Brand in Burglengenfeld: Sieben Bewohner mussten fliehen − Nachbar erzählt vom Einsatz

Von Vanessa Ebert · 28. April 2025 um 19:00

In der Carl-Maria-von-Weber-Straße in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) spielten sich in der Nacht zum Montag dramatische Szenen ab. Dort stand eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Flammen. Alle Bewohner konnten sich rechtzeitig aus dem Gebäude retten. Die Brandleiderin erlitt dabei eine leichte Rauchvergiftung. Sorge besteht nun um die drei Katzen, die mit ihr im Haus lebten.

„Gegen 3 Uhr hörten meine Frau und ich von draußen Stimmengewirr und Autotüren schlagen“, erzählt ein Nachbar am Montagvormittag. Der Grund für die Aufregung offenbarte sich dem Ehepaar nach einem Blick aus dem Fenster: „Der Balkon des Hauses brannte lichterloh“, berichtet der Mann von seinem Schrecken. Er habe sich Sorgen um seine Nachbarn gemacht, einige kenne er seit langem. Im Viertel lebe man nicht anonym nebeneinander her, sondern helfe sich gegenseitig.

Sorge um die Tiere

Ausgebrochen war der Brand nach Angaben der Polizei in der Wohnung einer 57-jährigen Frau im ersten Stock. Sie und die weiteren sechs Bewohner hätten das Gebäude rechtzeitig verlassen, so die PI. Wie der Nachbar am Ort des Geschehens erfahren habe, wurde die Frau wohl von einem jungen Mann gerettet, der ebenfalls im Haus wohnt. Dieser habe die Tür ihrer Wohnung geöffnet und der Frau dann nach draußen geholfen. Aus der Wohnung sei zu diesem Zeitpunkt bereits dichter Rauch gedrungen.

Große Sorgen hätte sich die 56-jährige Brandleiderin um ihre drei Katzen gemacht. Der Nachbar befürchtet, dass diese in den Flammen umgekommen sein könnten. Bestätigt wurde das von offizieller Stelle bisher nicht. Laut Polizeibericht ist die Frau selbst mit einer leichten Rauchvergiftung davongekommen. Auch die weiteren Bewohner seien nicht verletzt worden, wie es im Bericht weiter heißt.

Feuerwehr schnell zur Stelle

Am Vormittag danach liegt das Haus verlassen da. Haustür und Fenster stehen weit offen. Vor Ort ist niemand mehr. Der zerstörte Balkon und rußgeschwärzter Putz über den Fenstern zeugen noch von dem Unglück. Einige Bewohner, weiß der Nachbar, sind bei Verwandten in der Nähe untergekommen. „So schnell wird da wohl niemand wieder einziehen“, vermutet er. Der Nachbar ist erleichtert, dass die Feuerwehr rasch vor Ort war und die Lage schnell im Griff hatte. „Natürlich macht man sich in einer solchen Situation auch Gedanken um das eigene Haus und hofft, dass das Feuer nicht übergreift“, sagt er. Zum Glück sei es in der Nacht windstill gewesen.

Als Michael Prehn, Kommandant der FF Burglengenfeld, mit seinem Team eintraf, war bereits klar, dass es alle Bewohner nach draußen geschafft hatten. Den brennenden Balkon habe man von außen gelöscht. Gleichzeitig sei eine Truppe ins Haus gegangen, um die Flammen von Innen zu bekämpfen.

Nach rund ein bis eineinhalb Stunden habe die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle gebracht. Von einem Routineeinsatz will Prehn dennoch nicht sprechen – ein Haus mit mehreren Parteien und Bewohnern stelle die Wehren generell vor Herausforderungen.

Brandstiftung ausgeschlossen

Am Montagnachmittag liefen die polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache noch. „Wir gehen aber davon aus, dass das Feuer in der Küche einer Wohnung im ersten Stock entstanden ist“, erklärte eine Sprecherin. Eine vorsätzliche Brandstiftung schließt die Polizei bereits aus. Brandortbegehung und Spurensicherung sollen nun weitere Erkenntnisse zur Unglücksursache liefern. Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 200.000 Euro.

Der Nachbar kennt das Haus, war dort bereits bei Bewohnern zu Gast. Früher, so erzählt er, ist das Anwesen eine Druckerei gewesen. Nachdem diese auszog, seien die Räumlichkeiten umgebaut worden und mehrere Wohnungen entstanden. Auch eine Praxis für medizinische Fußpflege hat im Haus ihren Sitz.

Vom Balkongeländer blieb kaum etwas übrig. Foto: FF Burglengenfeld
Auch eine Drehleiter war im Einsatz. Foto: FF Burglengenfeld
Die Bewohner können vorerst nicht zurück. Foto: Vanessa Ebert