich das Publikum in Bewegung setzt. So traten die Künstler mehrmals am Abend auf und boten ihr Können dar. Das Publikum wechselte dann die Räume, um den nächsten Akt zu sehen. Es war auch genügend Zeit eingeplant, dass man leicht von einem Ort zum anderen kam. Dazwischen konnte man sich auf dem Burgvorplatz oder im Burgsaal kulinarisch verwöhnen lassen.
Kulturnacht in Parsberg: Gäste wechseln die Orte
Das Symphonische Blasorchester und das Kammerorchester begeisterten in bewährter Manier. Ebenso der Frauenchor der Cantores. Die Damen sorgen immer für ausgebuchte Räume, dieses Mal war es der Säulensaal. Unter der Leitung und Begleitung von Marga Meinl begeisterten sie mit fetzigen und modernen Liedern, auch wenn diese ihren Ursprung manchmal schon einige Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte früher haben.




Auch längst keine Unbekannten mehr sind Martin Höchbauer und Michael Prokisch alias „Saitenwexl“. Sie begeisterten im Burgkeller mit ihrer Gitarrenmusik. Ebenso leidenschaftlich und talentiert war Höchbauers Neffe Simon Höchbauer, der als Vorband auftrat – obwohl er erst seit eineinhalb Jahren Gitarre spielt. Da es bei den Höchbauers sehr familiär zu geht, erfüllte die wunderschöne Stimme von Tochter Leonie den alten Burgkeller mit frischen Harmonien.
Für frische Harmonien sorgte auch der Geheimtipp des Abends. Das Trio MiSchKa begeisterte in der Wasserreserve. Die drei Musiker hätten durchaus einen größeren Saal verdient, denn die Leute drängten sich bei ihrem Auftritt auch hinter den Sitzplätzen. Mit tollen Stimmen und jeder Menge Selbstironie begeisterten Stefan Mirbeth, Klaus Schmidmeister und Wolfi Kamm die Parsberger.
Mit einer Portion Selbstironie und Selbstkritik
Selbstironisch und selbstkritisch war auch Christoph Florian Pöppl-Neufert mit seinem zweiten Soloprogramm, mit dem er an sein Debüt aus dem vergangenen Jahr anschloss. Das Programm hieß dieses Mal „Diffuse Emotionen“. Angekündigt von Benedikt Schlamminger kam Pöppl-Neufert dann sogar eine Showtreppe hochgelaufen.

Im Programm schilderte er seine diffusen Emotionen rund um die Pubertät seiner Kinder und die Hierarchie seiner Familie und den nervenaufreibenden Hausumbau. In bester Komikermanier ließ er auch die Hilde auftreten, die die Parkplatzsituation und die Baumkäfige in der Innenstadt bekrittelte.
Parea und Guttenberger sangen Lieder und gaben Geschichten zum Besten. Einer der Burgkeller wurde mit viel Liebe zu den Details in einem Schiffsrumpf verwandelt, denn dort wurde die Schachnovelle von Stefan Zweig aufgeführt. Simon Staudigl, Ulrike Gspahn (Leserin), Jenny Gspahn und Dieter Gspahn setzten die Schachnovelle in der szenischen Lesung gekonnt um, dass man große Lust empfand, die Novelle noch als abendliche Lektüre zu verschlingen.

Musikalisch konnte man den gelungenen Abend dann weiter ausklingen lassen. Entweder konnte man sich bei Veronika Merkl von ihrer engelsgleichen Stimme verzaubern lassen oder man ließ sich von der Band „Remember“ in die Zeit der Beatles zurückversetzten. Beim Publikum hörte man schon raus, dass man sich auf die nächste Kulturnacht freut.