Single-Mama auf Wunsch: Silvia Schneiders Weg zum Mutterglück durch Samenspende

Von Lea Heußer · 9. Mai 2025 um 19:00

Silvia Schneider aus Pfahldorf (Landkreis Eichstätt) kämpfte jahrelang mit ihrem unerfüllten Kinderwunsch, bis ein Gespräch den Wendepunkt brachte. Zum Muttertag erzählen wir ihre Geschichte im Rahmen unserer Serie „Mein neues Leben“.

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Panik, Leere, Ratlosigkeit – so beschreibt Silvia Schneider die Gefühle, die sie über Jahre begleiteten. Der Wunsch nach einem Kind ließ sie nicht los. Immer wieder versuchte sie, das Thema anzugehen, jedoch: „Liebe ist ein sehr schwieriges Thema.“ Die Vorstellung, möglicherweise zu alt für den Kinderwunsch zu sein, während sie gleichzeitig auf den passenden Partner wartete, ließ sie nicht los.

„Da war ein Druck auf meinen Schultern“, erinnert sich die 42-Jährige aus dem Landkreis Eichstätt. „Was mache ich, wenn es nicht klappt mit der Liebe?“ Jahrelang behält Schneider ihren Kinderwunsch für sich, vertraut sich niemandem an. Bis ein Gespräch alles verändert.

Unerfüllter Kinderwunsch, weil der Partner fehlt

Schon als junge Frau träumte Silvia Schneider von einer großen Familie. „Am liebsten drei Kinder“, sagt sie. 2016 zieht sie zurück ins Elternhaus in Pfahldorf, baut es aus, hat einen festen Job als Produktprüferin in der Automobilbranche, gute Freunde – nur der Partner fehlt. 2018, mit 35 Jahren, hörte sie schon „die tickende Uhr“. „Ich wollte mich nicht auf den Nächstbesten einlassen, nur weil ich eine Familie will“, sagt sie. Stattdessen recherchiert sie – Adoption, Pflegekinder, alternative Familienmodelle. Und dann stößt sie bei einer Online-Suche auf das Thema Samenspende. Ihre erste Reaktion: „Nein, auf keinen Fall!“

Doch der Gedanke lässt sie nicht mehr los. „Partnerschaft kann immer noch kommen. Aber ich wollte keine alte Mama sein.“ Also rechnet sie: Reicht das Geld? Schaffe ich das allein? Sie liest Berichte anderer Frauen, holt sich Informationen aus Foren. Aber offen darüber sprechen? Noch nicht.

Der Wendepunkt: Ein Gespräch, das alles veränderte

Erst ein Gespräch mit einer Kollegin verändert alles. „Sie sagte sofort: ‚Mach es!‘“, erinnert sich Schneider. Die Kollegin ist selbst Mutter, versteht den Wunsch. „Es war ein Risiko, mich ihr anzuvertrauen. Ich war am Kipppunkt: Soll ich weitermachen oder nicht?“ Doch die Reaktion gibt ihr den entscheidenden Schub, den „letzten Tritt“, wie Schneider sagt.

Sie meldet sich auf einer Plattform für Menschen mit Kinderwunsch an, sucht einen Co-Parent – einen Mann, der ebenfalls Vater werden will. Zunächst sieht es gut aus. Doch dann zerbricht der Plan an der Realität. „Es war einfach nicht der Richtige.“ Die Enttäuschung ist groß. Aber Schneider gibt nicht auf.

Samenspende aus Dänemark

Schließlich trifft sie eine klare Entscheidung: Sie wählt den Weg der Samenspende – aus Dänemark. Offen, damit das Kind später Kontakt zum Spender aufnehmen kann. Im September 2018 kommt das Sperma nach Deutschland. Zuhause wird der Eisprung medikamentös ausgelöst. Danach geht es für Schneider in eine Kinderwunschklinik, wo bei einem kleinen Eingriff die Samenspende medizinisch eingesetzt wird. Dann heißt es: abwarten und hoffen.

Heute, sechs Jahre später, ist aus Hoffnung Gewissheit geworden. Ihre Tochter ist im Kindergartenalter, fröhlich, neugierig – und weiß, dass sie keinen Vater hat. „Das war mir wichtig, dass das offen kommuniziert wird“, sagt Schneider. „In unserem Leben spielt das keine Rolle“, sagt Schneider.

Angst vor Verurteilung erwies sich als unbegründet

Nur ihrer Familie erzählt sie erst spät von der Samenspende – in der zehnten Schwangerschaftswoche. „Ich wollte es vorher niemandem sagen, weil ich Angst hatte, dass man mir es ausreden würde“, gibt sie offen zu. Doch die Sorge war unbegründet. Ihre Familie steht hinter ihr, unterstützt sie. Bis heute hat sie nur positive Resonanz erfahren,

Silvia Schneider hat ihren eigenen Weg gewählt – mutig, konsequent, bewusst. Heute weiß sie: Sie ist nicht allein. „Es gibt extrem viele Frauen, die diesen Weg gehen“, sagt sie. Auch deshalb hat sie ihre Erfahrungen in einem Liebesroman verarbeitet („Me.Dreams.Baby“) – eine Geschichte, in der das Mutterwerden im Mittelpunkt steht, nicht das klassische Liebesglück. „Partnerschaft kann immer noch kommen“, betont sie. „Aber ich wollte eine Familie – und habe meine Entscheidung getroffen. Es war nicht leicht, aber es war richtig.“

Haben auch Sie schon einen glücklichen Wendepunkt erfahren, der ihnen ein ganz neues Leben bescherte? Dann schreiben Sie uns und erzählen Sie uns Ihre Geschichte! Sie erreichen uns per Mail unter social-media@mgbayern.de. Alle bisher erschienenen Teile der Serie finden Sie auch auf unserer Sonderseite „Mein neues Leben“.