Was tun bei einem Stromausfall? So reagieren Sie richtig bei einem Blackout

Von Annabell Frankenfeld · 29. April 2025 um 17:10

Was tun bei einem Stromausfall? Wie sehr man von Strom abhängig ist, merkt man erst, wenn er weg ist – und mit ihm Heizung, Telefon oder Leitungswasser. Wie man im Ernstfall mit den Handicaps bei einem Blackout, wie es ihn zum Wochenstart großflächig in Spanien und Portugal gegeben hat, umgeht und wie man sich auf ein solches Szenario vorbereiten kann, verrät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Ohne Strom wird's schwierig. Im Alltag ist man permanent darauf angewiesen – sei es beim Heizen, beim Kochen, beim Telefonieren, beim Surfen im Internet oder auch bei der Beleuchtung in der Wohnung. Und auch außerhalb der eigenen vier Wände funktioniert vieles mittels Elektrizität, von Ampeln und Straßenbahnen über Geldautomaten bis hin zu Supermarkttüren und -kassen.

„Kommt es zu einem längeren Stromausfall, fallen schlagartig alle strombetriebenen Anlagen und Geräte aus, die nicht an Notstromanlagen angeschlossen oder batteriebetrieben sind“, schreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in einer Publikation rund um das Thema Stromausfall. Bei einem Blackout, wie es ihn in Spanien und Portugal am Montag gegeben hat, fällt die Abhängigkeit von Strom im Alltag besonders auf.

Aber wie geht man im Ernstfall damit um, wenn der Strom plötzlich nicht mehr läuft? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt folgende Tipps für die Handlungsfähigkeit während eines Stromausfalls.

Essen ohne Strom: Tipps für einen Lebensmittelvorrat

Wenn der Strom ausfällt, kann man viele alltägliche Dinge nicht mehr wie gewohnt tun. Darunter fällt auch die Nutzung von Leitungswasser oder das Zubereiten einer warmen Mahlzeit. Bei einem großflächigen Stromausfall bekommt man kein Trinkwasser aus dem Wasserhahn. Zudem können Supermärkte geschlossen bleiben. Entsprechend empfiehlt das BBK, einen Vorrat anzulegen, mit dem man einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt. Dazu gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophehilfe in einem Leitfaden folgende Tipps:

• Es ist ratsam, einen Lebensmittelvorrat zu haben, mit dem man mindestens drei Tage auskommt. Damit kann man „kurze Unterbrechungen des Alltags“ gut bewältigen. Natürlich kann man auch einen größeren Vorrat anlegen, um über eine längere Zeitspanne abgesichert zu sein.

• Da bei einem Stromausfall kein Leitungswasser aus dem Wasserhahn kommt, braucht man für dieses Szenario einen Getränkevorrat. Das BBK nennt als Richtlinie, dass ein Mensch täglich mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen sollte. Wenn man kochen möchte, sollte man einen halben Liter Wasser zusätzlich einplanen.

• Gerade bei einem Stromausfall braucht man haltbare Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen.

• Da man ohne Strom kein Herd funktioniert, sollte man zu Lebensmitteln greifen, die man nicht (mehr) kochen muss. Dazu zählen Fertiggerichte, Trockenfrüchte, Lebensmittel in Konserven, Trockenfleisch, Nüsse, Zwieback und Müsliriegel.

Bei einem Stromausfall kann man keinen Herd nutzen. Für kleine Mahlzeiten kann man laut BBK aber zu einem Campingkocher greifen. Auch für das Grillen mit einem Garten- oder Tischgrill braucht man keine Elektrizität. Das BBK weist aber vorsorglich darauf hin, nicht im Haus oder in der Wohnung zu grillen.

Licht ohne Strom: Diese Alternativen sollte man zu Hause haben

Ohne Strom hat man kein künstliches Licht mittels Lampen – das wird spätestens dann zum Problem, wenn es draußen dunkel wird. Wenn die sonst strombetriebenen Leuchten nicht funktionieren, kann man zu anderen Lichtquellen greifen. Dazu zählen Taschenlampen, Kerzen und Camping- oder Outdoor-Lampen. Das BBK rät, verschiedene Varianten vorrätig zu haben. Bei Taschenlampen ist es ratsam, Ersatzbatterien auf Lager zu haben. Um eine Kerze anzünden zu können, sollte man zudem ein funktionierendes Feuerzeug oder Streichhölzer zur Hand haben. Jedoch sollte man hier auf den Brandschutz achten und Kerzen nicht unbeaufsichtigt brennen lassen.

Ohne Strom informiert bleiben

Von einem großflächigen Stromausfall sind auch Kommunikationsnetze betroffen. Auf das Telefonnetz und das Internet ist in so einem Fall kein Verlass. Um dennoch auf dem aktuellen Stand zu bleiben, kann man auf batteriebetriebene Radios und Rundfunkgeräte zurückgreifen. Mit einem batteriebetriebenen Radio oder Kurbelradio, aber auch mit einem Autoradio kann man informiert bleiben und die Mitteilungen der Behörden weiter verfolgen, so das BBK.

Zusätzlich hat man bei einem Stromausfall das Problem, technische Geräte wie Laptop und Handy nicht laden zu können. Entsprechend ist es ratsam, Powerbanks und Ersatzakkus für solche elektrische Geräte zur Hand zu haben. Zudem kann man laut BBK auf solarbetriebene Ladegeräte zurückgreifen.

Wenn die Heizung ohne Strom ausfällt

Während man im Sommer nicht auf eine Heizung angewiesen ist, kann ein stromausfallbedingter Heizungsausfall im Winter unangenehm werden. Wenn man in einem Haus mit Kamin oder Ofen lebt, sollte man laut BBK entsprechend einen Vorrat an Kohle, Briketts oder Holz haben. Alternativ kann man die Installation einer alternativen Heizquelle im Eigenheim prüfen.

Wer aber keine alternative Heizmöglichkeit in seinem Zuhause hat, muss auf warme Kleidung und auf Decken setzen. Zudem ist es ratsam, sich in einem Raum aufzuhalten, in dem die Türen geschlossen sind und somit keine Wärme entweichen kann. Doch auch hier sollte man regelmäßig lüften – besonders, wenn man Kerzen als Lichtquelle nutzt.

Geld bei Stromausfall: Deswegen braucht man einen Notgroschen

Im Alltag kann man Einkäufe oft bequem kontaktlos per Karte bezahlen. Ohne Strom geht das nicht. Kurz zum Geldautomaten gehen und Bargeld abheben kann man ohne Elektrizität auch nicht. Entsprechend ist es laut BBK ratsam, Bargeld als Notgroschen zur Verfügung zu haben.

Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

Die Stromversorgung in Deutschland ist stabil: „Ein großflächiger, langanhaltender Blackout ist in Deutschland unwahrscheinlich“, teilt Fiete Wulff, Pressesprecher der Bundesnetzagentur, auf Nachfrage mit.

Auch das BBK schreibt auf Nachfrage, dass ein großer Blackout unwahrscheinlich ist. Allerdings seien „kleinere und regional begrenzte Stromausfälle nicht ausgeschlossen“. Einen solchen Fall gab es zum Beispiel im Juli 2024 im Kreis Rottal-Inn. Es sei „sinnvoll und empfehlenswert“, sich mit der Vorsorge für einen Stromausfall auseinanderzusetzen.