Tulpen von der Oma: Im Garten von Neutraublings OGV-Vorsitzendem

Von Dagmar Unrecht · 7. Mai 2025 um 19:00

Seit gut einem Jahr führt Uwe Martin den OGV Neutraubling im Landkreis Regensburg. Der Garten ist für ihn nicht nur ein Platz zum Wohlfühlen, sondern vor allem ein Stück Natur. Das gemütliche Beisammensitzen gehört dazu.

In der blauen Vogeltränke baden zwei Spatzen. Eine Hummel fliegt brummend vorbei. „Auch ein Igel wohnt bei uns im Garten“, erzählt Uwe Martin. Im Frühling sei die Wiese voller Krokusse, die hätten sich selbst vermehrt. Seit gut einem Jahr steht der 59-Jährige an der Spitze des OGV Neutraubling. Zuvor war er bereits 15 Jahre Vize des Vereins. Mit ihm haben die Gartler einen Generationenwechsel vollzogen. Vorgänger Richard Irro, der nun Stellvertreter ist, ist fast 20 Jahre älter. „Jung und Alt harmonieren bei uns sehr gut“, sagt Martin. Knapp 600 Mitglieder hat der Verein derzeit. Leider seien es bisher nur wenige aus den Neubaugebieten. „Heute ist es üblich, sich den Garten anlegen zu lassen.“ Das käme Martin nie in den Sinn. Sein Garten hat sich seit seiner Entstehung 1996 immer weiterentwickelt, so gut wie keine der Pflanzen ist gekauft. Viele haben Geschichte. Die Tulpen sind zum Beispiel noch von der Oma seiner Frau. Die meisten Gewächse stammen von Freunden und Verwandten. Den großen Ahorn vor der Terrasse hat Martin vor 20 Jahren vom Globus-Parkplatz gerettet. „Er sollte wegen einer Erweiterung gefällt werden.“ Heute beschattet er das Haus.

Mit diesen drei Gartendamen wurde die Familie Martin für ihren Garten vom OGV Kreisverband mehrfach geehrt. - Foto: Dagmar Unrecht

Vom OGV Kreisverband ist der Garten der Martins schon dreimal geehrt worden. Drei Gartendamen, Figuren aus Keramik, zeugen davon. Wer auf der Suche nach Pflanzen ist, die im eigenen Garten gut gedeihen, für den hat Martin einen Tipp: „Schauen, was in den Nachbargärten gut wächst.“ Gärtner hätten immer viel abzugeben und zu teilen. Pflanzen, die sich wohlfühlten, seien pflegeleicht. Ein Garten sei aber auch immer „Versuch und Irrtum“.

Freude am Dekorieren

Martins Frau kümmert sich um den grünen Feinschliff, der OGV-Vorsitzende hat viel Freude am Dekorieren. „Da bin ich verspielt.“ Alles, was der Garten hergibt oder andere nicht mehr brauchen, verwertet er: So wurde aus dem alten Pflock der Kinderschaukel ein Wegweiser, aus Steinen schlichtete er eine Mäuerchen, Wasserleitungen wurden verkleidet. Auch das vielfach verzierte Gartenhaus geht auf seine Kappe, ebenso die Brunnen. Das Mobile aus Holz, das über der Terrasse baumelt, haben einst die heute erwachsenenTöchter gebastelt. Mehrere Sitzplätze schaffen im Garten unterschiedliche Perspektiven. „Im Sommer ist unser Wohnzimmer draußen.“ Am großen Tisch wird mit Familie und Freunden gegessen und gefeiert. Rundherum wachsen Blaukissen, Waldmeister und Vergissmeinnicht im Rondell. Er habe nie ohne Garten gewohnt, erzählt Martin, der ursprünglich aus Bad Abbach stammt. Weil er in Neutraubling eine passende Wohnung mit Grün gefunden habe, habe es ihn hierher verschlagen.

Wanne mit Seerose und Entenpärchen - Foto: Dagmar Unrecht

„Jeder hat eine andere Auffassung von Garten“, sagt der OVG-Vorsitzende. Tolle Rosen, ein schöner Rasen, das sei wunderbar, aber wichtiger sei seiner Meinung nach, die Vielfalt von Pflanzen und Insekten zu fördern und diesen einen Lebensraum zu bieten. Dafür mache sich der OGV stark. Mitglieder profitierten überdies vom fachlichen und geselligen Austausch sowie der Möglichkeit, Geräte auszuleihen.

Geduld gefragt

„Ein Garten ist mehr als ein Wohlfühlbereich“, sagt Martin. Daher würde er natürlich immer von einem Steingarten abraten. Wichtig sei, Geduld zu haben, findet der OGV-Vorsitzende, der auch als passionierter Läufer einen langen Atem hat. „Pflanzen brauchen Zeit.“ Schöne Gärten seien oft sehr alt. Geduld hat Martin auch mit dem Haidpark, der gleich um die Ecke liegt. An den kargen Magerwiesen dort scheiden sich die Geister - „auch in meinem Familien- und Freundeskreis“. Martin steht hinter dem Konzept, „aber es dauert“, räumt er ein. Die Magerwiesen seien schon gewöhnungsbedürftig. „Ich hoffe, dass es besser wird.“

Uwe Martin an seinem Lieblingsplatz im Garten. - Foto: Dagmar Unrecht

Am 10. Mai steht für den OGV ein wichtiger Termin an: der 48. Blumenbasar am Neutraublinger See. Die Vorbereitungen laufen seit Wochen. Wenn das Wetter passt, wird wieder viel los sein. „Wir haben Stammkunden, die warten schon auf den Blumenbasar.“ Nicht durchgesetzt hat sich in Neutraubling dagegen die Pflanzentauschbörse. In der Vergangenheit sei die Nachfrage immer gering gewesen, bedauert Martin. „Da ist Neutraubling doch Stadt, auf dem Dorf läuft das anders.“

Das ist beim Blumenbasar geboten

• Insgesamt 18 Beschicker sind beim Blumenbasar am 10. Mai am Festplatz beim Neutraublinger See dabei. Er findet von 9 bis 16 Uhr statt.

• Es gibt Blumen- und Gemüsepflanzen, Ziergehölze, Tomaten und Kräuter von verschiedenen Anbietern. Darüber hinaus werden Dekoartikel aus Holz und Beton, Filzarbeiten und Keramik angeboten - da lassen sich noch Muttertagsgeschenke finden. Auch Walhalla Lamm ist vor Ort.

• Für Besucher gibt es Kaffee, Kuchen, Grillgerichte oder auch Weißwürste. Kinder können sich auf der Hüpfburg austoben, basteln oder sich schminken lassen. Auch eine Tombola steht auf dem Programm.