Claudia Eder leitet nun „St. Lukas“

Kelheim. Das Kelheimer Caritas-Krankenhaus St. Lukas hat eine neue Geschäftsführerin – die umstrittene Beraterfirma Oberender AG ist nicht mehr mit der Leitung betraut. Das hat der Diözesan-Caritasverband am Montag mitgeteilt. Gleichzeitig bekennen sich die Klinik-Gesellschafter zu einem Neubau des OP-Trakts.
Aus der Interims- wird die Dauerlösung: Claudia Eder, zuletzt kommissarische Leiterin des Caritas-Krankenhauses St. Lukas Kelheim (CSL), wurde vom Aufsichtsrat der Klinik-GmbH zur neuen Geschäftsführerin berufen.
„Kein Vertrauen mehr“
Die langjährige erfahrene Prokuristin des Krankenhauses löst Sabine Hehn ab, die „am 9.4.2025 von ihren Aufgaben entbunden“ worden sei, weil „das erforderliche Vertrauen in ihre Führung des Hauses nicht mehr bestand“, teilt der DCV mit. Und nicht nur von Geschäftsführerin Hehn hat sich der Aufsichtsrat getrennt.
Laut Caritas-Pressestelle wird auch „der Managementvertrag, der zwischen der Firma Oberender und dem Caritasverband besteht, bezogen auf das Krankenhaus St. Lukas beendet“. „In beiderseitigem Einvernehmen“, steht noch dabei. Was man wohl getrost als Pflicht-Floskel interpretieren darf, angesichts der jüngsten Schlagzeilen, die das Krankenhaus machte.
Wie berichtet, wurden überraschend ab 9. April alle geplanten Operationen am CSL vorübergehend abgesagt; seither werden dort nur Notfälle, kleinere Wunden sowie Geburten und Notfall-Kaiserschnitte behandelt. Hierzu teilt der Diözesan-Caritasverband in seiner Mitteilung vom Montag (28.4.) nun mit: „Aufgrund einer Mitteilung einer Mitarbeiterin wurde eine interne Begehung und Kontrolle durchgeführt, als deren Ergebnis sich die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen ergab.“ Dank „eines extrem engagierten Einsatzes aller zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ sei „davon auszugehen, dass der OP-Betrieb wie vorgesehen ab Mitte Mai wieder aufgenommen werden kann“. Der Verband betont zugleich, „die OPs unterlagen und unterliegen der ständigen Kontrolle durch die einschlägigen Fachstellen.“
Diese OP-Säle (Baujahr 1974) sollten eigentlich generalsaniert werden. Die Planung, 2010 eingeleitet, musste aber, wie berichtet, wegen des überraschend erforderlichen Ersatzneubaus für den B-Bau hintan gestellt werden. 2020 sei dann „eine Planung für neue OPs bei der Regierung von Niederbayern eingereicht“ worden, wofür die Regierung 2021 grünes Licht gegeben habe. Aber „infolge von Diskussionen über die künftige Notwendigkeit von Anzahl und Lage der OPs wurde diese Planung nicht unmittelbar vollzogen“, schildert Caritas-Sprecher Harry Landauer weiter.
Dann hat bekanntlich der DCV im Juni 2022 vom Landkreis die Trägerschaft für das Krankenhaus und die Mehrheit in der Klinik-GmbH genommen. Man habe aber die bereits genehmigte OP-Planung „infolge zusätzlicher externer Operateure, die zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Krankenhauses beitragen sollten, und geänderter Vorgaben für Operationssäle“ nicht verwenden können; eine Neuplanung sei erforderlich gewesen. Im März 2023 habe man „die Verwendungsnachweise, die zur Prüfung der Förderfähigkeit dieser neuen Planung erforderlich sind, bei der Regierung von Niederbayern eingereicht“.
Danach scheinen diese Pläne in eine Art schwarzes Loch gefallen zu sein, aus dem sie jetzt wieder auftauchen: In der Pressemitteilung geht es weiter mit der Ankündigung, „nun ist eine Besprechung für Anfang Mai 2025 bei der Regierung von Niederbayern angesetzt“.
Ob Landshut, als verlängerter Behörden-Arm der bayerischen Staatsregierung, einen OP-Neubau letztlich absegnet, darf man wohl als Schicksals-Entscheidung für den Fortbestand von St. Lukas als vollwertiges Krankenhaus bezeichnen.
Aber auch ein Neubau dauert Jahre. Noch zu Zeiten der „Goldberg-Klinik“ war zwar als Interims-Lösung ein OP-Container gekauft worden. Dieser sei allerdings „aus technischen und baulichen Gründen zumindest kurzfristig nicht verwendbar“, teilt der DCV weiter mit. Neben dem derzeitig laufenden OP-Umbau solle „so kurzfristig wie möglich ein zusätzlicher Eingriffsraum in Betrieb genommen werden, durch den die OPs entlastet werden“. Außerdem treibe man die Neubau-Planung „mit größtem Nachdruck voran“.
Parallel dazu geht es um die Schuldfrage angesichts der ungeplanten Teil-Schließung des OPs, die ja mit Einnahmeverlusten einher geht. Auch dazu hatte unsere Redaktion mehrfach vergeblich beim DCV und dem Landkreis nachgefragt.
Schuldige sind gesucht
Am Montag hieß es, „die Krankenhausgesellschaft versucht, durch Inanspruchnahme von Ausfall- und Haftpflichtversicherungen den Schaden durch entgangene Einnahmen so gering wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck werden umfangreiche Dokumentationen über die Ursachen, Verantwortlichkeiten und Folgen der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt.“