Erinnerung ans Kriegsende: Die bewegte Geschichte Regenstaufs im Zweiten Weltkrieg

Von Sieglinde Geipel · 2. Mai 2025 um 11:00

Noch bis zum 11. Mai widmet sich eine Ausstellung im Dachgeschoss des Kulturhauses/MGH in Regenstauf (Landkreis Regensburg) dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Sie zeichnet ein breites Bild der historischen Entwicklungen – von den letzten Jahren der Weimarer Republik über den Beginn der NS-Zeit bis hin zum Kriegsende und den Anfängen der Nachkriegszeit.

Zweiter Bürgermeister Bruno Schleinkofer eröffnete die Veranstaltung. Er setzte dabei das Kriegsgedenken auch in den Kontext heutiger Konflikte und Kriegstreiberei und gewährte persönliche Einblicke in die Erlebnisse seiner Familie während des Zweiten Weltkriegs. „Möge diese Ausstellung daran erinnern, dass wir für unsere Demokratie und Freiheit alles daransetzen müssen, diese für unsere Kinder und Enkelkinder zu erhalten“, wünschte er.

Soldaten kämpften in Regenstauf gegen USA

Ortsheimatpfleger Georg Gahr schilderte in einem Vortrag die Geschehnisse rund um Regenstauf und stützte sich dabei auf Augenzeugenberichte. So schilderte er eindrücklich die Einnahme Regenstaufs durch amerikanische Truppen am 24. April 1945. Er zeichnete nach, wie nach der Sprengung der Eisenbahn- und Straßenbrücken durch die Wehrmacht etwa zehn bis 20 deutsche Soldaten vergeblich versuchten, den Ort zu verteidigen. In einer Kleinschlacht, die rund zwölf Stunden dauerte, wurde Regenstauf von US-Einheiten eingenommen. Dabei kamen drei deutsche Soldaten ums Leben, drei wurden gefangen genommen. Zivile Opfer gab es nicht, jedoch wurden 13 Gebäude beschädigt oder zerstört.

Gahr erinnerte auch an die schwierige Situation der Bevölkerung, die unter Tieffliegerangriffen, Bombenangst und Verlusten litt. Rund 90 Bombenflüchtlinge und etwa 250 Zwangsarbeiter lebten damals im Ort. Nach der Besetzung wurden Wohnhäuser durch die US-Armee beschlagnahmt. Im Juli 1945 setzte die Militärregierung Ludwig Zirngibl als Bürgermeister ein; 1946 wurde er demokratisch bestätigt, und im Mai fand die erste freie Gemeinderatssitzung statt.

Dokumente zeigen Leben im Zweiten Weltkrieg

Im Anschluss präsentierte Marktarchivarin Nadine Birk ausgewählte Dokumente aus dem Marktarchiv, darunter Wahlergebnisse aus der Vorkriegszeit und bewegende Lebensgeschichten von Bürgerinnen und Bürgern aus Regenstauf. Zum Abschluss stellte Marktgemeinderat Fred Wiegand die Schicksale der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Regenstaufer vor und betonte die fortdauernde Bedeutung der Kriegsgräberfürsorge.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. Diesen Sonntag ist die Ausstellung bereits ab 13 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Ergänzend zur Ausstellung gibt es an diesem Freitag um 19 Uhr einen Vortrag mit Georg Gahr, Nadine Birk und Marktgemeinderat Fred Wiegand über die Entstehungsgeschichte der Ausstellung.