KI findet AfD nicht sexy: So attraktiv sind Bayerns Politiker im bundesweiten Vergleich

Von Daniela Laitinen · 30. April 2025 um 12:46

Grün ist sexy, blau eher nicht. So lässt sich eine KI-Analyse zur Attraktivität der Politiker in den deutschen Landesparlamenten zusammenfassen. Die Portraitfotos 1900 Abgeordneter von Kiel bis München wurden dabei mit einem speziell entwickelten KI-System verglichen und bepunktet. Am besten schnitten dabei die Berliner Angeordneten ab. Und die Bayern? Nun ja.

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Für die Untersuchung im Auftrag des Online-Dating-Vergleichsportals Bild-Dating wurden die Portraitfotos sämtlicher MdLs in Deutschland mit einem eigens entwickelten KI-System analysiert. Diese KI arbeitet auf Basis neuronaler Netzwerke und wurde von annähernd 100.000 Bilddateien trainiert. Die Einordnung erfolgt über eine Punkteskala von eins (unattraktiv) bis zehn (am attraktivsten).

Und das Ergebnis zeigt: Die Politiker in den deutschen Landesparlamenten haben gar keinen so schlechten Durchschnitt, was ihr Aussehen angeht. Das Mittel aller 1.900 Abgeordneten erreicht 6,23. Wobei dieser Wert vor allem den Berliner Abgeordneten zu verdanken ist, die 6,58 erreichen. Die Schlusslichter auf der KI-bedingten Attraktivitätsskala sind vor allem ostdeutsche Bundesländer: Brandenburg kommt auf 6,03 Punkte, Mecklenburg-Vorpommern gar nur auf 5,99 Punkte.

Grüne sehen offenbar am besten aus

Das mag mit der Parteienverteilung zusammenhängen. Denn die KI hat auch analysiert, welche Parteien die attraktivsten Politiker stellen. Ganz klarer Sieger hier die Grünen mit 6,35 Punkten. Die Grünen sind in Berlin drittstärkste Kraft. Eindeutiger Verlierer in Sachen Attraktivität: die AfD mit nur 6,04 Punkten. Die Blauen sind in Schwerin zweitgrößte Fraktion (gleichauf mit der CDU), ebenso in Potsdam.

Und wo stehen die Abgeordneten des Münchner Maximilianäums auf der deutschlandweiten Attraktivitätsskala? Nun ja. In die Top Ten der 16 Länder haben es die Bayern nicht geschafft. Sie liegen mit 6,14 Punkten auf Rang elf. Aus Westdeutschland sind nur die Nordlichter aus dem Kieler Parlament weniger attraktiv (6,05).

Die attraktivsten Abgeordneten

Und wer ist nun der attraktivste Landespolitiker in Deutschland? Das ist für die KI Dr. Wiebke Winter, CDU-Abgeordnete im Bremer Senat. Sie erreicht mit 9,85 fast volle Punktzahl. Auf Platz zwei folgt Tuba Bozkurt (Grüne) vom Berliner Abgeordnetenhaus mit 9,24. Auf Rang drei dann ein erste Vertreterin aus Bayern: Elena Roon (AfD) aus Mittelfranken bekommt von der KI 9,15 Punkte.

Die bestaussehenden Parlamentarier in Bayern:

Unter die 250 attraktivsten Landesparlamentarier Deutschlands schafften es insgesamt 19 aus Bayern:

• Rang 3: Elena Roon, (AfD) aus Mittelfranken, 9,15 Punkte

• Rang 29: Anna Rasehorn (SPD) aus Augsburg, 8,33 Punkte

• Rang 39: Christoph Maier (AfD) aus Breitenbrunn, 8,26 Punkte

• Rang 51: Toni Schuberl (Grüne) aus Passau, 8,15 Punkte

• Rang 61: Oskar Lipp (AfD) aus Ingolstadt, 8,10 Punkte

• Rang 89: Kristan Freiherr von Waldenfels (CSU) aus Hof, 7,92 Punkte

• Rang 100: Julian Preidl (FW) aus Cham, 7,83 Punkte

• Rang 120: Kerstin Celina (Grüne) aus Würzburg, 7,68 Punkte

• Rang 133: Ilse Aigner (CSU) aus Miesbach, 7,64 Punkte

• Rang 140: Maximilian Böltl (CSU) aus München, 7,62 Punkte

• Rang 156: Stefan Ebner (CSU) aus dem Kreis Regen, 7,53 Punkte

• Rang 168: Felix Locke (FW) aus Lauf an der Pegnitz, 7,49 Punte

• Rang 186: Ulrike Scharf (CSU aus Erding, 7,41 Punkte

• Rang 197: Katja Weitzel (SPD) aus München, 7,38 Punkte

• Rang 199: Christian Zwanziger (Grüne) aus erlangen, 7,37 Punkte

• Rang 213: Eric Beißwenger (CSU) aus Bad Hindelang (Allgäu), 7,32 Punkte

• Rang 218: Jenny Schack (CSU) aus Günzburg, 7,31 Punkte

• Rang 227: Michaela Kaniber (CSU) aus dem Berchtesgadener Land, 7,28 Punkte

• Rang 244: Martina Gießübel (CSU) aus Schweinfurt, 7,23 Punkte

Gehören zu den attraktivsten Abgeordneten in Deutschland (v.l.): Stefan Ebner aus dem Kreis Regen, Oskar Lipp aus Ingolstadt, Toni Schuberl aus dem Kreis Passau und Julian Preidl aus Cham. - Foto: Bildarchiv Bay. Landtag/Tobias Köhler

Aussehen und Wahlerfolg hängen zusammen

Freilich sollte man diese KI-Analyse von Bild-Dating eher mit einem Augenzwinkern betrachten. Schließlich sollten Politiker nicht nach ihrem Aussehen, sondern nach ihren Standpunkten und Gesinnungen beurteilt und gewählt werden. Im Idealfall. Die Realität ist aber eine andere. Wie eine Studie der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf von 2018 ergeben hat, hängen Aussehen und Wahlerfolg sehr wohl zusammen. Seit 2002 misst ein Team um den Düsseldorfer Soziologen Prof. Dr. Ulrich Rosar die Attraktivitätswerte deutscher Bundestagskandidaten und vergleicht diese mit den Wahlerfolgen. Für 2017 konstatierte das Team etwa einen „signifikanten und sehr substantiellen Zusammenhang zwischen der Attraktivität und dem Wahlerfolg eines Kandidaten – sowohl mit Blick auf die Erst- als auch auf die Zweitstimme.“