Premiere im Cinecitta: Neumarkter bringt Club-Geschichte auf die Kinoleinwand

125 Jahre 1. FC Nürnberg: Sechs Filmemacher – darunter ein Neumarkter – erzählen in einer neuen Doku die Geschichte vom Club. Dabei führten sie Interviews mit Clu-Legenden, stellten historische Szenen nah und ließen einen Männerchor in einer Kirche einen Clubsong trällern.
„125 Jahre Club-Geschichte in einem Film zu zeigen, ist eigentlich unmöglich“, ist Maximilian von Stromberg klar. Trotzdem versucht der Dokumentarstreifen „Aura einer Legende – 125 Jahre Erster Fußball-Club Nürnberg“ genau das. Der Neumarkter ist einer von sechs Filmemachern, die dieses Projekt realisiert haben. Am Mittwochabend war Kinopremiere.
127 Minuten sind es geworden, die den Fokus weniger auf die fußballerische Geschichte des Clubs legen, sondern auf die Historie des Vereins. Sportliche Höhenflüge von einst dürfen da freilich nicht fehlen, doch auch das Drumherum spielt eine große Rolle: „Der 1. FC Nürnberg ist mehr als Fußball“, betont Maximilian von Stromberg. Das ist auch der Grund, warum der 54-Jährige sich für das Projekt begeistern ließ: „Ich war kein großer Fußball-Fan, sondern jemand, der sich schon interessiert hat, aber nur alle zwei Jahre die EM oder WM verfolgt hat.“
Interviews mit Zeitzeugen aus den goldenen Zeiten des FC Nürnberg

Spätestens jetzt hat auch er die Seele, die Aura des FCN gespürt und geholfen, sie auf DVD zu bannen. Mehr als zwei Jahre haben die Filmemacher an dem aufwendigen Projekt gearbeitet. Zwar stammte die Idee von den Filmemachern selbst, doch war der FCN von Anfang an eingebunden. Regisseur Christian Mössner und Club-Historiker und Buchautor Bernd Siegler hatten die Idee. Sie holten sich den Autor Matthias Hunger und die Produzenten Alexander Diezinger, Bernhard Weise und Maximilian von Stromberg dazu. Inhaltlich hatten sie völlig freie Hand. Allerdings mussten sie auch die Finanzierung in Eigenregie stemmen. So kam der Neumarkter vor etwa einem halben Jahr ins Team.
„Damals war klar, dass noch sehr viel zu tun ist. Weil alle aber auch Geld verdienen müssen mit ihren eigentlichen Aufträgen, blieb nicht immer genug Zeit für den Film“, erklärt Maximilian von Stromberg. Indem das Team wuchs, stieg die Chance, dass für einen Filmdreh immer genug Teammitglieder zur Stelle sein konnten.
Und Termine hatten die Filmemacher jede Menge. 26 Interviews haben sie vor der Kamera geführt, um 25 Geschichten aus Vereinsgeschichte und der Gegenwart zu erzählen. Trainerlegenden wie Hans Meyer oder Meister-Spieler Tasso Wild brachten die Filmemacher ebenso vor die Linse wie Protagonisten aus dem Vereinsleben, ohne die der Club nicht derselbe wäre. Ein Höhepunkt sei auch das Interview mit dem inzwischen 90 Jahre alten Meisterspieler von 1961, Heini Müller.

Um den Film unterhaltsam zu machen, hat sich das Team einiges einfallen lassen. Zum Beispiel: Ein Männerchor hat ein extra geschriebenes FCN-Lied in einer Kirche eingesungen.
Gründung mit Schauspielern nachstellt
Freilich darf historisches Bildmaterial nicht fehlen. Eine Szenen aus der frühen Club-Geschichte erweckt das Team sogar wieder zum Leben, erklärt Mitproduzent Alexander Diezinger: „Wie haben einige Reenactment-Szenen, wo wir zum Beispiel die Vereinsgründung nachstellen.“ Die jährt sich am Sonntag, 4. Mai, genau zum 125. Mal. Ab dann gibt’s den Film zu kaufen, zuerst beim Fanfest im Max-Morlock-Stadion mit Spiel gegen den SV Elversberg.
So gibt es den Film zu sehen
• Im Kino: Ab Montag, 5. Mai, im Cinecitta in Nürnberg. Bisher sind je eine Vorstellung am Montag, Dienstag und Mittwoch geplant, jeweils am Abend.
• Als Mediabook: Das Paket enthält den Film als DVD und als Blu-ray kombiniert mit einem Buch. Für 25 Euro wird es unter anderem im Fanshop des FCN (auch online) und im Stadion erhältlich sein, auch beim Fanfest am Sonntag.
Einblicke in den Film gibt es auf Instagram.